Willkommen
Gast
. Bitte
einloggen
oder
registrieren
.
Di, 07. Februar 2012, 04:50
Übersicht
Hilfe
Suchen
Einloggen
Registrieren
Light
Lighter
Normal
casakustik-forum
>
Die Sache mit dem Messen
>
Allgemein
> Thema:
Richtlinien für Nachhallmessungen
Seiten:
«
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
»
Nach unten
« vorheriges
nächstes »
Drucken
Autor
Thema: Richtlinien für Nachhallmessungen (Gelesen 9623 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Cpt. Baseballbatboy
Jr. Member
Offline
Beiträge: 54
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #120 am:
Mo, 27. Oktober 2008, 12:12 »
Moin,
Zitat von: Verrückter am Mo, 27. Oktober 2008, 11:55
Bist DU eigentlich wieder in Gelsenkirchen?
ja, wenn auch diesmal wirklich rein "privat", also ohne Vortrag wie letztes Jahr.
Zitat
Alleine schon um den Anblick der netten jungen Dame zu genießen, die nun seit einem Jahr recht genau weiß, was Du von Fostex hälst
Die Lokalität wollte ich auch eigentlich wieder besuchen
Cpt.
Edit: @markus:
ich habe mal wegen der Centerfrage eine Diskussion eröffnet:
http://www.casakustik.de/forum/index.php/topic,280.0.html
«
Letzte Änderung: Mo, 27. Oktober 2008, 14:20 von Cpt. Baseballbatboy
»
Gespeichert
Ydope
Team-Mitglied
Offline
Beiträge: 1133
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #121 am:
Mo, 27. Oktober 2008, 16:47 »
Hi,
Zitat von: Cpt. Baseballbatboy am Mo, 27. Oktober 2008, 11:48
Man kann die ganze Sache auch von der anderen Seite sehen: eine lange NHZ bedeutet, dass der Raum pro Zeiteinheit wenig Energie verliert. Energie pro Zeit ist Leistung. Das heißt, dass ein Lautsprecher in einem Frequenzband mit langer NHZ weniger Leistung abgeben muss, um einen bestimmten Schallpegel zu erreichen, als in einem Frequenzband mit kurzer NHZ. Weil er das aber nicht tut, sondern weitgehend frequenzneutral Leistung abgibt (naja, hier sollten Einsprüche folgen, die ich aber gepflegt ignoriere), steigt der Schallpegel in dem Frequenzband mit langer NHZ stärker an als in dem Band mit kurzer.
Cpt.
Prinzipiell kann ich die Argumentation schon nachvollziehen und es ist sehr intuitiv. Trotzdem ist es in der Praxis nicht so, dass ein langes modales Nachklingen bei einer bestimmten Frequenz automatisch einen höheren Pegel verursacht. Gerade Multi-Sub-Konfigurationen verwischen diesen Zusammenhang. Da gibt es teilweise extrem glatte Frequenzgänge, z.B. von 35-80 Hz und der Wasserfall deckt dann auf, dass die Nachklingzeiten innerhalb dieses Bereichs trotzdem gravierende Schwankungen erfahren.
Außerdem: Wenn ich mir Messungen eines Raumes ansehe, in den Bassabsorption eingebracht wurde, sehe ich nie den Durchschnittspegel sinken, sondern nur eine Glättung des Frequenzgangs obwohl man sich ja dem RAR annähert.
Gruß
Gespeichert
Dies ist keine Signatur
Verrückter
Redaktion
Offline
Beiträge: 2295
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #122 am:
Mo, 27. Oktober 2008, 19:34 »
Zitat von: Ydope am Mo, 27. Oktober 2008, 16:47
Hi,
Zitat von: Cpt. Baseballbatboy am Mo, 27. Oktober 2008, 11:48
Man kann die ganze Sache auch von der anderen Seite sehen: eine lange NHZ bedeutet, dass der Raum pro Zeiteinheit wenig Energie verliert. Energie pro Zeit ist Leistung. Das heißt, dass ein Lautsprecher in einem Frequenzband mit langer NHZ weniger Leistung abgeben muss, um einen bestimmten Schallpegel zu erreichen, als in einem Frequenzband mit kurzer NHZ. Weil er das aber nicht tut, sondern weitgehend frequenzneutral Leistung abgibt (naja, hier sollten Einsprüche folgen, die ich aber gepflegt ignoriere), steigt der Schallpegel in dem Frequenzband mit langer NHZ stärker an als in dem Band mit kurzer.
Cpt.
Prinzipiell kann ich die Argumentation schon nachvollziehen und es ist sehr intuitiv. Trotzdem ist es in der Praxis nicht so, dass ein langes modales Nachklingen bei einer bestimmten Frequenz automatisch einen höheren Pegel verursacht. Gerade Multi-Sub-Konfigurationen verwischen diesen Zusammenhang. Da gibt es teilweise extrem glatte Frequenzgänge, z.B. von 35-80 Hz und der Wasserfall deckt dann auf, dass die Nachklingzeiten innerhalb dieses Bereichs trotzdem gravierende Schwankungen erfahren.
Zeig uns doch mal entsprechende Messungen. Danke.
Zitat
Außerdem: Wenn ich mir Messungen eines Raumes ansehe, in den Bassabsorption eingebracht wurde, sehe ich nie den Durchschnittspegel sinken, sondern nur eine Glättung des Frequenzgangs obwohl man sich ja dem RAR annähert.
Gruß
Jetzt widersprichst Du Dich aber (gewaltig).
Gruß
Stefan
Gespeichert
Ydope
Team-Mitglied
Offline
Beiträge: 1133
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #123 am:
Mo, 27. Oktober 2008, 20:30 »
Zitat von: Verrückter am Mo, 27. Oktober 2008, 19:34
Zeig uns doch mal entsprechende Messungen. Danke.
Hallo? Zu dem Thema hast schon mindestens zweimal nachgehakt und ich habe dir Beispiele aus Markus' Messungen gezeigt. Wenn du selber suchst, wirst du bestimmt Diskussion und Messungen wiederfinden.
Das war nur ein Beispiel. Nachklingzeit und Pegel korrelieren nicht immer. Das kann man aus vielen WF ablesen.
Zitat
Zitat
Außerdem: Wenn ich mir Messungen eines Raumes ansehe, in den Bassabsorption eingebracht wurde, sehe ich nie den Durchschnittspegel sinken, sondern nur eine Glättung des Frequenzgangs obwohl man sich ja dem RAR annähert.
Jetzt widersprichst Du Dich aber (gewaltig).
Aha. Kannste du ja bei Gelegenheit mal begründen...
Gruß
PS: Ellenlange Zitate, bloß um dann 5 oder 6 Worte darunterzusetzen, vermindern die Lesbarkeit eines Threads.
«
Letzte Änderung: Mo, 27. Oktober 2008, 20:33 von Ydope
»
Gespeichert
Dies ist keine Signatur
Verrückter
Redaktion
Offline
Beiträge: 2295
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #124 am:
Mo, 27. Oktober 2008, 21:20 »
Zitat von: Ydope am Mo, 27. Oktober 2008, 20:30
Zitat von: Verrückter am Mo, 27. Oktober 2008, 19:34
Zeig uns doch mal entsprechende Messungen. Danke.
Hallo? Zu dem Thema hast schon mindestens zweimal nachgehakt und ich habe dir Beispiele aus Markus' Messungen gezeigt. Wenn du selber suchst, wirst du bestimmt Diskussion und Messungen wiederfinden.
Das war nur ein Beispiel. Nachklingzeit und Pegel korrelieren nicht immer. Das kann man aus vielen WF ablesen.
Wieso denn jetzt Nachklingzeit? Bringst Du nur Begriffe durcheinander oder meinst Du wirklich etwas anderes?
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass sich eine Mode als Frequenzüberhöhung darstellt. Darüber diskutierten wir bereits häufiger. Nun kam von dem Cpt. endlich mal eine fachliche Erklärung, die das untermauert. Aber als verständnisresistenter Mensch argumentiert man sicherlich immer weiter dagegen
Zitat
Zitat
Zitat
Außerdem: Wenn ich mir Messungen eines Raumes ansehe, in den Bassabsorption eingebracht wurde, sehe ich nie den Durchschnittspegel sinken, sondern nur eine Glättung des Frequenzgangs obwohl man sich ja dem RAR annähert.
Jetzt widersprichst Du Dich aber (gewaltig).
Aha. Kannste du ja bei Gelegenheit mal begründen...
Gruß
Nö, ich reihe mich mal bei Dir ein.
Zitat
PS: Ellenlange Zitate, bloß um dann 5 oder 6 Worte darunterzusetzen, vermindern die Lesbarkeit eines Threads.
Sprichst Du als Moderator oder als mein Papa oder als was? Wenn Du einen Thread nicht mehr gut lesen kannst, weil ich solche Zitate schreibe, lies meine Posts nicht mehr
Stefan
Gespeichert
markus
Hero Member
Offline
Beiträge: 1471
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #125 am:
Mo, 27. Oktober 2008, 22:51 »
Zitat von: Verrückter am Mo, 27. Oktober 2008, 21:20
Zitat von: Ydope am Mo, 27. Oktober 2008, 20:30
Zitat von: Verrückter am Mo, 27. Oktober 2008, 19:34
Zeig uns doch mal entsprechende Messungen. Danke.
Hallo? Zu dem Thema hast schon mindestens zweimal nachgehakt und ich habe dir Beispiele aus Markus' Messungen gezeigt. Wenn du selber suchst, wirst du bestimmt Diskussion und Messungen wiederfinden.
Das war nur ein Beispiel. Nachklingzeit und Pegel korrelieren nicht immer. Das kann man aus vielen WF ablesen.
Wieso denn jetzt Nachklingzeit? Bringst Du nur Begriffe durcheinander oder meinst Du wirklich etwas anderes?
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass sich eine Mode als Frequenzüberhöhung darstellt.
Nur mit Fensterung kann man den Nachhall aus dem Ergebnis 'raushalten. Nur braeuchte man dafuer einen sehr grossen Raum, damit die Welle sich wenigstens 1 Mal ungestoert ausbreiten koennte. Dann saehe man auch keine Mode im Frequenzgang.
Gespeichert
asb
Team
Offline
Beiträge: 1573
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #126 am:
Mo, 27. Oktober 2008, 23:52 »
Zitat von: Verrückter am Mo, 27. Oktober 2008, 21:20
Wieso denn jetzt Nachklingzeit? Bringst Du nur Begriffe durcheinander oder meinst Du wirklich etwas anderes?
Warst du es nicht, der das paper von Zha bezüglich der Thematik des "Nachhalls" im Bassbereich ins Rennen geworfen hat?
Dort wurde m.W. der Begriff Nachklingzeit als "richtigere" Bezeichnung für den Tieftonbereich angeführt.
Zitat von: Cpt. Baseballbatboy am Mo, 27. Oktober 2008, 11:48
Man kann die ganze Sache auch von der anderen Seite sehen: eine lange NHZ bedeutet, dass der Raum pro Zeiteinheit wenig Energie verliert. Energie pro Zeit ist Leistung. Das heißt, dass ein Lautsprecher in einem Frequenzband mit langer NHZ weniger Leistung abgeben muss, um einen bestimmten Schallpegel zu erreichen, als in einem Frequenzband mit kurzer NHZ. Weil er das aber nicht tut, sondern weitgehend frequenzneutral Leistung abgibt (naja, hier sollten Einsprüche folgen, die ich aber gepflegt ignoriere), steigt der Schallpegel in dem Frequenzband mit langer NHZ stärker an als in dem Band mit kurzer.
Ist nicht das eigentliche Problem, dass es die Raumresonanzen als Energieträger unmöglich machen, die Fähigkeit eines Raumes zu bestimmen, Energie "abzubauen"?
Egal wie oft man an verschiedenen Stellen misst, es bleibt an jeder Stelle eine Momentaufnahme eines modengeprägten Schallfeldes.
Könnte man die Raumresonanzen aus der Berechnung auschliessen, hätte man m.E. einen wesentlich realistischen Blick auf die Nachhallzeit.
Da Raummoden meist eine hohe Güte aufweisen, sollten noch genügend Frequenzbereiche "übrig" bleiben, um einer Berechnung ausreichend Informationen zu Grunde zu legen.
Nur mal so lose in den Raum gegrübelt...
Und was die "Leistungsanpassung" eines LS an den Raum angeht....
Mit minimalphasigen Equalizern geht man irgendwann wieder Kompromisse ein (Gruppenlaufzeiten, Phase).
Leider bin ich noch nicht in den Genuss gekommen, mal ein linearphasiges Sytem auszuprobieren.
Laufzeiten gibt es aber wohl immer. Im Zusammenspiel mit einem Bild (Heimkino, TV etc) dann auch irgendwann nicht mehr zu vernachlässigen.
Aber einfach ist langweilig, oder so...
Grüsse, Andy
Gespeichert
Cpt. Baseballbatboy
Jr. Member
Offline
Beiträge: 54
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #127 am:
Di, 28. Oktober 2008, 00:27 »
Moin,
Zitat von: asb am Mo, 27. Oktober 2008, 23:52
Ist nicht das eigentliche Problem, dass es die Raumresonanzen als Energieträger unmöglich machen, die Fähigkeit eines Raumes zu bestimmen, Energie "abzubauen"?
ich verstehe nicht ganz, was Du meinst. Wenn man die Nachhallzeit berechnet, dann stecken da natürlich auch die Moden drin. Und die Moden werden genau wie alles andere auch von den Absorbern beeinflusst.
Zitat
Könnte man die Raumresonanzen aus der Berechnung auschliessen, hätte man m.E. einen wesentlich realistischen Blick auf die Nachhallzeit.
Richtig. Zur Visualisirung im Frequenzgang müsste man dazu eine Ausgleichskurve durch alle Peaks und Dips legen. Dann hat man ungefähr einen modenbereinigten Frequenzgang. Mit dem kann man dann weiterarbeiten. Mit Glättung über eine ganze Oktave kommt man schon ungefähr dahin.
Zitat
Leider bin ich noch nicht in den Genuss gekommen, mal ein linearphasiges Sytem auszuprobieren.
Ignorieren ist die beste Lösung. Dann lieber das tun, worum es in diesem Forum geht, nämlich die Raumakustik optimieren. Bringt mehr.
@Ydope:
Mathematik und Praxis sind zwei Paar Schuhe
Im Ernst: man müsste das wirklich mal messen und dokumentieren. Die Mühe macht sich aber kaum jemand, ich auch nicht, weil ich es weiß.
Und zu den Absorbern: diese reduzieren sowohl Peaks als auch Dips. Jetzt rufe Dir nochmal ins Gedächtnis, wie die Nachhallzeit berechnet wird. Abnahme der Energie in einem Frequenzband. Das heißt, in den Bereichen der Dips wird die NHZ "länger", in denen der Peaks "kürzer". Gibt im Mittel wieder das gleiche (fast das gleiche, natürlich geht es ein wenig runter, aber weniger, als man erwartet).
Cpt.
Gespeichert
Verrückter
Redaktion
Offline
Beiträge: 2295
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #128 am:
Di, 28. Oktober 2008, 08:27 »
Zitat von: asb am Mo, 27. Oktober 2008, 23:52
Zitat von: Verrückter am Mo, 27. Oktober 2008, 21:20
Wieso denn jetzt Nachklingzeit? Bringst Du nur Begriffe durcheinander oder meinst Du wirklich etwas anderes?
Warst du es nicht, der das paper von Zha bezüglich der Thematik des "Nachhalls" im Bassbereich ins Rennen geworfen hat?
Dort wurde m.W. der Begriff Nachklingzeit als "richtigere" Bezeichnung für den Tieftonbereich angeführt.
Ja, selbstverständlich! Genau deshalb fragte ich Julius ja, denn es sind doch zwei verschiedene Dinge. Da es hier um die NHZ geht, gehört der Begriff Nachklingzeit hier nicht her. Es sei denn, man will ihn wirklich verwenden um etwas zu vergleichen oder so. Und da es bei Julius seinen Ausführungen (für mich) nicht so deutlich war, fragte ich nach. Ist das nicht in Ordnung?
Stefan
Gespeichert
Ydope
Team-Mitglied
Offline
Beiträge: 1133
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #129 am:
Di, 28. Oktober 2008, 14:00 »
Zitat von: Cpt. Baseballbatboy am Di, 28. Oktober 2008, 00:27
Und zu den Absorbern: diese reduzieren sowohl Peaks als auch Dips. Jetzt rufe Dir nochmal ins Gedächtnis, wie die Nachhallzeit berechnet wird. Abnahme der Energie in einem Frequenzband. Das heißt, in den Bereichen der Dips wird die NHZ "länger", in denen der Peaks "kürzer". Gibt im Mittel wieder das gleiche (fast das gleiche, natürlich geht es ein wenig runter, aber weniger, als man erwartet).
Entschuldige falls ich schwer von Begriff bin, aber ich verstehe nicht, was du damit sagen willst. Dass Absorption die Nachklingzeiten kaum verkürzt?
Es ist doch einfach:
Falls im RAR lineare LS im normalen Raum einen zu lauten durchschnittlichen Basspegel (DBP) haben, sollte Absorption in einem normalen Raum den DBP merklich mindern. Sonst können die Annahmen so nicht stimmen.
@ Verrückter: Ich schreibe hier lieber von Nachklingzeiten als von Nachhallzeiten, damit sich niemand verpflichtet fühlt, mir zu erklären, dass es in einem kleinen Raum keine "Nachhallzeit" nach Definition gibt. Ich meine damit aber letztendlich dasselbe wie der Cpt. nur dass ich die Betrachtung auch auf engere Frequenzbereiche als 1 Terz "gestatte". Dieser Bezeichnung bin ich nicht erst seit dem Beitrag auf den du geantwortet hast, gefolgt.
Gespeichert
Dies ist keine Signatur
Cpt. Baseballbatboy
Jr. Member
Offline
Beiträge: 54
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #130 am:
Di, 28. Oktober 2008, 16:01 »
Moin,
Zitat von: Ydope am Di, 28. Oktober 2008, 14:00
Entschuldige falls ich schwer von Begriff bin, aber ich verstehe nicht, was du damit sagen willst. Dass Absorption die Nachklingzeiten kaum verkürzt?
ich habe mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt. Wenn man den Frequenzgang über ein sehr breites Frequenzband glättet, um einen mittleren Frequenzgang zu erhalten, mit dem sich einigermaßen gut weiterarbeiten lässt, dann wird sich durch Absorber an diesem geglätteten Frequenzgang nicht viel ändern, weil die Peaks leiser und die Dips lauter werden (und die Ausklingzeiten derselben sich gleichfalss verändern).
Ich versuche, das mal bildlich zu erläutern. Beschränken wir uns auf den eindimensionalen Fall, dann wird das einfacher.
Ein eindimensionaler Wellenleiter ist z. B. eine TML, wenn deren Querschnittsmaße sehr viel kleiner als die betrachtete Wellenlänge sind. Unsere gedachte TML ist aber nicht offen, wie im Boxenbau, sondern hinten geschlossen, wie ein Raum. Am einen Ende - dort befindet sich unsere Schallquelle - startet nun eine Sinuswelle, deren Wellenlänge ganz rein zufällig doppelt so lang wie unsere TML ist. Es ist klar, ich will auf eine Raummode hinaus. Die Schallquelle gibt kontinuierlich diesen Sinuston ab. Der erste Wellenzug wird am geschlossenen Ende reflektiert, läuft zurück, und trifft genau in dem Moment wieder auf die Schallquelle, wenn diese die gleiche, auf 2*Pi normierte Phasenlage hat. Das heißt, die Schallquelle hat vor sich den
gleichen
Schalldruck, den sie selber erzeugen will (oder soll). Das bedeutet wiederum, dass die Schallquelle ein Minimum an Leistung aufbringen muss (nämlich gar keine), um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Das nennt man Leistungsanpassung.
Jetzt schalten wir die Schallquelle um, damit sie einen Sinuston abstrahlt, dessen Wellenlänge viermal so lang wie unsere TML ist. Ähnlicher Vorgang, Reflexion, etc. Mit dem einzigen Unterschied, dass die Schallquelle plötzlich das negative Gegenstück von sich selber vor sich hat. Also perfekte Auslöschung. Die Schallquelle kann soviel arbeiten wie sie will, es kommt nichts dabei heraus. Das ist die ultimative Fehlanpassung.
Nun kommt in die TML ein wenig Dämpfungsmaterial. Im Raum wäre das ein Absorber. Der sorgt dafür, dass die Welle auf ihrem Weg durch die TML ein wenig Energie verliert. Wenn sie an der Schallquelle wieder eintrifft, dann hat sie etwas von ihrem Druck verloren. Im Fall der doppelten Wellenlänge heißt das, dass die Schallquelle doch ein wenig arbeiten muss, damit der gewünschte Schalldruck erzielt wird. Bei der vierfachen Wellenlänge dagegen wird doch nun tatsächlich etwas Leistung an die TML abgegeben, weil die Auslöschung nicht mehr total ist.
Du siehst, der Frequenzgang wird insgesamt glatter, aber der Mittelwert bleibt gleich.
Man müsste sich aber noch den Raum mal völlig modenfrei vorstellen. Dann wäre nur noch die Nachhallzeit des reinen Diffusschalls dar, und die wird natürlich durch den Absorber verringert. Das ist aber nur ein kleiner Teil, die Moden machen da viel mehr aus, vor allem optisch. Bei uns auf Arbeit haben wir einen Hörraum, der ist praktisch modenfrei. Das ist schon sehr interessant. Die unterste, wirklich feststellbare Mode liegt irgendwo bei 35 Hz. Alle anderen werden perfekt weggedämpft. Die Nachhallzeit im Bass liegt beim 100 Hz-Band um 450 ms herum. Im Hochtonbereich geht sie bis auf ~ 250 ms runter. Ist ein wirklich angenehmes Hören dort.
Cpt.
--
Edit Ydope: Zitat formatiert
«
Letzte Änderung: Di, 28. Oktober 2008, 20:18 von Ydope
»
Gespeichert
asb
Team
Offline
Beiträge: 1573
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #131 am:
Di, 28. Oktober 2008, 20:06 »
Hallo,
Zitat von: Cpt. Baseballbatboy am Di, 28. Oktober 2008, 00:27
Zitat von: asb am Mo, 27. Oktober 2008, 23:52
Ist nicht das eigentliche Problem, dass es die Raumresonanzen als Energieträger unmöglich machen, die Fähigkeit eines Raumes zu bestimmen, Energie "abzubauen"?
ich verstehe nicht ganz, was Du meinst. Wenn man die Nachhallzeit berechnet, dann stecken da natürlich auch die Moden drin. Und die Moden werden genau wie alles andere auch von den Absorbern beeinflusst.
ich weiß...tu mich ab und an schwer mit der Artikulation meines geistigen Wirrwarrs.
Ich versuche es nochmal
Der häufigste Grund für eine Nachhallmessung dürfte der Wunsch nach einer Verbesserung/Optimierung sein.
Die Maßnahmen für eine Optimierung richten sich dann zumeist nach den Messergebnissen. Hier die (oktav/terz-gemittelte) Nachhallzeit"kurve".
Maßnahmen können breit- sowie schmalbandiger Natur sein. Breitbandige Absorber haben den "Nachteil", dass sie das Verhältnis (der Abklingzeiten) von Resonanzfrequenzen zu Frequenzbereichen in denen keine Raumresonanzen auftreten, m.E. nicht verändern.
Für mein Verständnis gilt es also herauszufinden, welchen Anteil eventuelle Raummoden in dem betrachteten Frequenzbereich an der berechneten Nachklingzeit (ich bleibe jetzt mal bei dem Begriff...da wir uns ja mitten im Bassbereich befinden) haben.
Unter Umständen würde es ja schon reichen, wenn man die Raummoden schmalbandig angeht, um den Zielwert zu erreichen und nicht evtl. sogar über das Ziel hinaus zu schiessen. Es gibt ja Räume, die durch ihren Wand/Decken/Bodenaufbau eine hinreichend niedrige Nachklingzeit aufweisen (Leichtbauweise zB).
Verstehst du nun, worauf ich hinaus will?
@ Stefan
Zitat von: Verrückter am Di, 28. Oktober 2008, 08:27
.....Und da es bei Julius seinen Ausführungen (für mich) nicht so deutlich war, fragte ich nach. Ist das nicht in Ordnung?
Natürlich ist das in Ordnung...habe ich ja auch nur gemacht
Grüsse, Andy
Gespeichert
Ydope
Team-Mitglied
Offline
Beiträge: 1133
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #132 am:
Di, 28. Oktober 2008, 20:37 »
Cpt.,
mir ist leider immer noch unklar, worauf du hinaus willst. Das Beispiel mit der Röhre kann ich nachvollziehen und widerspricht auch meiner Sichtweise nicht. Dass der Mittelwert bei Absorption gleich bleibt, war ja genau mein Punkt. Lass mich aber noch präzisieren, dass dein Beispiel von einfachen stehenden Wellen sprichst, die nach einer einzelnen Reflexion entstehen. Damit eine Mode/Resonanz entstehen kann, benötigt man aber mehr als eine (1) Reflexion.
Der Raum, den du beschreibst klingt interessant und ich glaube dir, dass sich da gut Musik hören lässt. Aber wie definierst du "feststellbare Mode"? Für mich ist das eine Frequenz, die signifikant länger nachklingt als ihre direkten Nachbarn.
Cpt. und Andy,
was meint ihr mit "modenfrei"? Man sehe sich einen Wasserfall eines Raumes mit minimaler Bass-Dämpfung an
http://www.casakustik.de/forum/index.php/topic,169.msg2924.html#msg2924
Bei nicht-modalen Frequenzen gibt es nur lächerlich wenig Nachklingen. Siehe hier z.B. 70 Hz. Im Bass besteht fast der ganze Nachhall aus modalem Nachklingen. Was spielen die nicht-modalen Frequenzen dann überhaupt für eine Rolle? M.E. sogut wie keine.
Gruß
Gespeichert
Dies ist keine Signatur
asb
Team
Offline
Beiträge: 1573
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #133 am:
Di, 28. Oktober 2008, 21:08 »
Salut Julius,
Zitat
Bei nicht-modalen Frequenzen gibt es nur lächerlich wenig Nachklingen.
Eben....
Das Beispiel ist aber ein wenig drastisch, da Betonbunker mit, im Bassbereich, gegen null gehender Absorption.
Aber im Grunde, worauf ich hinaus wollte....welchen Anteil hat modales Nachklingen an der allgemeinen "Nachklingsituation" (schönes Wort)?
Mal ein anderes Beispiel: Der Raum von Holger (nach vorläufiger Beendigung der Maßnahmen)
Hier bleiben zwei Frequenzbereiche, die in Pegel und Zeit extrem hervorstechen und die NHZ (nach Norm) beeinflussen.
Der Rest dürfte im Rahmen liegen.
Das soll jetzt keine Disskusion "schmalbandige vs breitbandige Dämpfung" werden, zeigt m.E. nur gut auf, dass die Güte der Beeinflussung modalen Nachklingens auf das allgemeine Nachklingen ziemlich individuell ist.
Grüsse, Andy
Gespeichert
Cpt. Baseballbatboy
Jr. Member
Offline
Beiträge: 54
Re: Richtlinien für Nachhallmessungen
«
Antworten #134 am:
Di, 28. Oktober 2008, 23:27 »
Moin,
Zitat von: asb am Di, 28. Oktober 2008, 20:06
Maßnahmen können breit- sowie schmalbandiger Natur sein. Breitbandige Absorber haben den "Nachteil", dass sie das Verhältnis (der Abklingzeiten) von Resonanzfrequenzen zu Frequenzbereichen in denen keine Raumresonanzen auftreten, m.E. nicht verändern.
nein, siehe mein Beispiel aus der Antwort aus Ydope.
Zitat
Für mein Verständnis gilt es also herauszufinden, welchen Anteil eventuelle Raummoden in dem betrachteten Frequenzbereich an der berechneten Nachklingzeit (ich bleibe jetzt mal bei dem Begriff...da wir uns ja mitten im Bassbereich befinden) haben.
Nennen wir ihn mal dominierend. Die Nachhallzeit in einem Frequenzband ist direkt verknüpft mit dem Abbau von Energie in diesem Frequenzband. Wenn da also etwas existiert, dass lange Energie speichert (z. B. ein Hohlraumresonator, nichts anderes ist ein Raum), dann ist das gleichbedeutend mit einer langen Nachhallzeit. Deswegen:
Zitat
Unter Umständen würde es ja schon reichen, wenn man die Raummoden schmalbandig angeht, um den Zielwert zu erreichen und nicht evtl. sogar über das Ziel hinaus zu schiessen. Es gibt ja Räume, die durch ihren Wand/Decken/Bodenaufbau eine hinreichend niedrige Nachklingzeit aufweisen (Leichtbauweise zB).
klares "Ja". Es kann reichen.
Zitat von: Ydope am Di, 28. Oktober 2008, 20:37
Lass mich aber noch präzisieren, dass dein Beispiel von einfachen stehenden Wellen sprichst, die nach einer einzelnen Reflexion entstehen. Damit eine Mode/Resonanz entstehen kann, benötigt man aber mehr als eine (1) Reflexion.
Sind doch mehr als eine. Die zuerst abgestrahlte Welle wird von der Schallquelle wieder reflektiert. Würde aber auch funktionieren, wenn die Schallquelle nur einen einzigen Wellenzug abstrahlen und dann stillstehen würde. Dann müsste ich aber erklären, warum eine Mode länger nachschwingt als der Rest, und das ist, finde ich jedenfalls, schwer verständlich. Da ist die Geschichte mit der Membran, die weniger Arbeit verrichten muss, um den Schallpegel zu halten, doch anschaulicher (und physikalisch ebenso richtig).
Zitat
Der Raum, den du beschreibst klingt interessant und ich glaube dir, dass sich da gut Musik hören lässt. Aber wie definierst du "feststellbare Mode"? Für mich ist das eine Frequenz, die signifikant länger nachklingt als ihre direkten Nachbarn.
Ja. Bis runter zu 35 Hz ist da nichts, was man als Mode bezeichnen könnte. Ein paar Unregelmäßigkeiten, aber die kann man ignorieren.
Zitat
was meint ihr mit "modenfrei"?
Ein Raum ohne Raummoden. Der hat auch bei sehr tiefen Frequenzen eine gar nicht so hohe Nachhallzeit. Aber halt doch meistens bedeutend höher als im Mittel- und Hochtonbereich. Liegt einfach an den Absorptionsfähigkeiten der eingesetzten Materialien.
Cpt.
«
Letzte Änderung: Di, 28. Oktober 2008, 23:34 von Cpt. Baseballbatboy
»
Gespeichert
Seiten:
«
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
»
Nach oben
Drucken
casakustik-forum
>
Die Sache mit dem Messen
>
Allgemein
> Thema:
Richtlinien für Nachhallmessungen
« vorheriges
nächstes »
Gehe zu:
Bitte wählen Sie ein Ziel:
-----------------------------
Über das Forum
-----------------------------
=> Ankündigungen
===> Worum geht`s?
===> Forenregeln
===> Impressum
===> Ankündigungen
-----------------------------
Einleitung, Definitionen und Begriffe
-----------------------------
=> Einleitung, Definitionen und Begriffe
-----------------------------
Raum & Co
-----------------------------
=> Raumbeschaffenheit, Lautsprecheraufstellung, Hörplatzpositionierung
-----------------------------
passive Absorber
-----------------------------
=> poröse Absorber
=> Resonatoren
===> Plattenresonatoren
===> Verbundplattenresonatoren
===> Helmholtzresonatoren
-----------------------------
Bass-Systeme
-----------------------------
=> SBA/DBA/Multisub-Systeme
=> Bass-Systeme mit Richtcharakteristik
-----------------------------
Diffusoren
-----------------------------
=> Diffusoren
-----------------------------
Die Sache mit dem Messen
-----------------------------
=> Allgemein
===> Diagrammauswertungen
=> Hardware
=> Software
-----------------------------
Equalizer/Raumkorrektursysteme
-----------------------------
=> Equalizer
===> Hardware
===> Software
-----------------------------
Allgemeines
-----------------------------
=> Psychoakustik
=> Wiedergabegeräte
-----------------------------
Userprojekte
-----------------------------
=> Projektvorstellungen
Lade...