Plattenreso ohne Wirkung
  
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Di, 07. Februar 2012, 04:21
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Autor Thema: Plattenreso ohne Wirkung  (Gelesen 831 mal)
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tcherbla
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« am: Fr, 27. August 2010, 15:23 »

 Hallo erstmal,

nach anfänglichen Einloggschwierigkeiten habe ich es doch hier ins Forum geschafft.Dank an dieser Stelle nochmal für die schnelle Hilfe an Ydope(er ist Schuld,dass ich jetzt hier bin biggrinsen)

Mein Problem :
habe schon einige flache Plattenresonatoren (ca.15cm) direkt an die Wand gebaut.Wollte nun den Bassbereich unter 100Hz bearbeiten.Habe bei MB-Akustik welche gesehen,die 45bzw.60cm tief sind und eine Fläche von 1x1m aufweisen.
Habe also zwei mit 60cm Tiefe gebaut.Ohne Dämmwolle drin,mit gewissen Verstärkungen für Rück-und Seitenwand.Vorne 3,6mm Hartfaserplatte.
Bei der Wiedergabe von Sinustönen zeigt sich eine Reaktion der "Membrane" bei 33-40Hz. Habe ich wohl etwas tief gegriffen.
Auf dem Nachhalldiagramm ist allerdings eine Verschlechterung bis 100Hz zu sehen.Das verstehe ich nun gar nicht.

1. gibt es Anhaltspunkte,wieviel solch eine Fläche überhaupt in Relation zum Gesamtvolumen des Raumes bewirken kann.MBAkustik zeigen ja eine Nachhallmessung,die deutliches bewirkt.
2.Wenn ich zur Hälfte vielleicht bedämpfe kann ich zwar die Bandbreite vergrößern,verringere aber den Wirkungsgrad.
3.Ist vielleicht die doch recht leichte Hartfaserplatte mit der Bautiefe überfordert und arbeitet in gewisser Weise kontraproduktiv ?
4.Ist die Entfernung zur Schallentstehungsquelle vielleicht auch ausschlaggebend ? ( Bringen die Teile in 6 Meter Entfernung einfach nichts mehr. - vielbesser sie erhöhen in meinem Fall ja sogar den Nachhall.

Hat jemand eine Idee ?

Gruß  prost
Peter
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« Antworten #1 am: Fr, 27. August 2010, 20:26 »

Hallo Peter,

Herzlich Willkomen hier!  prost

Ich vermute, dass die zwei m² deinen Raum ähhhh die Halle ziemlich kalt lassen  smile
Punkt 3 und 4 würde ich mal ausschließen.

Suche mal hier im Forum nach ÄAF, eine gute Erklärung findest du hier: http://www.casakustik.de/forum/index.php/topic,205.msg4340.html#msg4340

Gruß
Holger
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tcherbla
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« Antworten #2 am: Sa, 28. August 2010, 12:10 »

Hallo Holger,

lange nichts mehr voneinander gehört prost

Ja,ich befinde mich immer noch in meiner "Halle". 120m³ sind aber so viel nun auch nicht.Gut, hinter der dünnen Trennwand sind es auch nochmal 53m³.Im Bass muss ich die ja irgendwie auch noch hinzuzählen.
Ja ich denke auch,dass das Raumvolumen in die Effizienz mit einwirkt.Aber ich habe ein negatives Ergebnis und das irritiert micht.Die flacheren Plattenresos haben ja auch was gebracht.

Gruß prost
Peter
« Letzte Änderung: Di, 31. August 2010, 17:03 von tcherbla » Gespeichert
Ydope
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« Antworten #3 am: Mo, 30. August 2010, 12:17 »

Hi,

ich würde mich Holger anschließen und außerdem wundert mich der Verzicht auf Dämpfung in den Plattenresos. M.E. kann das dann nur sehr gering wirken. Hast du mit unbedämpften Exemplaren denn schon positive Erfahrungen gemacht?

Gruß
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HausL
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« Antworten #4 am: Mo, 30. August 2010, 23:45 »

Hallo Peter,

lange nichts mehr voneinander gehört prost

ja, leider. Vieleicht schaffst du es ja noch mal irgendwann nach Lünen oder ich ins Sauerland.  prost

Gruß
Holger
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tcherbla
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« Antworten #5 am: Di, 31. August 2010, 16:45 »

Hallo Ydope,

die ersten,die ich gebaut habe waren 15-17cm tief und hatten 6cm Mineralwolle im hinteren(Rückwand)-Bereich angeordnet.Diese sollten auch etwas breitbandiger arbeiten.Die Hoffnung lag da bei 80-300Hz.Tatsächlich waren es 10-15 % Reduzierung bei 150-250Hz. 5qm Membranfläche gesamt,aber nicht allzuweit von den LS entfernt  
Ich war davon ausgegangen,dass sich die Plattenresos wie Helmis verhalten = leeres Gehäuse - große,aber schmalbandige Wirkung.Mit Bedämpfung breitbandigere,aber geringere Wirkung.
Plattenresos durch die große Membranfläche aber von vornherein deutlich breitbandiger als Helmis,die man ja fast auf das Hertz einstellen kann. Soweit meine Theorie.
Meine Hoffnung lag bei den beiden 60cm tiefen Monster eine Reduzierung von 10-15 % bei 30-70Hz zu schaffen.
Weitere zwei mit 40cm Tiefe waren ja in Planung.
Nur jetzt,durch das Negativergebnis, kommt die Planung ins Stocken.
Zitat
außerdem wundert mich der Verzicht auf Dämpfung in den Plattenresos. M.E. kann das dann nur sehr gering wirken.
Das macht mir Hoffnung und ich schraub die Resos umgehend auf smile
Eine fühlbare Schwingung hatte ich nur bei 33-40Hz vernommen.Mag sich das mit Dämmung verändern ? Gibt`s dazu eigentlich Theorien ? Ist der Wirkungsbereich nur in diesem schmalen "fühlbaren" Bereich ? Oder wie ermittelt man die Wirkungsbereich des Plattenresos sonst ?
Das war jetzt eine Anhäufung von Fragezeichen.

Gruß prost
Peter
« Letzte Änderung: Di, 31. August 2010, 17:05 von tcherbla » Gespeichert
tcherbla
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« Antworten #6 am: Di, 31. August 2010, 17:00 »

Hallo Holger,

ja an einem Treffen wäre nichts auszusetzen.Ich dachte nur,dass Du als zwischenzeitlicher Doppelberufler keine Zeit mehr hast für einen entspannten Klön.
Vielleicht kannst Du mir sogar bald was verkaufen. Im Moment verfolge ich den allgemeinen Grundsatz,dass zunächst die baulichen Akustikmassnahmen erfolgreich beendet sein müssen - sprich Nachhall im Bass reduzieren - um dann die letzten Frequenzgangfeinheiten durch einen EQ oder Raumeinmessung zu perfektionieren.Ich glaub,Du hast da was im Programm.  

Gruß prost
Peter
« Letzte Änderung: Di, 31. August 2010, 17:06 von tcherbla » Gespeichert
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« Antworten #7 am: Di, 31. August 2010, 17:34 »

Hallo Peter,

Ich dachte nur,dass Du als zwischenzeitlicher Doppelberufler keine Zeit mehr hast für einen entspannten Klön.

so eingespannt bin ich nicht  zwinkern

Im Moment verfolge ich den allgemeinen Grundsatz,dass zunächst die baulichen Akustikmassnahmen erfolgreich beendet sein müssen - sprich Nachhall im Bass reduzieren....

Guter Ansatz. Um wirklich im Bassbereich viel zu bewirken könntest du über eine Kombination aus Kantenabsorbern und Verbundplattenresonatoren nachdenken. Leider ist deine Tür im Weg, da fällt eine Kante weg. Hattest du mal dein Setup um 180° gedreht? Dann haben die Lautsprecher die schallweiche Zwischenwand im Rücken...
Gibt es aktuelle Messungen?

Gruß
Holger
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Ydope
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« Antworten #8 am: Di, 31. August 2010, 19:15 »

Hi,

ich muss vorausschicken, dass ich mit Plattenresos wenig konkrete Erfahrung habe, das ist also alles nur angelesen.
Die Entfernung von den Lautsprechern sollte keine große Rolle spielen, wichtiger ist, ob der Standort eine Ecke/Kante oder nur ein flaches Wandstück ist, bei ersteren findest du die gewünschten Druckmaxima.

 
Ich war davon ausgegangen,dass sich die Plattenresos wie Helmis verhalten = leeres Gehäuse - große,aber schmalbandige Wirkung.Mit Bedämpfung breitbandigere,aber geringere Wirkung.
Plattenresos durch die große Membranfläche aber von vornherein deutlich breitbandiger als Helmis,die man ja fast auf das Hertz einstellen kann. Soweit meine Theorie.

Nach allem was ich weiß, ist die Dämmung im Absorber unverzichtbar; Sonst wirkt das Ganze nur wie eine Trommel, die zwar der Reflexion etwas Energie entzieht, weil die Platte anfängt mitzuschwingen, die dann aber munter weiter schwingt, was kontraproduktiv ist. Die Bauvorschläge, die ich von seriösen Quellen gesehen habe, sind daher immer voller fluffiger Dämmwolle, und zwar so voll, dass die Membran bei voller Auslenkung das Material aber trotzdem nicht berührt. Letztendlich muss die Bewegungsenergie ja in Wärme umgewandelt werden.


Eine fühlbare Schwingung hatte ich nur bei 33-40Hz vernommen.Mag sich das mit Dämmung verändern ? Gibt`s dazu eigentlich Theorien?

Soweit ich weiß ist die Resonanzfrequenz durch die Masse pro qm der Frontmembran und die Tiefe des Absorbers gegeben. Kann aber sein, dass die Tiefe virtuell erhöht wird durch Dämmmaterial. Bin ich überfragt.
Übrigens nicht vergessen, dass die Teile absolut luftdicht sein müssen.


Ist der Wirkungsbereich nur in diesem schmalen "fühlbaren" Bereich ?

Scheint mir logisch. In einem vorher/nacher Wasserfalldiagramm sollte man den Wirkungsbereich aber gut sehen können.

Generell würde ich erstmal mit Kantenabsorbern machen soviel wie geht (12 Kanten!) und dann die flachen Wandstücke mit Resonatoren pflastern. Beginnend mit der (eigentlichen) Rückwand gefolgt von der Frontwand und den anderen. Natürlich unter Aussparung der Reflexionspunkte, wo höhere Frequenzen absorbiert werden sollten.

Gruß
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tcherbla
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« Antworten #9 am: Do, 02. September 2010, 10:08 »

Hallo Ydope,

Zitat
Nach allem was ich weiß, ist die Dämmung im Absorber unverzichtbar; Sonst wirkt das Ganze nur wie eine Trommel, die zwar der Reflexion etwas Energie entzieht, weil die Platte anfängt mitzuschwingen, die dann aber munter weiter schwingt, was kontraproduktiv ist.
Die Erklärung erscheint mir auf alle Fälle schlüssig.Ich werde nächste Woche berichten,wenn ich die Dinger umgebaut habe.Nachhall messe ich zwar "nur" mit Carma,aber grobe Vergleichsresultate lassen sich damit auch ablesen.
Zitat
Letztendlich muss die Bewegungsenergie ja in Wärme umgewandelt werden.
Ich glaube,die Effizienz des Plattenresos beruht nicht auf dieser Theorie.Die Dämmung wird wohl eher gemacht,um den Widerstand der reinen Luft im Kasten zu verändern.Ist ja ein Masse-Feder-Konstrukt.
So weit wie ich das verstanden habe,wird die Bassenergie durch die gegenläufig auftretenden Schwingungen absorbiert.Die Dämmung könnte dafür sorgen,dass es eine größere Bandbreite erreicht.
Man mag mich verbessern,wenn ich falsch denke.

Die Kanten und auch Teilflächen habe ich bereits mit Absorbern bearbeitet.Vor ca. 3 Jahren hast Du mich schon zu diesem Thema im Hifi-Forum beraten.Ich habe allerdings eine gewisse Rückrüstung vorgenommen,da mir das Ergebnis im Hochtonbereich zu trocken war.

Gruß  prost
Peter  
« Letzte Änderung: Do, 02. September 2010, 10:10 von tcherbla » Gespeichert
moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #10 am: Do, 02. September 2010, 22:01 »

Schallabsorption führt immer zur Umwandlung in Wärme. Wenn die Schallwellen sich gegenseitig vernichten sollen, müssten die Absorber mehrere Meter tief sein. Richtig ist, dass ein Absorber mit Füllung breitbandiger wirkt.
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Freundliche Grüße
Jürgen
Ydope
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« Antworten #11 am: Fr, 03. September 2010, 15:17 »

Schallabsorption führt immer zur Umwandlung in Wärme.

Technisch gesehen kann Absorption auch durch Transmission erfolgen (offenes Fenster...).
Aber was Plattenresonatoren angeht sehe ich das genauso. Die Antischall-Theorie findet sich z.B. im Nubert Forum, aber ich sehe keinen Grund, wieso die Platte genau umgekehrt zur Anregung schwingen sollte.
Dagegen ist das Masse-Feder-System anschaulich nachzuvollziehen:

Die Luftschwingung regt die Masse der Platte bei der Resonanzfrequenz zum Mitschwingen an.
In der Variante ohne Dämpfung wird zwar anfangs Schallenergie in Bewegungsenergie der Platte umgewandelt, sobald sie aber voll schwingt nicht mehr.
Ist das Luftvolumen (entspr. Feder im MFS) dagegen bedämpft, so findet die Energieumwandlung konstant statt, solange das System angeregt wird: Schall -> Bewegung der Platte -> Bewegung der Luft im Kasten -> Wärme.


Gruß
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tcherbla
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« Antworten #12 am: Di, 07. September 2010, 12:36 »

Hallo,

habe den ersten Reso nun zu 90% mit Wolle gefüllt und gemessen.
Ergebnis : 3kg schwerer hammeraufkopf
Nein,nein,es hat sich was im Nachhall getan.Habe nun mit einem Absorber eine Reduzierung von 6-8 % im Bereich 20-50 Hz erzielt.Die Plattenschwingung ist immer noch im Bereich 33-40Hz zu spüren.Da hat sich nichts anderes ergeben.
Ich werde Probeweise nun den zweiten verbleibenden,60cm tiefen Absorber umbauen,sodaß ich zwei 30cm tiefe Bauteile erhalte.Ich hoffe,dass ich damit dann ein positives Ergebnis im Bereich 60-90Hz erzielen kann.Mit gesamt 2qm Fläche sollte sich da was ergeben.
60cm tiefe Resos sind doch ziemliche Trümmer.

Schon mal vielen Dank für Eure Hinweise.

Gruß prost
Peter
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