Hochauflösende Audio-Formate wie Super Audio CD, DVD-A, der damit einhergehende Einsatz von Supertweetern, da stellt sich direkt die Frage: wie ist das mit der Wahrnehmung oberhalb von 20 kHz, lohnen sich diese Formate und der Einsatz von Supertweetern?
Ich hatte vor geraumer Zeit mal die Literatur zum Thema unter die Lupe genommen und eine Übersicht geschrieben. Diese ist hier eingestellt:
http://www.casakustik.de/down/Hypersonic_effect_+_Abb.%20DE.pdfAn dieser Stelle schon mal die wichtigsten Punkte:
1. Einige Versuchpersonen können Töne bis zu 28 kHz wahrnehmen, bei sehr hohen Schallpegeln.
2. Ultraschall bis zu 120 kHz kann mittels Leitung über die Schädelknochen wahrgenommen werden. Dafür ist eine Ultraschallquelle nötig, z.B. ein keramischer Vibrator, welcher direkt am Schädelknochen befestigt ist. Wie beim luftübertragenen Schall, wird auch beim knochengeleiteten Ultraschall der Audio-Kortex aktiviert.
3. In den psychoakustischen Experimenten zum Hören von Ultraschall nahmen insgesamt 69 Versuchspersonen teil. In einem Fall erzielte eine Person in einem ersten Experiment eine Trefferquote von 75%, konnte jedoch in einem Folgeexperiment keine statistisch signifikante Trefferquote erreichen.
In einem zweiten Fall erzielten zwei Personen bei einer Stimulusdauer von 90-120 Sekunden eine Trefferquote oberhalb von 70%, konnten jedoch bei einer Stimulusdauer von 20 Sekunden keine statistisch signifikante Quote erreichen.
4. Wenn Ultraschallanteile über einen einzelnen Supertweeter wiedergegeben werden, können Intermodulationsverzerrungen im hörbaren Bereich erzeugt werden.
5. Supertweeter können sehr stark bündeln, die genaue Ausrichtung der akustischen Achse des Treibers auf Kopf/Ohr/Auge ist also kritisch.
6. Bei den Untersuchungen zum hypersonischen Effekt wurde nur japanische Versuchspersonen eingesetzt sowie ausschliesslich Gamelan-Musik als Stimulus verwendet, welche einen deutlich höheren Ultraschallanteil aufweist als z.b. Klavier.
7. Bei den EEG-Messungen (Elektroenzephalogramm) wurde beobachtet, daß das alpha-EEG innerhalb der ersten 10-30 Sekunden allmählich zunahm, und nach Beendigung der Wiedergabe ca. 100 Sekunden anhielt. Als einer der Gründe wird die relative lange Verweilzeit der Neurotransmitter an den synaptischen Knoten angegeben.
8. Wird der Ultraschallanteil (Gamelan-Musik bzw. weisses Rauschen) alleine wiedergegeben, zeigt nur ein geringer Teil der Versuchspersonen deutlich erhöhte alpha-Aktivität im EEG.
9. Wird der Ultraschallanteil über Ohrhörer wiedergegeben oder werden bei Wiedergabe über Lautsprecher Körper und Kopf schallisoliert, ist keine erhöhte Aktivität im EEG zu beobachten. Eine Erklärung dafür könnten die Untersuchungen von Lenhardt liefern dahingehend, daß luftübertragener Ultraschall möglicherweise über das Auge und Hirnflüssigkeit zum Ohr geleitet wird.
Man kann aus den vorliegenden psychoakustischen Untersuchungen und der Messungen der Hirnaktivität wohl den Schluss ziehen, daß die Wahrnehmung luftübertragenen Ultraschalls weder bestätigt noch verneint werden kann.
Bei der Verwendung von (nachrüstbaren) Supertweetern muss man beachten, daß deren Übertragungsbereich üblicherweise schon bei 10-15 kHz beginnt, eventuell wahrnehmbare Effekte also sehr wahrscheinlich auf den hörbaren Teil des Übertragungsbereiches zurückzuführen sind (Pegelerhöhung, durch eventuelle Laufzeitunterschiede eventuell wahrnehmbare Kammfiltereffekte).
Man muss sich weiterhin fragen, ob die Anordnung eines Supertweeters unten (statt oben) Sinn macht:

Ein diesbezüglicher Emil an Dynaudio wartet auf Antwort.
Klaus