Stereo im Dachausbau
  
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Di, 22. Mai 2012, 20:06
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Autor Thema: Stereo im Dachausbau  (Gelesen 3941 mal)
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terrine
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« Antworten #60 am: Mi, 24. November 2010, 16:02 »

Naja...in 99% der Fälle sind Subwoofer falsch in ein bestehendes Setup integriert. Was eigentlich IMMER ausser acht gelassen wird ist das das Delay, welches bei einer Satelitenkonfiguration unbedingt gesetzt werden sollte!

Hier ein kleines Beispiel von mir zu Hause, auch wenn es noch nicht voll ausgereift ist  zwinkern
Es ist eine Simulation und keine "echten" Messergebnisse. Zudem fehlt die dritte "tiefenachse", aber trotzdem kommen diese Resulatate dem letztendlich gemessenem und auch gehörten erstaunlich nahe. Ist halt ein Tool aus der Praxis  zustimm

Die Tops spielen von 80 - 16k +-4dB
Der Sub spielt von 35 - 160 +- 4dB

Habe mich für die Seitenansicht entschieden. Alle Wände sind schallhart:


Die "nackten" Lautsprecher, ohne irgendwelche EQs und Delays:


Basslvl leicht angepasst und einen BW 2nd Order Filter bei 162Hz gesetzt (Trennfrequenz empfohlem vom Hersteller):


Einen Peak bei 41hz sanft gefiltert, Top bei 162Hz mit einem Low-Pass-Filter versehen:


Delaymessungen durchgeführt und das Top mit 3.13ms auf den Sub verzögert. noch zwei kleine Filter beim Top gesetzt.
 


Sieht ja schon ganz brauchbar aus. Wie man sieht, bringt es am meisten die Komponenten zu verzögern, um eine zeitrichtigere Wiedergabe zu relaisieren. Die Auslöschung und komplett verschwunden.
Wie oben im Text beschrieben, habe ich sowohl Top als auch Sub bei 162Hz getrennt. Wenn man den Sub komplett durchspielen lässt (also bis 180Hz) muss er anders verzögert werden, da das Chassi länger nachschwingt und dadurch "langsamer" wird.
Hier muss man dann für sich entscheiden, ob man kräftigere Mitten möchte oder lieber einen punchigeren Bass. Ich werde beides ausprobieren  zustimm

Ich würde jedem empfehlen eine entsprechende Impulsmessung vor zu nehmen und den das System anzupassen. EGAL wie weit der Bass weg steht.

Gruß,
Moritz
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Barnie
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« Antworten #61 am: Mi, 24. November 2010, 21:51 »

Ich kenne das, hab ja selbst ein recht gut funktionierendes Sub/Sat Setup hier. Aber wie du selbst schreibst, braucht es dafür schon einiges an Know-How, technischen Möglichkeiten, Geduld, Zeit und Experimentierfreudigkeit bis es wirklich gut integriert ist und dann auch noch gut klingt...  Das alles braucht es bei basspotenten Fullrange-Boxen nicht, denn darum kümmert sich i.d.R. der Hersteller.

Wenn ich's genau nehme, habe ich ausser meinem Setup, bisher noch kein einziges Sub/Sat Stereosetup gehört, welches mich überzeugt hätte bzw. wo ich den Sub nicht rausgehört hätte - und das soll jetzt kein Selbstlob sein.  zwinkern Und trotzdem werde ich bei meinem nächsten Projekt (Heimkinointegration ins Wohnzimmer) zuerst mal meine grossen Standboxen ohne Subwoofer für Stereo versuchen.
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terrine
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« Antworten #62 am: Do, 25. November 2010, 10:13 »

Natürlich braucht so etwas Know-How  smile
Wer es einfach und schnell haben möchte, ohne selbst Hand anlegen zu müssen, der ist mit einem kompletten Fullranger natürlich besser bedient.
Allerdings kann man dadurch auch potential verschenken. Wenn man generell mehr Bass haben möchte, ist man mit einer Sat-Sub-Kombie besser bedient, da viel mehr Faktoren in der eigenen Hand liegen.
Einen guten Vergleich kann man mit einer Kaffeemaschine machen.
Wer es einfach haben möchte, kauft sich eine Filtermaschiene oder sogar einen Vollautomaten mit Kaffeepulver. Der Kaffee kann schmecken, ist aber nicht flexibel, weil entscheidende Parameter fehlen.
Wer WIRKLICH guten Kaffee haben möchte, der kauft sich eine French-Press. Alle Faktoren für einen guten Kaffee liegen komplett in der eigenen Hand: Wassertemperatur, Kaffeemenge, Ziehzeit, etc.
Wer es auf die Spitze treiben möchte, röstet sich seinen Kaffee selber und besorgt sich eine Mahlmaschiene mit großen Mahlscheiben.
Full-Range-Lautsprecher mit einem DSP sehe ich als einen Kaffeevollautomaten  zwinkern
Wer wirklich seinen Geschmack umsetzen möchte und evtl. auch ein wenig was anpassen will, sollte sich Einzelkomponenten holen, so dass alle Faktoren in seiner Hand liegen  zustimm
Wenn man z.B. eine eklige Raummode hat, sie aber wegen anderer Kompromisse schwer umgehen kann, kann noch mit der Aufstellung der/des Subwoofers experimentieren, um ihn bei Erfolg wieder in das Setup zu integrieren.
Wie du richtig sagtest: Braucht Zeit, Erfahrung, Geduld... aber macht auch Spaß  biggrinsen

Bei meiner Wahl kommt noch dazu, dass ich keinen vernünftigen Lautsprecher mit einer doppel 10" Membran gefunden hab.  smile
Dazu haben sich meine Präferenzen verschoben. Inzwischen ist es mir nicht mehr so wichtig, ob ich den Bass nun Orten kann, oder nicht. Bei einer Trennfrequenz von 162Hz ist das nunmal nicht zu ändern. Wenn ich allerdings mit zwei Subwoofern und zwei Tops arbeite, kann ich mir wieder ein richtiges Stereosetup basteln und kann es vermeiden. Der Effekt ist nur, dass die Stimmen dadurch "größer" wirken, als sie eigentlich sind...was mich aber auch nicht mehr stört  zwinkern

Jetzt habe ich zu Hause effektiv die Wahl zwischen einer dezenten, fein aufgelösten Wiedergabe, oder einer brachialen Partyabstimmung. Jeder kommt auf seine Kosten  cool

Gruß,
Moritz
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terrine
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« Antworten #63 am: Fr, 26. November 2010, 16:55 »

Vielleicht mal ein kleiner "Work-Arround", wenn es jemand mal ausprobieren möchte:

- Also, ich würde zuerst versuchen den Frequenzgang der Lautsprecher und des Subwoovers einzeln zu ermitteln (im "SweetSpot", oder gemittelte, reproduzierbare Messungen).

- Danach würde ich den Frequenzverlauf der Lautsprecher und des Sub's so anpassen, so dass der Gesamtfrequenzverlauf von Sub und LS (beide sind an) möglichst linear ist (LS und Sub erstmal Fullrange).

- Hierbei ist es von Vorteil nicht zu viel zu Filtern, da man sonst Phasenprobleme zwische den LS und dem Sub bekommt.

- Wenn  der Frequenzverlauf (relativ gesehen) linear ist, dann würde ich mir nochmal die Phase im Überlappungsbereich der LS und des Sub's einzeln anschauen und hierbei - z.B. durch Verzögerung des Subs - einen möglichst gleichen Phasenverlauf zu erreichen.

- Wenn kein Delay verfügbar ist, kann auch durch verschieben des Subwoofers (vor und zurück) eine Ankopplung vorgenommen werden. Bedarf nur einer menge Messerei...

- Danach nicht vergessen den Frequenzgang nochmal zu messen und gegebenfalls anzupassen.

- Jetzt können auch "geschmacksfilter" gesetzt werden, wenn z.B. mehr "Kick" gewünscht ist (z.B. 63, 125, 250 Hz).

Gruß,
Moritz
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