Raumhöhe vs. Modenfrequenz
  
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Di, 22. Mai 2012, 20:31
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Autor Thema: Raumhöhe vs. Modenfrequenz  (Gelesen 846 mal)
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loriot
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« am: Fr, 13. August 2010, 12:51 »

Servus liebe Casakustikler, wink

Ich habe meinen Keller durchgemessen und bin dabei auf folgendes Problem gestoßen:

   Die Frequenzgänge an unterschiedlichen Stellen des Raumes, sowie eine hörtechnische Überprüfung mithilfe des Frequenzgenerators (Programm: Room EQ) zeigen eine Raummode bei 82 Hertz (es geht erstmal nur um diese eine). Die Lautstärke der Frequenz ist auf halber Höhe des Raumes deutlich geringer als auf allen anderen Höhen-->Grundschwingung zwischen Boden und Decke

   Die Raumhöhe ist etwa 2,24 Meter, wenn man die abgehängte, ca. 7cm dicke „Lärmschutzdecke“ nicht mit berücksichtigt. Die Lärmschutzdecke besteht aus einer oder zwei Lagen Glasfaserwolle (ca. 5-6cm dick), die nach unten von Rigipsplatten begrenzt werden. Diese sind mit verschieden großen Löchern versehen (Max. Durchmesser ca.2cm)

   Nun kommt das Problem heul :

   Selbst wenn ich die Höhe bis zur abgehängte Decke als Raumhöhe nehme, geht die Rechnung mit der allseits bekannten Raummodenformel  f=c/2l nicht auf:

   (nach c aufgelöst): c = 2*2,17*82 m/s = 356 m/s

   Sogar mit einer Raumtemperatur von 30 Grad und einer Luftfeuchte von 100% kommt man nicht auf diesen Wert (Quelle: http://www.sengpielaudio.com/Rechner-luftdruck.htm). Deshalb wollte ich mal fragen, woran das liegen könnte und ob sich dieses Problem auch bei euch zeigt.

   Normalerweise würde ich mir um solche Kleinigkeiten keine Gedanken machen, aber da das Ganze für eine Facharbeit sein soll, sieht die Situation etwas anders aus. Zur Not muss ich halt auf dem Papier die Raumhöhe etwas korrigieren ;-) (nur Spass ätsch)

   Vielen Dank schonmal fürs Antworten! danke

   loriot
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moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #1 am: Fr, 13. August 2010, 12:56 »

Das kann auch eine diagonale Mode sein. Und bei der Raumakustik misst man fast nie die theoretischen Werte. Oder ist der Raum vollkommen leer?

Gib mal hier
http://www.lautsprechershop.de/tools/index.htm
bei Raummoden die Maße ein.
« Letzte Änderung: Fr, 13. August 2010, 13:01 von moby dick » Gespeichert

Freundliche Grüße
Jürgen
paschulke2
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« Antworten #2 am: Fr, 13. August 2010, 19:37 »

Deshalb wollte ich mal fragen, woran das liegen könnte

Für c=343 m/s ergibt sich eine effektive Raumhöhe von 2,09 m.

Die Formeln für stehende Wellen gehen von absolut schallharten Begrenzungsflächen aus, d.h. die Flächen werden vom Schall zu keinerlei Bewegung angeregt. Genau dann erfolgt bei der Reflexion ein Phasensprung von 180° und es gelten die üblichen Formeln für stehende Wellen. Schwingt die Fläche mit, so wird der Schall nicht mit 180° Phasenverschiebung reflektiert, sondern mit einer anderen Phasenverschiebung. Dementsprechend stellt sich die stehende Welle (die Raummode) bei einer anderen Frequenz ein. Die mitschwingende Fläche bewirkt so eine scheinbare Verlängerung oder Verkürzung der entsprechenden Raumdimension.  In der Nähe der Resonanzfrequenz der Fläche wird die Amplitude der Schwingungen der Fläche - und damit die Auswirkung auf die Frequenz der Raummode - besonders groß sein.

Weil Deine Rigipsplatten mitschwingen, kommt es bei Dir zu diesem Effekt.

Gruß

Thomas
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moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #3 am: Fr, 13. August 2010, 20:02 »

Super Erklärung, danke.
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Freundliche Grüße
Jürgen
Leif
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« Antworten #4 am: Fr, 13. August 2010, 20:05 »

Hallo!

Also, dass die Mode durch die Nachgiebigkeit der Grenzflächen tiefer liegen kann, als rein über die Geometrie errechnet, habe ich auch schon gelesen und auch gemessen. Das sie aber auch höher liegen könnte, habe ich bisher nicht gelesen und leuchtet mir physikalisch auch nicht ein.
Die Frage wäre auch noch, wie genau das Messprogramm die Frequenz ermittelt.
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Ydope
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« Antworten #5 am: Fr, 13. August 2010, 23:13 »

Die Frequenzgänge an unterschiedlichen Stellen des Raumes, sowie eine hörtechnische Überprüfung mithilfe des Frequenzgenerators (Programm: Room EQ) zeigen eine Raummode bei 82 Hertz (es geht erstmal nur um diese eine). Die Lautstärke der Frequenz ist auf halber Höhe des Raumes deutlich geringer als auf allen anderen Höhen-->Grundschwingung zwischen Boden und Decke

Hi,

an wievielen Orten hast du denn gemessen? Ich würde empfehlen, an drei verschiedenen Orten zu messen und die Wasserfalldiagramme anzusehen. Darin sollten alle existierenden Raummoden zu finden sein. Dann kannst du versuchen, die Moden den Raummaßen zuzuordnen. Leider sind die Frqeuenzen in der Praxis oft weit von der Berechnung weg.

Gruß
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paschulke2
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« Antworten #6 am: Sa, 14. August 2010, 10:51 »

Das sie aber auch höher liegen könnte, habe ich bisher nicht gelesen und leuchtet mir physikalisch auch nicht ein.

Das sehe ich - nachdem ich heute morgen nochmal drüber nachgedacht habe - auch so. Tatsächlich dürften sich über diesen Mechanismus nur scheinbare Verlängerungen erreichen lassen. Hier liegt allerdings eine Verkürzung vor. Asche über mein Haupt ...

Ich würde als nächstes tatsächlich mal danach sehen, ob die 82Hz genau stimmen. Das ginge am besten mit "statischer" Anregung, also einem Sinusgenerator, der auf maxmiale Amplitude der Resonanz abgestimmt wird.

An eine diagonale Mode glaube ich nicht, denn hier sollte im Zweifel auch eine längere Strecke als die Raumhöhe vorliegen.

Gruß

Thomas
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moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #7 am: Sa, 14. August 2010, 15:37 »

Super Erklärung, danke.

Ist gestrichen! biggrinsen

Wie sind denn die Raummaße und was ist im Raum?
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Jürgen
loriot
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« Antworten #8 am: Sa, 14. August 2010, 20:10 »

Also ich bedanke mich für die teilweise sehr konstruktiven Antworten danke

Zitat
Ich würde als nächstes tatsächlich mal danach sehen, ob die 82Hz genau stimmen. Das ginge am besten mit "statischer" Anregung, also einem Sinusgenerator, der auf maxmiale Amplitude der Resonanz abgestimmt wird.
Das habe ich schon probiert, allerdings habe ich den Schalldruck nicht quantitativ gemessen, sondern bin da nach Gehör gegangen; deshalb würde ich sagen eine Abweichung von etwa einem Hertz nach oben oder unten ist möglich. Ob Du das als genau bezeichnen würdest, weiß ich nicht  biggrinsen

Zitat
Wie sind denn die Raummaße und was ist im Raum?
Höhe bis Rigipsdecke: grösstenteils 2,17 m
Breite:                                       3,22 m
Länge:                                       6,12 m (allerdings vermutlich ähnliche Problematik wie bei der Decke, weil auf beiden Seiten jeweils 0,52 m bzw. 0,60 m Einbauschränke mit ca. 6 mm Holztüren über die komplette Breite sind)

Zitat
An eine diagonale Mode glaube ich nicht, denn hier sollte im Zweifel auch eine längere Strecke als die Raumhöhe vorliegen.
Zusätzlich ist deutlich der "Knoten" auf halber Raumhöhe zu hören, im Gegensatz zu den anderen Raumrichtungen. Außerdem passt die Frequenz von den Maßen her am besten zur Raumhöhe.

Zitat
an wievielen Orten hast du denn gemessen?
Ich habe auf verschiedenen Höhen, Breiten und Längen gemessen. Es sind recht viele Messungen geworden (um die 60  schreck ), weil ich in jeder Raumrichtung jeweils auf einem Viertel, einem Drittel und der Hälfte der jeweiligen "Länge" gemessen habe und das Ganze einmal mit (bis auf die Einbauschränke) leerem Raum und einmal mit jeweils einer Matratze hochkant in den Ecken

Bis Anfang September bin ich jetzt erstmal weg. Noch eine schöne Zeit wünscht Euch

loriot
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