Helmholtzresonator richtig abstimmen - Wirkungsweise
  
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Di, 07. Februar 2012, 04:25
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Autor Thema: Helmholtzresonator richtig abstimmen - Wirkungsweise  (Gelesen 4890 mal)
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iceman
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« Antworten #15 am: Fr, 28. Dezember 2007, 13:26 »

Hallo,
sollten sie nicht am besten an der lautesten Stelle wirken?

Gruß
stefan
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moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #16 am: Fr, 28. Dezember 2007, 18:23 »

Bei mir habe ich es so gemacht: Die Raummode, die am meisten stört, permanent abspielen. Im Raum die lauten Stellen finden. Dort den HHA aufstellen. Am einfachsten ist ein Würfel mit 60 cm Kantenlänge und offenem Boden. Diesen langsam ankippen, bis die störende Frequenz verschwindet. Testen, wie es am Hörplatz klingt. HHA bauen, am besten wirken sie in Wandnähe mit Öffnung am Boden. Unter 50 Hz ist aber wenig zu machen.
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Jürgen
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #17 am: Fr, 01. Februar 2008, 07:36 »

Wichtig ist: Bedämpfung verändert die Abstimmung. In jedem Fall die Resonanz messen. Einfach ein Mikro reinlegen und die Frequenz ermitteln für maximale Lautstärke. Geht eindeutig.

Meine Kisten haben daher verstellbare Öffnungen.
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Jürgen
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« Antworten #18 am: Fr, 01. Februar 2008, 12:35 »

Zitat
Bedämpfung verändert die Abstimmung.

Meinst du damit die Resonanzfrequenz? Konnte ich bisher nie feststellen. Hast du Messungen dazu?


Grüsse Andy
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moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #19 am: Fr, 01. Februar 2008, 12:36 »

Ich habe mal durchgemessen. Etwa 1/3 war mit PET-Vlies bedämpft.
HHA ohne Dämpfung hat Reso bei 102, mit bei 85 Hz, macht ca. 20%, LS-Bauer kennen die Zahl smile

Zitat Visaton:"
Ein geschlossenes Gehäuse kann locker mit Dämpfungsmaterial gefüllt werden. Dadurch werden stehende Wellen im Gehäuse wirksam unterdrückt und das Boxenvolumen virtuell 20 % größer."


Die dB im Inneren sinken um 25%. Wirkt also tiefer und schlechter. Die Nachhallzeit vergesse ich jetzt mal...
« Letzte Änderung: Fr, 01. Februar 2008, 12:46 von moby dick » Gespeichert

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« Antworten #20 am: Fr, 01. Februar 2008, 12:45 »

Jep, hab "die Zahl" auch schon öfters gelesen zwinkern

Aber die Auswirkung auf die Abstimmung noch nie nachvollziehen können. Werd ich mal bei Gelegenheit noch mal versuchen.
Denn die Abweichung ist ja schon drastisch.


Grüsse Andy
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moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #21 am: Fr, 01. Februar 2008, 12:47 »

Ja, kein Wunder, dass meine Messung mit Dämpfung total daneben lag...
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Jürgen
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« Antworten #22 am: Fr, 01. Februar 2008, 12:51 »

Zitat
Zitat Visaton:"
Ein geschlossenes Gehäuse kann locker mit Dämpfungsmaterial gefüllt werden. Dadurch werden stehende Wellen im Gehäuse wirksam unterdrückt und das Boxenvolumen virtuell 20 % größer."

Eben....bei geschlossenen Gehäusen ziehe ich noch eine Brücke....aber bei BR...?



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moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #23 am: Mi, 06. Februar 2008, 13:35 »

Gilt auch bei BR. smile

Zitat Visaton:"Ein Baßreflexgehäuse kann locker mit Dämpfungsmaterial gefüllt werden. Dadurch werden stehende Wellen im Gehäuse wirksam unterdrückt und das Boxenvolumen virtuell 20% größer."
----------------------------
Gefunden bei TMR-Audio:

"   Berechnung von HELMHOLTZ-RESONATOREN:

 
Zur Bedämpfung störender Raumresonanzen lassen sich mit einigem Erfolg Helmholtz-Resonatoren einsetzen. Voraussetzung ist aber die genaue Kenntnis der entsprechenden Resonanzfrequenz. Diese sollte daher vorher meßtechnisch festgestellt werden.

Ein Helmholtz-Resonator besteht aus einem Feder-Masse-System. Hierbei sind ein großer Hohlraum (der betreffende Hörraum) und ein kleiner Hohlraum (das Helmholtz-Resonator-Volumen) über einen Kanal (Helmholtz-Resonator-Fläche und -länge) miteinander gekoppelt.
Bei einer bestimmten Frequenz (der Helmholtz-Resonator-Frequenz) beginnt der kleine Hohlraum zu schwingen und entzieht bei geeigneter Dämpfung dem Hörraum Energie. Zweckmäßigerweise wird daher entweder der Kanal oder das Volumen des Helmholtz-Resonators mit entsprechendem Dämmmaterial gefüllt.

Die Frequenz des Helmholtz-Resonators ergibt sich wie folgt:



f = 54.61 × sqrt(pi × R²/(V × (l + (pi/2 × R))))

mit
f = Frequenz [Hz]
V = Volumen des Resonators [m³ = cm³/1000000]
l = Länge des Kanals in [m = cm/100]
R = equivalenter Radius der Fläche des Kanals [m = cm/100]
sqrt() = Quadratwurzel
pi = 3.1416
Der Wert 54.61 ergibt sich aus Schallgeschwindigkeit geteilt durch 2×pi in m/s.

Beispiel:

Wir haben einen rechteckigen Holzkasten (Wandstärke 19 mm = 0,019 m) mit einem Volumen von 100 Litern (= 0,1 m³), der eine rechteckige Öffnung von 35 cm × 20 cm = 700 cm² = 0.07 m² hat.
Der equivalente Radius beträgt sqrt(0.07/pi) = 0.15 m.
Die Kanallänge beträgt 0.019 m (in diesem Fall die Wandstärke des Kastens).
Es ergibt sich eine Helmholtz-Resonator-Frequenz von gerundet 91 Hz.

 
 
   Zur Dimensionierung von HELMHOLTZ-RESONATOREN:

 
Die größte Schallabsorptionsfläche A bei gleichzeitiger Breitbandigkeit erreicht man, wenn das Resonatorvolumen V möglichst groß gewählt wird. Das bedeutet aber, daß große Resonatorhalsquerschnitte bzw. geringe Resonatorhalslängen zu realisieren sind.
Hinsichtlich der Bemessung des Kanals gibt es allerdings Grenzwerte, die nicht über- bzw. unterschritten werden sollten: der Radius muß kleiner sein als eine Achtel Wellenlänge der Resonanzfrequenz und die Kanallänge muß größer Null sein.

Durch stärkere Bedämpfung des Volumens und/oder Kanals wird die Güte des Resonators verringert und die Bandbreite vergrößert.
Allerdings hängt die Güte in größerem Maße vom Verhältnis der Abmessungen ab.
Die Güte des Helmholtz-Resonators ergibt sich wie folgt:

Q = 2 × pi × sqrt(V × (l/A)³) = f/(f2 -f1)

mit
Q = Güte
V = Volumen des Resonators [m³ = cm³/1000000]
l = Länge des Kanals in [m = cm/100]
A = Fläche der Kanalöffnung [m² = cm²/10000]
sqrt() = Quadratwurzel
pi = 3.1416
f = Frequenz [Hz]
f1 = Frequenz [Hz] unterhalb von f (-3dB)
f2 = Frequenz [Hz] oberhalb von f (-3dB)

Nochmal obenstehendes Beispiel:

Wir haben einen rechteckigen Holzkasten (Wandstärke 19 mm = 0,019 m) mit einem Volumen von 100 Litern (= 0,1 m³), der eine rechteckige Öffnung von 0.07 m² hat. Die Helmholtz-Resonator-Frequenz beträgt gerundet 91 Hz.

Eingesetzt in obige Formel erhalten wir eine Güte des Resonators von 0.28.

Damit erhalten wir auch einen Wert, mit dem wir die Bandbreite der Resonanzkurve bestimmen können. Die Bandbreite ist die Differenz der beiden Frequenzen, bei denen die Amplitude gegenüber der Resonanzfrequenz auf 70% des Höchstwertes (-3dB) abgefallen ist.
In unserem Beispiel beträgt die Bandbreite 91 Hz/0.28 = 325 Hz, so daß wir bei einem symmetrischem Verlauf der Resonanzkurve einen oberen Frequenzpunkt f2 von 325/2 + 91 = 254 Hz erhalten.
Mit diesem Helmholtz-Resonator würden wir also eine breitbandige Bedämpfung des gesamten Grundtonbereiches erhalten.
Es ist also auch bei der Dimensionierung das Verhältnis der Faktoren untereinander zu berücksichtigen.
Nachfolgend wird die qualitative Änderung der Resonanzfrequenz f und Güte Q bei Vergrößerung der Länge l, der Fläche A und des Volumens V dargestellt.


 Länge wird größer Fläche wird größer Volumen wird größer
Frequenz f -> kleiner größer kleiner
Güte Q        -> sehr viel größer sehr viel kleiner größer


Die innere Bedämpfung des Resonators wird also durch die Güte bestimmt, während die äußere Bedämpfung des Resonators durch das Schallfeld (also die eigentlich zu nutzende Wirkung) durch das Ankopplungsverhältnis k erfaßt wird:

k = 5 × 10-13 × V × F × Q × f³

mit
k = Ankoppelverhältnis [cm³/s³]
V = Volumen des Resonators [cm³]
Q = Güte
f = Frequenz [Hz]
F = Faktor, der von der Anordnung des Resonators im Raum abhängt (gilt nur für Einzelresonator)
F = 1 bei freier Anordnung im Raum
F = 2 bei Anordnung in einer Wand
F = 4 bei Anordnung in einer Raumkante
F = 8 bei Anordnung in einer Raumecke

Übliche Werte für k liegen zwischen 0.02 (für geringe Überhöhungen) und 0.4 (für starke Überhöhungen).
Größte Wirkung zeigen Helmholtzresonatoren also in Raumecken.
Je größer die zu bedämpfende Resonanzüberhöhung ist, desto größer muß auch das Ankoppelverhältnis werden, um die Überhöhung möglichst effektiv zu bedämpfen. Es sind also hohe Güten und große Volumina erforderlich.

Folgende Vorgehensweise ergibt sich dann bei der Dimensionierung eines Helmholtz-Resonators:

Frequenzmessung mit Sinus bei diskreten Einzel-Resonanzüberhöhungen

Frequenzselektive Nachhallzeitmessungen oder Frequenzanalyse mittels Rauschen bei breitbandigen Überhöhungen

Festlegung der Güte und Resonatorfrequenz anhand der Messergebnisse

Abschätzung und Festlegung des erforderlichen Resonatorvolumens anhand der Größe der Resonanzüberhöhung und unter Berücksichtigung der zukünftigen Anordnung im Raum (Formel für Ankoppelverhältnis)

Durch Einsetzen der Werte in die Formel zur Berechnung der Güte wird das Verhältnis x von l/A festgelegt

Entweder wird jetzt l durch A × x oder A durch l/x ausgedrückt und die Formel zur Berechnung der Resonatorfrequenz entsprechend umgestellt und nach der gesuchten Größe aufgelöst

Zur nachträglichen Feinabstimmung kann der Resonator z.B. mit Polyesterwatte bedämpft werden."

 
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« Antworten #24 am: Mi, 06. Februar 2008, 14:08 »

Hallo Jürgen,


die TMR Seite kenne ich. Wir hatten auch schon ausgiebige Diskussionen über die unterschiedlichen Angaben bezüglich der Wirkungsweise von HR`s.

Nach dem, was ich bisher über HR gelesen und bei mir zu Hause erfahren habe, richtet sich die Art der Bedämpfung nach dem gewünschten Effekt.
Man kann zB wunderbar auf den BSP Wirkung ausüben (lassen), indem man den HR nicht oder wenig bedämpft.
Nach meinem Verständnis wird dabei Schallenergie der Resonanzfrequenz phasenverschoben zum eintreffenden Schall abgegeben und führt zur (teilweisen) Auslöschung des "Direktschalls".
Nachteil dabei: der Resonator "schwingt lange nach", gibt also auch nach Abklingen des Direktschalls noch Energie an den Raum ab.
Das äussert sich in einem verlängerten Nachhall.

Bedämpft man den HR mehr, vermindere ich dabei zwar auch das "Nachklingen", aber eben auch den Effekt des "Luftpolsters" vor der Resonanzkanal. Das führte bei mir so weit, das ich eine kürzere Nachhallzeit erreicht habe, jedoch ohne Veränderung auf den BSP.

Hatte ich dazu nicht mal Messungen eingestellt?  grübel
Wenn nicht, kann ich den Effekt gern noch mal dokumentieren (müsste dazu nur die Wolle aus den Kisten bekommen).



Grüsse Andy
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #25 am: Mi, 06. Februar 2008, 16:31 »

Ich bin da durch biggrinsen. Der vordere HHa wurde ohne, der hintere mit Bedämpfung gemacht, das gab den besten F-Gang.
« Letzte Änderung: Mi, 06. Februar 2008, 20:17 von moby dick » Gespeichert

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« Antworten #26 am: Fr, 08. Februar 2008, 00:01 »

Zitat
....das gab den besten F-Gang.

Genau darum empfehlen wir dir immer, mal ein Messprogramm auszuprobieren (in dem Fall RoomEQ).
Der lineare Amplitudenfrequenzgang ist nicht das allentscheidende. Raummoden sorgen nicht nur für ortsabhängige Pegelschwankungen, sondern auch für frequenzabhängiges Nachhallen. Das kannst du mit deiner Methode nicht messen.
Mit unbedämpften HR`s holt man sich schnell noch ein Plus an eben diesem modalen Nachschwingen, der der HR Schallenergie an den Raum abgibt. Ich habe dazu noch zwei Messungen hier liegen....stell ich morgen ein.


Grüsse Andy
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #27 am: Fr, 08. Februar 2008, 09:20 »

Kapiert, danke.
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« Antworten #28 am: Sa, 09. Februar 2008, 18:13 »

Hier mal zur Verdeutlichung zwei Diagramme....

Für die 44 Hz Mode stehen hinter den LS zwei HR in den Ecken. Das Gehäuse ist rückwandig mit 5 cm Glaswolle bedämpft.
Das ergibt folgendes Diagramm:



Deutlich sieht man die schmalbandige Wirkung der Resos als "Einschnitt" in dem Buckel bei 44 Hz.

Heute mal die Ports (jeweils drei Stück) locker mit 2 cm Sonofil bedämpft:

Achtung, hier ist das Zeitfenster auf 600 ms verkürzt...oben 700 ms (zum Vergrössern <klick>)



Hier ist der "Einschnitt" weg, dafür das Nachklingen deutlich verkürzt. Was einem schlussendlich besser gefällt, muss man ausprobieren. Wenn der Nachhall zunimmt, sollte man auf jeden Fall noch mehr Bedämpfen.
Nur ist das leider nicht mit FG-Messungen festzustellen.



Grüsse Andy



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