Helmholtzresonator richtig abstimmen - Wirkungsweise
  
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Di, 22. Mai 2012, 20:52
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Autor Thema: Helmholtzresonator richtig abstimmen - Wirkungsweise  (Gelesen 5433 mal)
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asb
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« am: Mi, 24. Oktober 2007, 11:09 »

Hallo,


in den Foren ja auch schon oft ein Thema, möchte ich meine Gedanken dazu mal "zu Papier" bringen.

Ausschliesslichm mit einem HR war es mir bisher möglich, den Schalldruckpegel am Hörplatz mess,- und hörbar zu beeinflussen. Was aber nicht immer besser geklungen hat.
Dabei ist aufgefallen, dass unbedämpfte HR den grössten Einfluss auf den BSP (Betriebsschallpegel) hatten.
Wurde der HR bedämpft, wurde dieser Einfluss geringer.

Das eine reine Pegelsenkung einer modenbedingten Pegelüberhöhung am Hörplatz nicht immer besser (subjektiv) geklungen hat, erklärt sich in einem
zweiten Phänomen, der bei dem Einsatz eines HR auftritt: das Nachschwingen des Feder-Masse-Systems.

Bei einem unbedämpften HR waren z.T. drastische Verlängerungen des Nachklinges im Wasserfalldiagramm zu sehen.
Wer mal einen HR zur Verfügung hat, kann das einfach mit einem Dauersinus der entsprechenden Resonanzfrequenz testen. Maximal angeregt, "pustet" der HR ordentlich Luft aus seinem Inneren.

Nun stellte sich mir die Frage, wieso, warum und sowieso.
In einem Artikel des Recording Magazin war die Rede von gegenphasiger Schallabgabe, der für Eliminierung der Schallenergie sorgt (ähnlich eines DBA`s). Sogesehen ist das vielleicht doch nicht verkehrt.
Ich könnte mir vorstellen, dass durch einen unbedämpften HR und seiner Eigenart, Schallenergie seiner Resonanzfrequenz verzögert und wahrscheinlich gegenphasig abzugeben, ein grosses "Luftkissen" vor ihm entsteht, welches den eintreffenden Schall abfedert und seine Reflektion weitgehend minimiert.
Das Problem an dieser Art der Wirkungsweise ist das verzögerte, lange Nachklingen des HR selber. Bei einem langen Gleitsinus wird das nicht weiter auffallen. Bei kurzen Impulsen, wie sie in der Musik öffter vorkommen wird das wahrscheinlich schon eher ins Gewicht fallen. Das erklärt auch die subjektive Verschlechterung des Klanges beim Einsatz unbedämpfter HR.
 
Nun ist natürlich die Frage: wie die optimale Bedämpfung herausfinden?
Dazu gibt es, wie immer in der Physik, natürlich Formeln. Inwiefern die praxistauglich sind, habe ich noch nicht versucht zu überprüfen, wird aber seine Richtigkeit haben.

Quelle: Schallschutz + Raumakustik in der Praxis (W.Fasold/E.Veres)

"Die Bedämpfung Rs (kPa s/m) errechnet sich aus

2,2 (S/foV)

Dabei ist S= Resonatorhaslquerschnittsfläche in cm²
            V= Resonatorvolumen in dm³
            fo= Resonanzfrequenz in Hz

Von den porösen Materialien bekannt,ist dies aber nur der spezifische Strömungswiderstand. Wenn man zur Bedämpfung zu Mineralwollen greift, muss man sich den längenspezifischen Strömungswiderstand errechnen.

r= Rs/t

dabei ist t= Schichtdicke in mm"

Bei einem Flies oder Stoffen erübrigt sich ein Umrechnen, da man hier selten auf mehrere mm Dicke kommt.


In dem Buch ist auch die Rede von einer Egalität, ob man nun im Resonatorhals bedämpft, oder im Innern des Reso. Einzig die Berechnung der "Bedämpfungsstärke" unterscheidet sich. Beim Bedämpfen des Gehäuses setzt man für S die Querschnittsfläche des HR ein.

Wem die ganze Rechnerei zu viel ist, kann sich natürlich auch das Messequipment zur Hilfe nehmen und mit verschiedenen Bedämpfungen experimentieren. Dazu empfiehlt sich den HR mit Reflexrohren zu bauen und nicht, wie so oft, mit "einfachen" Löchern. Vorteil von Reflexrohren ist ein besserer Wirkungsgrad (wahrscheinlich durch höhere Reibungsverluste im Reflexrohr), die variable Abstimmung durch die Veränderung der Rohrlängen und eben die Möglichkeit, das Reflexrohr unterschiedlich stark (und mit verschiedenen Materialien) zu bedämpfen.


Was nun das eigentliche Ziel ist....geringerer BSP oder ein kürzeres Nachschwingen, sei auch dem Geschmack des geneigten Hörers überlassen. Ich bin der Meinung, dass eine kürzere Nachhallzeit hörphysikalisch effektiver ist, als 5 dB Pegelunterschied. Der Effekt des Überlagerns lange nachklingender Resonanzen im Raum hat für meinen Geschmack einen negativeren Einfluss auf die Klanggüte, als schmalbandige Überhöhungen.
Auf jeden Fall sind Helmholtzresonatoren ein hervorragendes Mittel, um störende Resonanzen gezielt und variabel zu bekämpfen. Man muss nur wissen wie  smile



Grüsse Andy


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« Antworten #1 am: Mi, 24. Oktober 2007, 16:37 »

Hallo,

Was nun das eigentliche Ziel ist....geringerer BSP oder ein kürzeres Nachschwingen, sei auch dem Geschmack des geneigten Hörers überlassen. Ich bin der Meinung, dass eine kürzere Nachhallzeit hörphysikalisch effektiver ist, als 5 dB Pegelunterschied.

Das mag sein, jedoch muss man sehen welcher Pegel von vorneherein da ist. Meine 52 Hz Mode konnte ich mit einem HH um ca. 3 dB absenken bei gleichzeitig leichtem Anstieg der NHZ. Der BSP bei 52 Hz ist aber immer noch ca. 12 dB zu hoch  biggrinsen, allerdings ist das Dröhnen das ab und zu da war nur noch ganz selten zu hören, eindeutig ein Gewinn.

Gruß
Holger
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« Antworten #2 am: Do, 25. Oktober 2007, 14:32 »

Hi Holger,


deswegen schrieb ich ja auch "meiner Meinung nach" zwinkern
Die Sache mit den HR, in Verbindung mit dem Raum, ist recht kompliziert. Und schon allein mit unterschiedlicher Bedämpfung erreicht man unterschiedliche Ergebnisse.
Eigentlich geht es ja prinzipiell um Energievernichtung/Umwandlung. Dort ein höchstmögliches Maß zu erreichen, ist das primäre Ziel.
Wie sich das am besten bewerkstelligen lässt, ist die grosse Frage.

Ich werde demnächst noch zwei raumhohe Resos bauen, da lässt sich sicher auch einiges an Erfahrung mitnehmen. Bin schon gespannt.


Grüsse Andy
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« Antworten #3 am: Do, 25. Oktober 2007, 14:51 »

Hallo Andy,

Die Sache mit den HR, in Verbindung mit dem Raum, ist recht kompliziert.

Ja, leider  smile
Ich werde nach dem zweiten Plattenreso einen HH mit abnehmbaren Deckel und einem veränderbaren BR-Rohr bauen, dann kann ich sowohl mit der Bedämpfung als auch mit der Resonanzfrequenz spielen. Alles andere macht, so wie du auch sagst, keinen Sinn.

 engel

Gruß
Holger
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« Antworten #4 am: Do, 25. Oktober 2007, 14:56 »

Zitat
mit abnehmbaren Deckel.....dann kann ich mit der Bedämpfung spielen


Das Gehäuse brauchst du dafür nicht mal zu öffnen. Die Bedämpfung kann durchaus auch im Reflexrohr erfolgen.
Wie sich das in der Menge des Dämmmaterials unterscheidet,müsste ich mal durchrechnen.


Grüsse Andy
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« Antworten #5 am: Fr, 26. Oktober 2007, 08:27 »

Moin Andy

auch in einem 22 mm Reflexrohr?

Gruß
Holger
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« Antworten #6 am: Fr, 26. Oktober 2007, 09:47 »

Moin Holger,


22 mm?! Für welche Resonanzfrequenz?

Für meinen Geschmack ein bischen klein. Wieviel Liter hat der HR?


Grüsse Andy
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« Antworten #7 am: Fr, 26. Oktober 2007, 13:45 »

Hallo Andy,

52 Hz, ca. 50 l (müsste ich noch mal nachmessen), D=7,8 cm, L=2,2 cm

Die gemessene Frequenz passt.

Gruß
Holger
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« Antworten #8 am: Fr, 26. Oktober 2007, 14:01 »

Ach so...du meintest die Länge der Öffnung... Dachte den Durchmeser zwinkern

Wie schon gesagt, ich würde HR nur mit langen Reflexrohren machen. So hat man noch eine Möglichkeit eine Feinabstimmung vorzunehmen. Da passt dann auch unterschiedliche Wolle oder ähnliches rein.

Bei einem einfachen Loch hat man nur die Möglichkeit Stoffe in unterschiedlicher Dicke (mehrere Lagen) davor zu legen.
Funktioniert aber anscheinend auch.

In deinem Fall hätte ich wahrscheinlich ein 10 Rohr (Durchschnitt) in 10 cm Länge genommen. Oder eben zwei Öffnungen a 5 cm.


Grüsse Andy
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« Antworten #9 am: Mi, 07. November 2007, 11:47 »

Hi Barnie,

greife das mal aus einem anderen Thread noch mal auf....

Zitat
Was HRs betrifft, so haben Andy und ich verschiedene Erfahrungen gemacht. Meine HRs haben den Nachhall immer deutlich reduziert, beim Andy haben sie ihn etwas (aber so viel ich weiss nicht viel) verlängert.


Dazu mal eine Frage: waren deine HR bedämpft? So weit ich mich erinern kann, nicht, oder?
Das würde meiner Überlegung bezüglich des Zusammenhangs zwischen Bedämpfung und Nachklingen irgendwie im Wege stehen...



Grüsse Andy
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Barnie
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« Antworten #10 am: Mi, 07. November 2007, 12:02 »

Ja, zwei waren bedämpft aber mit seeeeeehr fluffigem Material, eigentlich vernachlässigbar... (Wolle für den Boxenbau...) Zwei waren unbedämpft!
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« Antworten #11 am: Sa, 10. November 2007, 21:16 »

Im Fasold/Veres steht, dass Material mit geringerem Ströungswiderstand bei einem Helmi besser ist, wenn man es einbringen möchte...
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« Antworten #12 am: Mo, 12. November 2007, 08:52 »

Ja, zwei waren bedämpft aber mit seeeeeehr fluffigem Material, eigentlich vernachlässigbar... (Wolle für den Boxenbau...) Zwei waren unbedämpft!

Du hast sie aber nicht mehr im Einsatz, oder?

Wie Stefan schon schrieb....geringe Strömungswiderstände reichen völlig aus. Schon ein bischen lockere Glaswolle im Port hatte deutliche Auswirkungen auf das Nachklingen des Resos.


Grüsse Andy
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Barnie
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« Antworten #13 am: Mo, 12. November 2007, 09:05 »

Ne, stehen bei mir im Vorraum - arbeitslos sozusagen. Ich wollte sie nochmal ausprobieren und messen ob sie in der jetztigen Situation noch was bringen, aber mir fehlt momentan, wie solls auch anders sein, die Zeit...  hammeraufkopf

Die Wolle ist natürlich nicht im Port, sondern auf dem Boden des Würfels. Aber mit der Wolle für Boxenbau hab ich in dem Fall ja genau die richtige Wahl getroffen. Wobei ich sagen muss, dass ich vorher einfache Stoffreste drin hatte und auch da haben sie den Nachhall immer verkürzt... nixweiss
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moby dick
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« Antworten #14 am: Mo, 10. Dezember 2007, 08:09 »

Bei mir habe ich es so gemacht: Die Raummode, die am meisten stört, permanent abspielen. Im Raum die lauten Stellen finden. Dort den HHA aufstellen. Am einfachsten ist ein Würfel mit 60 cm Kantenlänge und offenem Boden. Diesen langsam ankippen, bis die störende Frequenz verschwindet. Testen, wie es am Hörplatz klingt. HHA bauen, am besten wirken sie in Wandnähe mit Öffnung am Boden. Unter 50 Hz ist aber wenig zu machen.
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Freundliche Grüße
Jürgen
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