aufbau, funktion, absorbtionsgrad
  
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Di, 07. Februar 2012, 04:01
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Autor Thema: aufbau, funktion, absorbtionsgrad  (Gelesen 8600 mal)
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markus
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« am: So, 23. Dezember 2007, 13:18 »

verbundplattenresonatoren (vpr) sind eine weiterentwicklung herkömmlicher plattenresonatoren. letztere schwingen nur bei ihrer masse-feder-resonanz und wirken deshalb nur schmalbandig.

beim vpr "schwimmt" die platte auf einer elastomerschicht und kann so zusätzlich zu vielen biegeschwingungen angeregt werden. die vielfalt der schwingungen führt in kombination mit der dämpfung durch das elastomer zu einem sehr effektiven, breitbandigen absorbtionsverhalten im bassbereich. und dies bei einer bautiefe von nur 10 cm!



8) offenporiger, weicher schaum
9) frei schwingende platte
10) dauerelastische, enge verbindung

wird als träger z.b. melaminharzschaum (basotec) verwendet, wirken die seitenränder als poröser absorber und erweitern den wirkbereich des gesamtsystems nach oben hin.
hier ein vergleich von 6 vpr (1,5 m x 1 m x 0,1 m, 1mm stahlplatte), die an zwei gegenüberliegenden wänden im hallraum angebracht wurden, mit herkömmlichen porösen absorbern (dicke ebenfalls 10 cm):



□ stahl auf melaminharzschaum
o stahl auf polyesterfaser
— poröser absorber

da die stahlplatte höhere frequenzen reflektiert, wird eine weitere schaumstoffschicht aufgebracht:



11) offenporige schicht
12) offenporiges passstück
13) akustisch transparente abdeckung (nur schutzfunktion)

besteht 11) aus 15 cm dickem melaminharzschaum, erreicht man folgendes absorbtionsverhalten (□):



die zweite kurve (o) entsteht bei verwendung einer 520 mm dicken profilierten basotec-schicht (11) und ermöglicht den aufbau eines rar ohne den grossen platzbedarf herkömmlicher keile.

alle infos aus helmut v. fuchs "schallabsorber und schalldämpfer"
« Letzte Änderung: So, 23. Dezember 2007, 13:32 von markus » Gespeichert
Poison Nuke
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« Antworten #1 am: So, 23. Dezember 2007, 18:20 »

wow, hätte gar nicht gedacht, dass VPR so effektiv wirken  schreck


vorallem der letzte Graph mit 15cm Basotect oben drauf ist ja mehr als beeindruckend.




Gibt es Unterschiede im Wirkungsgrad, wenn die Seitenränder einmal luftdicht mit der Platte und der Rückwand abschließen, und wenn sie wie hier gezeigt, offen bleiben?

Was für Kleber wäre empfehlenswert, um das Baso mit der Stahlplatte zu verbinden?
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viele grüße

Poison Nuke
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« Antworten #2 am: So, 23. Dezember 2007, 19:25 »

Ich habe auch schon darüber nachgedacht. Ich sehe nur das Problem, dass die Platte frei schwingen muss, also keine Berührung, außer mit dem Trägermaterial, haben darf. Wie soll das halten? Das Gewicht der Platte würde am Schaumstoff/Basotect so ziehen, dass es anch unten hängt.

Jemand da ne praxisnahe Idee?

Stefan
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markus
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« Antworten #3 am: So, 23. Dezember 2007, 20:04 »

bei vollflächiger verklebung sollte das basotec die ca. 12 kg für eine 1 mm dicke stahlplatte der abmessung 1,5 m x 1 m tragen. interessanter ist für mich die befestigung an der rückwand. offensichtlich wird dies durch "einklemmen" der basotecplatte in einem rahmen erreicht - bild ganz unten rechts: http://www.renz-systeme.de/page/index.php?id=45
hat jemand 300 - 400 euro übrig, um sich von renz einen ansichts-vpr kommen zu lassen?  hammeraufkopf

poison: der wirkungsgrad des plattenabsorbers bleibt gleich. wichtig ist nur, dass die platte frei schwingen kann. durch die öffnung der seite lässt sich der basotec-teil je nach gewünschtem effekt ankoppeln und die wirksamkeit des absorbers nach höheren frequenzen hin erweitern.
« Letzte Änderung: So, 23. Dezember 2007, 20:07 von markus » Gespeichert
Poison Nuke
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« Antworten #4 am: So, 23. Dezember 2007, 22:57 »

aber ein normaler Plattenreso braucht ja ein geschlossenes Volumen, welches ihn dämpft. Wie soll jetzt aufeinmal eine frei schwingende Platte ohne rückwärtiges Volumen genauso wirken können?

Und wenn man einen ganzen Hörraum damit optimieren will, ist man ja auch locker einen 5stelligen Betrag los  schreck
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Poison Nuke
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« Antworten #5 am: So, 23. Dezember 2007, 23:00 »

Weil bei einem normalen Plattenreso die eingeschlossene Luft die Feder-Masse darstellt. Hier das Material, beispielsweise das Basotect.

Gruß

Stefan
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moby dick
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« Antworten #6 am: Mo, 24. Dezember 2007, 09:41 »

52 cm dick, oh weh. Sonst super
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Freundliche Grüße
Jürgen
rossi
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« Antworten #7 am: Mo, 24. Dezember 2007, 10:06 »

52 cm dick, oh weh. Sonst super

52 cm ist die obere kurve - Δ

15 cm die untere - □




man darf also ungestraft behaupten, die 15 cm sind definitiv besser, als gar nichts  zustimm


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markus
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« Antworten #8 am: Mo, 24. Dezember 2007, 10:55 »

schon der "standard"-vpr mit 10 cm basotec plus 1 mm stahlplatte ist als sensationell zu bezeichnen! das ist mit keinem mir bekannten absorber in dieser wirksamkeit, frequenz- und bautiefe möglich.

poison: im erwähnten buch ist das alles genau erklärt. sogar formeln zur berrechnung sind dort zu finden. fuchs schreibt, dass im fall des vpr "eine hochdämpfende platte mit geeignetem strömungswiderstand das luftkissen [eines herkömmlichen plattenschwingers] ersetzt hat." die platte schwingt nicht nur bei der einzelnen frequenz des masse-feder-systems (wie beim herkömmlichen plattenresonator), sondern bei allen der stahlplatte innewohnenden moden. dadurch die breitbandige wirkung.

ein ähnliches verhalten kann man wohl auch mit geeigneten platten auf einem luftkissen erreichen, doch ist die wirkung durch die randeinspannung zu schmalbandig und die moden liegen frequenzmässig zu weit auseinander. kunststoffolien lassen die maxima etwas breiter werden.

die preise von renz will ich nicht weiter kommentieren, doch sollte ein selbstbau einfach und kostengünstig möglich sein. basotecplatten von ebay, sprühkleber, stahlplatte, fertig. einzig die montage bereitet mir kopfzerbrechen. man müsse die module mal live gesehen haben...
soweit ich weiss, baut sich kingpin aus dem kindergartenforum ähm hifi-forum vpr. frag' ihn doch einfach mal. ich darf mich dort nicht mehr anmelden, da mir für diesen fall rechtliche konsequenzen angedroht wurden  hammeraufkopf

moby dick: 52 cm sind nichts im vergleich zu den bislang verwendeten meterlangen schaumstoffkeilen!
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« Antworten #9 am: Mo, 24. Dezember 2007, 14:24 »

die preise von renz will ich nicht weiter kommentieren, doch sollte ein selbstbau einfach und kostengünstig möglich sein. basotecplatten von ebay, sprühkleber, stahlplatte, fertig. einzig die montage bereitet mir kopfzerbrechen. man müsse die module mal live gesehen haben...

Will das mal jemand hier probieren?

Zitat
soweit ich weiss, baut sich kingpin aus dem kindergartenforum ähm hifi-forum vpr. frag' ihn doch einfach mal.

Kann man die Antwort hier posten?!

Zitat
ich darf mich dort nicht mehr anmelden, da mir für diesen fall rechtliche konsequenzen angedroht wurden  hammeraufkopf

Was hast Du denn angestellt?

Zitat
moby dick: 52 cm sind nichts im vergleich zu den bislang verwendeten meterlangen schaumstoffkeilen!

 prost
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Poison Nuke
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« Antworten #10 am: Mo, 24. Dezember 2007, 22:21 »

interessant klingt es allemal, wenn sich nicht schon haufenweise andere Projekte bei mir auf der Warteliste (warten auf Geld) angereiht hätten, würde ich es sofort mal probieren.

Obwohl die Sache mit der Einspannung und der Befestigung der Rückseite für mich noch nicht ganz geklärt sind.
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Poison Nuke
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gto
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« Antworten #11 am: Mi, 26. Dezember 2007, 20:03 »

OK, werd ich mal den Testdummy geben, will ohnehin schon lange mit Verbundreso spielen.
Ev. bau ich aber erst mal mit einer dünnen Kunstoffplatte auf Baso in einem geschlossenem Volumen.
Einfach mal mit Materialien die herum liegen wild drauf los und dann messen. smile

Grüsse Gerd
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Kingping
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« Antworten #12 am: Mi, 26. Dezember 2007, 23:26 »

hi,

ich komm gleich zur sache: die rückwand ist 318 cm breit. also habe ich 3 platten 100x150x10cm caruso iso-bond nebeneinander gestellt.
dann davor 3 stahlblechplatten mit 2.5mm dicke. danach noch weitere schaumstoffplatten schräg dagegen gestellt, damit das zeug nicht umfliegt.
ergebnis ist, dass es nicht funktioniert. am hörplatz weiterhin die senke bei ~40hz und an der rückwand die dazugehörige überhöhung.

also das ganze weggeräumt und eine iso-bond platte mittels sprühkleber mit einer 2.5mm stahlblechplatte vollflächig verklebt.
den so entstandenen vpr ganz links an die rückwand gestellt -> keine verbesserung.
dann eine weitere schaumstoffplatte mittels doppelseitigem klebeband mit einer 1mm stahlblechplatte verklebt. (5 streifen der länge nach)
wieder links an die rückwand gestellt -> keine verbesserung. absolut gar nichts...
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asb
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« Antworten #13 am: Do, 27. Dezember 2007, 00:02 »

Hi,


@ Gerd


das wäre fein  zustimm lass dich nicht bremsen zwinkern


@ Kingping


Erst einmal welcome  wink

Hast du nur den BSP gemessen, oder hast du dir auch mal das Wasserfalldiagramm angesehen.
Ich hatte bei Plattenresos auch noch nie eine Veränderung im BSP. Einzig HR hatten diesbezüglich Erfolg.

Plattenresos (zu denen die VPR`s ja im Grunde auch zählen) hatten prima Ergebnisse in der Reduzierung des Nachhalls.
Davon ab finde ich 2,5 mm ein bischen viel, oder? 1 mm Stärke halte ich für praxisgerechter.


Grüsse Andy
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markus
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« Antworten #14 am: Do, 27. Dezember 2007, 09:53 »

habe ich 3 platten 100x150x10cm caruso iso-bond nebeneinander gestellt.

hi kingpin,

2,5 mm müsste eigentlich funktionieren. das geheimnis liegt aber m.e. in der montage: die stahlplatte muss absolut frei schwingen können. bei bodenaufstellung ist dies nicht gegeben.
ich würde den vpr auf eine möglichst steife platte (19 mm mdf?) kleben und diese schwingungsfrei an der wand befestigen.
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