So, ein weiteres Update, allerdings (noch) ohne Fotos.
Inzwischen habe ich eine "2.2" Anlage, bestehend aus zwei Tops und zwei Subs.
Bei der Trennung richte ich mich nach den Herstellerempfehlungen. Dieser empfiehlt das Top mit einem 2nd-Order Filter und einem Q von 0,82 bei 162Hz zu trennen. Das ist auch der Grund, wieso ich jetzt zwei Subs benutze... damit die Stimme und/oder Instrumente nicht "wandern".
Der Sub soll eigentlich Fullrange mitlaufen, was mit meinem Model aber nicht gut funktioniert, da es eigentlich ein Flugbass ist und entsprechend höher abgestimmt ist. Also trenne ich auch diesen mit den empfohlenen Vorgaben.
Meine Raumakustik werde ich nicht behandeln, da ich wie gesagt in einer kleinen WG lebe und mich ein wenig einschränken muss.
Was ich allerdings mache, ist einen Lautsprechercontroller benutzen und das ist wirklich einen kleinen Bericht wert, da ich persönlich "neue Wege" beschreiten werde.
Im Moment setze ich einen dbx DriveRack PA ein, den ich mir aus der Firma ausgeliehen habe. Klanglich und funktionell bin ich extrem enttäuscht und die Bedienung ist absolut für den Arsch. Um die Firmware zu aktualisieren, muss ein neues EEPROM aufgelötet werden und das obwohl das PA noch gar nicht so alt ist. Weder Netzwerk, noch USB, geschweige denn irgendeine RS-Schnittstelle ist vorhanden.
Auch ohne gesetzte Filter und wenig Gain, ist es ein absoluter Rauschgenerator. Setzt man einen etwas heftigeren Filter, kommt es einen so vor, als ob das gesamte Klangbild in sich zusammen bricht.
Dazu kommt die stark begrenzte Anzahl der Filter...im Tiefton stehen einem unfassbare 2 und im Hochton ganze 3 PEQs zur Verfügung. Für die Summe ist ein GEQ vorgesehen. Delays können nur bis maximal 10ms gesetzt werden (für zu Hause natürlich ausreichend...) und Trennfrequenzen sind nur in 5er Schritten einstellbar...
Also machte ich mich dran den PA-Systemcontroller-Markt nach einem für mich passenden Gerät zu durchforsten. Meine Ansprüche sind an sich recht simpel:
Eine vernünftige Software zum Konfigurieren, AES/EBU eingänge, 24/96Bit Signalprocessing, Separat Mutebare Lautsprecherkanäle, vernünftige Wandler, mindestens 2in4out und Behringer will ich nicht.
Allerdings stelle sich heraus, dass sich die Geräte recht schnell auf ein paar wenige reduzierte...
Im Auge hatte ich:
- BSS Omnidrive FDS-366 (
http://www.bssaudio.com/productpg.php?product_id=6)
- BSS Soundweb Blu-16 (
http://www.bssaudio.com/productpg.php?product_id=39)
- XTA DP4xx Serie (
http://www.audiocore.co.uk/products-series4.html)
- Xilica XD-Serie (
http://www.xilica.com/?c=78&cat=1&id=1)
- Four Audio HD2 (
http://www.fouraudio.com/de/produkte/hd2.html)
- Dolby Lake Prozessor (
http://www.dolby.com/uploadedFiles/zz-_Shared_Assets/English_PDFs/Professional/dolby-lake-processor-operating-specifications.pdf)
Eingeschränkt:
- BSS Minidrive FDS-334/336 (nur 24/48, kein AES/EBU) (
http://www.bssaudio.com/productpg.php?product_id=4)
- BSS Soundweb Blu-100 (nur 24/48, kein AES/EBU) (
http://www.bssaudio.com/productpg_soundweblondon.php?product_id=65)
- Xilica XP-Serie (kein AES/EBU, keine FIR) (
http://www.xilica.com/?c=78&cat=2)
Aber auch hier schränkte sich das Feld relativ schnell ein, da gerade die Controller, die alles erfüllen Schweine teuer sind. Gerade XTA (die extrem gut sind) sind noch so neu, dass es sie kaum gebraucht gibt und auch dann noch recht teuer sind.
Das Omnidrive von BSS ist schon älter und häufiger zu finden. Sogar zu vernünftigen Preisen. Es ist aber in meiner "Prioritätenliste" recht schnell nach unten gerutscht, da die Bedienungssoftware selten scheiße ist. Näher brauch ich das nicht zu erläutern, ausser jemand will mehr wissen

...klanglich soll er allerdings "über alles erhaben" sein.
Den HD2 von Four Audio bekommt man praktisch nicht auf dem Gebrauchtmarkt. Bei einem Anschaffungspreis von über 5000€ auch deutlich zu teuer. Er ist (leider) einer der "mächtigsten" Controller am Markt, da er ganz einfach mit Impulsantworten gefüttert werden kann, die dann als FIR-Filter in das Ausgangssignal gefaltet werden... aber wie gesagt...zu teuer.
Das gleiche beim Soundweb. Gebraucht eigentlich nicht zu bekommen und neu VIEL zu teuer. Leider hat es auch keine Frontbedienung und die Software muss erlernt werden.
Dolby Lake Controller sind in Deutschland nicht sonderlich weit verbreitet. Finden tut man sie ausschließlich bei Großveranstaltungen, da sie extrem teuer und sehr "mächtig" sind. Sie setzen eine andere Art von Filtern ein, aber dazu komme ich noch. Gebraucht sind sie sehr begehrt und schnell "vergriffen".
Konzentriert habe ich mich dann auf das BSS Omnidrive und die XTAs.
Der Zufall wollte es besonders gut mit mir meinen und mir wurde ein Lake LM-26 zu einem SEHR fairen Preis angeboten (
http://lake.labgruppen.com/)... und für diesen habe ich mich jetzt auch entschieden.
Was ist das besondere an den Lake Produkten? Wieso habe ich mich für diesen entschieden?
Das ist ein recht ausführliches Thema und ich werde versuchen es relativ knapp zu halten.
Die Firma Lake wurde vom damaligen Gründer von Apogee aufgebaut. Durch seine Scheidung hat er Apogee an seine Frau verloren gehabt und arbeitete lange als Freier Entwickler. Von der Firma Clair-Brothers hat er den Auftrag bekommen für ihre Selbstbaulautsprecher den "ultimativen" Systemcontroller zu entwickeln und das Clair iO ist entstanden.
Daraufhin gründete er die Firma Lake und portierte das vorher ausschließlich für Clair-Systeme konzipierte System in ein eigenes Gerät namens Lake Contour Pro 26D, welches sich unheimlich schnell in Amerika verbreitete. Auch in Europa konnte das System schnell Fuß fassen, aber wegen dem Preis selten anzutreffen.
Nebenher wurden auch für Dolby diverse Surroundalgorithmen entwickelt, mit denen auch IHR zu Hause Filme genießt. Da Dolby diese Kompetenz ungern teilen wollte, wurde Lake gekauft.
Der Pro 26D wurde eingestellt und Lake hat recht lange gebraucht, bis sie einen Nachfolger auf den Markt gebracht hatten. Viele haben in der Wartezeit ihre Lakes verkauft, da sie einfach nicht mehr zu bekommen waren und der Nachfolger, der Dolby Lake Prozessor (s.o.) zu teuer war, um als "richtiger" Ersatz zu fungieren.
2009 wurde Lake dann von der Schwedischen Verstärkerschmiede Lab.gruppen gekauft und der Lake Controller (also die Algorithmen und die Software) wurde in ihre High-End Verstärkerserie integriert.
Nur kurze Zeit später wurde der LM-26 angekündigt und Mitte/Ende 2009 auf den Markt gebracht.
Es ist ein vollwertiger 2in/6out (mit AES/EBU 4in/8Out) Lautsprechercontroller, gepackt in 1HE und vollem Lake-Processing.
Aber was IST denn jetzt nun so besonders an den Lake-Geräten???
Eigentlich ist es ganz einfach. Es sind die Möglichkeiten der Mesa-Filter!
Es sind die einzigen, die asymmetrische Bellfilter setzen kann:
http://labgruppen.com/media/images/home/PLM_DLcontroller_banner.jpghttp://www.digitalproductionme.com/pictures/Lake%20Controller%20software.jpghttp://www.performing-musician.com/pm/oct07/images/NewDirections_08_DolbyLake.jpg...und das sieht nicht nur auf dem "Papier" so aus, es funktioniert wirklich ganz hervorragend. Damit verspreche ich mir super flexible Filteroptionen für meine Raumakustik, da es mir ganz andere Möglichkeiten eröffnet.
Was auch sehr schön ist, sind die Anzahl der zu setzenden Filter. Pro Kanal kann ich 8 EQs benutzen, wo ich mir aussuchen kann ob es ein PEQ oder GEQ sein soll. In jedem der 8 EQs (wie gesagt, immer pro Kanal) kann ich unendlich viele Filter setzen und mir Kurven bauen, wie ich lustig bin.
Wieso geht das? Die Lake Kontroller berechnen nicht jeden einzelnen Filter, sondern behandeln jeden EQ (bei Lake heißen die Overlays, da sie übereinander gelegt werden) wie einen einzigen Filter. Man hat sozusagen einen "8-Band-EQ", der unendlich viele Parameter zur Verfügung hat.
Ein weiteres Kriterium für die Entscheidung ist auch gleich die für mich wichtigste, da mich erst diese Option dazu bewegt hat ein wenig mehr auszugeben.
Der LM-26 bringt ein Dante Interface mit (
http://www.audinate.com/), welches die einfache Integration in ein bestehendes TCP/IP Netzwerk ermöglicht. Damit können alle Audiodaten komplett digital gesendet und in vollen 24kHz/96Bit verarbeitet werden.
Das genialste ist die Virtual Soundcard. Sie ist ein ASIO-treiber, welcher eine Soundkarte darstellt. Ich kann damit von meinem PC aus (egal wo ich mich im Netzwerk befinde) komplett digital meine Musikdaten an die Lautsprecher schicken. Egal mit welcher Software...iTunes, Foobar, Media Player...egal. Es bleibt digital und wird erst im Controller D/A-gewandelt.
In meiner zukunft stelle ich mir einen normalen Windows oder Mac Rechner vor, der in meinem Netzwerk hängt. Diesen steuer ich über eine Remotesoftware (z.B. vom iPhone) und starte meine Sachen komfortabel über das Netzwerk.
Ich brauch also kein "High-End-geschraddel". Keine teuren AD/DA-Wandler, keine Netzwerkstreamer...einfach nur einen PC oder MAC mit der Virtuellen Soundkarte...sau geil

Meine Güte ist das viel Text geworden... ich hoffe ihr habt bis hierhin durchgehalten, wenn ja, dann

Ich bin schon sehr gespannt und wie man wahrscheinlich auch lesen kann, voller Euphorie.
Gruß,
Moritz