Warum Kantenabsorber in die Ecken gehören.
  
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Di, 22. Mai 2012, 20:24
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Autor Thema: Warum Kantenabsorber in die Ecken gehören.  (Gelesen 1536 mal)
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Barnie
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« am: Mi, 10. Oktober 2007, 09:42 »

Hi!  wink

Ich habe mich schon immer gefragt warum überall empfohlen wird, Kantenabsorber in die Raumecken zu stellen wo doch poröse Absorber die beste Wirkung im Schnellemaximum also bei 1/4 Lambda vor der Wand haben sollten. Diesbezüglich hab ich auch schon einige Hersteller kontaktiert und keiner konnte/wollte mir eine konkrete Antwort darauf geben. Irgendwann gab ich mich mit der Antwort zufrieden, dass diese Aufstellung schlicht und einfach aus praktischen- bzw. Platzgründen empfohlen wird. Was mir aber keine Ruhe liess, war das Gefühl, dass einige von den kontaktierten Herstellern meiner Frage bewusst auswichen. Einer meinte sogar, dass dies zum "Betriebs- bzw. Produktegeheimnis" gehöre...  grübel

Ich glaube ich weiss jetzt warum das so ist! Ich glaube der Grund ist die Schallbeugung! Wenn der Kantenabsorber mit der Wand abschliesst, kann sich der Schall nicht drum herum beugen und wird damit sozusagen gezwungen durch das Ding zwei mal durchzugehen, einmal hin und einmal von der Wand reflektiert wieder zurück. Das denke ich.  zustimm

Wollte ich euch nur mal sagen... 

 prost
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Ydope
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« Antworten #1 am: Mi, 10. Oktober 2007, 15:06 »

Ahoi,

mit Schallbeugung hat das nicht viel zu tun, kurz gesagt geht es bei Schallbeugung nicht darum, dass sich der Schall um ein Hindernis beugt, dass er sonst getroffen hätte, sondern es geht darum, dass derjenige Schall, der sowieso am Hindernis vorbeigegangen wäre, hinter dem Hindernis sich wieder in alle Richtungen ausbreitet und somit auch Stellen erreicht, die eingentlich verdeckt sind. Das passiert stärker bei tiefen Frequenzen als bei hohen.
Leider kann ichs nicht viel besser erklären, ich errinnere mich auch an einen Thread im HiFi Forum, wo mein Diskussionspartner nicht von der Vorstellung abzubringen war, dass der Schall wie die Strömung einer Flüssigkeit um sein Sofa herumfließen würde. http://www.hifi-forum.de/viewthread-72-1471.html

Direkt an einer Wand hat der Schall ja immer ein Druckmaximum, d.h. wenn mehrere Begrenzungen zusammentreffen, hat man dort noch höheren Druck, da eben mehrere reflektierende Flächen da sind. Wenn man nun ein Stück davon weg geht, und dort ist, wo sich das Material eines Kantenabsorbers befindet, so ist man an einem Ort, wo zwar die tiefsten Frequenzen noch nicht ihr Schnellemaximum erreicht haben, aber doch zumindest nicht mehr ganz langsam unterwegs sind. Es geht also nicht sehr darum wirklich ins Schnellemaximum einer einzelnen Freuqnz zu kommen, sondern dorthin die meisten Frequenzen zumindest eine gewissen Schnelle haben. Das ist das räumliche Gebiet vor den Ecken/Kanten.

Gruß  prost
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asb
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« Antworten #2 am: Mi, 10. Oktober 2007, 15:23 »

Hi Barnie,


gute Frage  smile


Bei Helmholtzresonatoren ist es jedenfalls so, dass man in Ecken die höchste äquivalente Schallabsorptionsfläche erreicht. Woran das im Einzelnen liegt...muss mal schauen, obs da nicht was zu lesen gibt zwinkern

Aber die Erläuterung von Julius klingt schon gut  zustimm

Das sich die Vertriebe/Hersteller da nicht zu geäussert haben, lässt unheimliche Mutmaßungen zu  cool



Grüsse Andy
« Letzte Änderung: Mi, 10. Oktober 2007, 15:25 von asb » Gespeichert
Ydope
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« Antworten #3 am: Mi, 10. Oktober 2007, 15:30 »

Bei Helmholtzresonatoren ist es jedenfalls so, dass man in Ecken die höchste äquivalente Schallabsorptionsfläche erreicht. Woran das im Einzelnen liegt...muss mal schauen, obs da nicht was zu lesen gibt zwinkern

Na, bei HH-ern ist es doch noch klarer, da in den Ecken die Druckmaxima liegen und HHer eben über den Druck funktionieren.

Das sich die Vertriebe/Hersteller da nicht zu geäussert haben, lässt unheimliche Mutmaßungen zu  cool

Um Hersteller, die Schaum als Bassfallen verkaufen, sollte man sowieso einen großen Bogen machen. Entweder sie wissen nicht was sie tun, oder sie wollen Leute abzocken.
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Barnie
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« Antworten #4 am: Mi, 10. Oktober 2007, 16:15 »

Ich dachte, wenn ich einen Kantenabsorber freistehend in den Raum stellen würde, würde sich der Bass drumherum beugen, so wie Wasser es eben tun würde, und Bassenergie würde weniger absorbiert werden als wenn er in der Ecke (abschliessend mit den Seitenwänden) stehen würde...  grübel
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asb
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« Antworten #5 am: Mi, 10. Oktober 2007, 18:53 »

Der Beugungseffekt um poröse Materialien würde mich auch interessieren.  zustimm

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Barnie
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« Antworten #6 am: Do, 11. Oktober 2007, 08:39 »

Im allabout haben Roland und Klaus meiner "Theorie" zugestimmt...  rolleyes


(Ich weiss, eigentlich unnötig so einen Thread dort UND hier aufzuschalten, aber ich hatte das Forum hier schlicht und einfach vergessen... traurig Liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Benachrichtigung bei mir nicht funktioniert und ich deshalb selten an dieses Forum erinnert werde...  heul)
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moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #7 am: Mo, 28. Januar 2008, 18:25 »

Weil in den Ecken die Resos am lautesten sind. Hier müssen sie bekämpft werden.



Interessant, dass 4 Polster in der linken Raumecke hinter dem LS mehr bewirken als je 2 links und rechts. Allerdings endet die Seitenwand rechts nach 0,8 m.
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Jürgen
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« Antworten #8 am: Mo, 28. Januar 2008, 19:00 »

Naja, so einfach ist das leider nicht, denn normalerweise wirken poröse Absorber am besten in der Schallschnelle. Und die hat man in der Ecke nicht wirklich, eher 1/4Lambda davor...
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moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #9 am: Mo, 28. Januar 2008, 20:04 »

Das habe ich probiert. Ergebnis: es verstärkt die Resonanz!
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Jürgen
asb
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« Antworten #10 am: Di, 12. Februar 2008, 15:27 »

Hallo,


habe mal ein bischen mit den Schlitzabsorbern, die ich nun eigentlich nicht mehr brauche, herumprobiert und sie mal in die Ecken hinter den LS gestellt (beidseitig).



Interessanterweise gibt es dabei auch noch weit unter 100 Hz messbare Effekte.

Ausgangsposition




mit "Eckabsorber"




Die Hypotenuse ist in dem Fall 95 cm lang. Die Dicke des Absorbers beträgt 20 cm (mit zwei verschiedenen Glaswollematerialien gefüllt), Höhe 120 cm.


Grüsse Andy
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Barnie
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« Antworten #11 am: Di, 12. Februar 2008, 16:23 »

Hatte letztens auch meine Dämmwollpakete im Zimmer herumgeschoben und gemessen, und dabei ähnliches festgestellt wie du - Wirkung bis tief unter 50Hz!
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Ydope
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« Antworten #12 am: Di, 12. Februar 2008, 19:39 »

habe mal ein bischen mit den Schlitzabsorbern, die ich nun eigentlich nicht mehr brauche, herumprobiert und sie mal in die Ecken hinter den LS gestellt (beidseitig).

Diese beiden Ecken sind bestimmt der insgesamt beste Ort im diesem Raum für jegliche Art von Bassabsorption.
Ein Teil der Wirkung wird nun die Wolle sein, ein anderer das Holz und eine weiterere kleine die HH-Wirkung, die die geschlossenen Kästen haben. Aber es ist schwer zu sagen, welche Verbesserung nun an was liegt.
Insgesamt fällt auf, dass bei Dir oberhalb von 100 Hz noch einiges an Verbesserungspotiential besteht. Die einzelnen Frequenzen stechen da noch deutlich heraus. Mit Breitbandabsorbern in diesen beiden Ecken und ggf. in der Kante rechts hinten wär sicher noch gut was zu holen.
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