Platten vs. Folienresonatoren
  
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Di, 07. Februar 2012, 05:14
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Autor Thema: Platten vs. Folienresonatoren  (Gelesen 2257 mal)
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Latenight
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« am: Do, 28. Mai 2009, 11:42 »

Hallo zusammen

bisher hatte ich immer viel mitgelesen, jetzt möchte ich auch einen Beitrag für die Community beitragen.

Ich habe im betonieren Keller meines Hauses ein Heimkino das ich dezeit akustisch optimiere.
An die Wände habe ich einen umlaufenden Streifen, mit 100 cm Höhe und 10 cm tiefe, Mineralwolle SSP 2 angebracht.
Diese Maßnahme absorbiert die Wandreflexionen von 100 - 200 Hz - 20000 Hz. Die Ortbarkeit und Auflösung ist hörbar besser geworden.

Hier ist ein Link zum Bauthread

> Cinebar  http://www.heimkinoverein.de/forum/forum/heimkinobau/heimkinobau-der-cinebar

Für die Tieftonabsorbierung möchte ich an der Rückwand etwa 7 qm für Plattenschwinger bzw. Breitbandabsorber verwenden.
Ich habe nun 7 Kästen aus 16 mm MDF Holz gebaut mit den Maßen 1150 x 700 x 120 mm.

Zwei Probekisten habe ich bereits fertiggestellt.

1. Schwingplatte aus 4 mm MDF = 3,6 Kg mit 100 mm Mineralwollfüllung, geplante Absorbierung breitbandig von ca. 60 - 100 Hz
2. Schwingplatte aus 5 mm MDF = 3,6 Kg mit 50 mm Mineralwollfüllung, geplante Absorbierung breitbandig bei 50 - 90 Hz
  
In die Kisten habe ich ein Loch gebohrt und erst einmal mit dem Mund hineingeblasen um zu sehen ob sie luftdicht sind.
Zunächst dachte ich sie wären undicht doch dann hatte die Membran die komprimierte Luft wieder mit Druck herausgeblasen.  daumenhoch
Test bestanden.

Dann die erste Messung im Raum


Der Bassbereich ist zu wellig, auch die Nachhallzeit im Bassbereich ist viel zu lange.

Dann eine Messung an der Kinorückwand wo später die Plattenschwinger hingestellt werden sollen.

Moden bei 25, 50, 35, 70 Hz  
Der Bereich um die 100 Hz wird hoffentlich durch mein Bestuhlung (2 x Couch) im Raum noch wesser.

Jetzt die Messung im inneren des Reso mit 4 mm Platte und 100 mm Mineralwolle


Dann die Messung des Reso mit 5 mm Platte und 50 mm Mineralwolle


Hier noch ein Vergleich der beiden


Die Vorher > Nacher Messung im Wasserfall bringt noch nicht so viel, es ist ja nur eine kleine Fläche der beiden Reso.



Im gewünschten Bereich von 60 - 90 Hz hat sich ein bischen was getan.
Eventuell sollte ich mich noch auf die Mode bei 50 Hz konzentrieren.
Wenn ich dem Ende zugehe werde ich anderes Fenstern versprochen  biggrinsen

Jetzt habe ich noch eine Schwerfolie mit 2 mm Stärke und 5,1 Kg bestellt.
Die wollte ich im Vergleich zum MDF noch testen. Es gibt sie auch mit 3 mm und 7,6 Kg  
Eine Messung dieses Folienschwingers wird noch nachfolgen.

Dann hätte ich noch einige Fragen zu meinen Messergebnissen.
Was sagt die Messung des Innerern über einen Plattenschwinger aus ?
Ist das tatsächlich der Wirkungsbereich ? (von ca. 25 - 80 Hz bzw. 25 -150 Hz)
Geht der Tiefton den nicht einfach durch eine 4 mm Platte durch ?

Es wäre nett wenn einer der Experten noch was dazu sagen kann.

Vielen Dank im voraus

Gruß Latenight



      
« Letzte Änderung: Mo, 26. Juli 2010, 13:40 von Latenight » Gespeichert

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« Antworten #1 am: Do, 28. Mai 2009, 20:43 »

Hallo und willkommen hier!


Die Diagramme sind leider ein wenig unvorteilhaft skaliert.
Die Amplitudendiagramme zu sehr geglättet und in der Pegelachse gestaucht. Da erkennt man nicht viel.
Die Wasserfälle würde ich auf - 30 dB beschränken. Da spielt sonst schon der Grundgeräuschpegel mit rein.

Vielleicht hängst du die (beschrifteten) Messdateien mal hier in den Anhang....dann kann sich die jeder nach Gutgedünken ansehen.

Zu den Messungen im Innern der Resos:

Das Problem hatten schon mehrere....
Ich vermute, dass die Empfindlichkeit des Mikros zu gering war. Einfach mal die Vorverstärkung auf max und mit geringem Pegel anregen.
Bei mir sah eine solche Messung so aus:





Grüsse, Andy
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Latenight
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« Antworten #2 am: Do, 28. Mai 2009, 22:00 »

Hallo Andy

leider habe ich die Messungen schon wieder verworfen und nur die Screenshoots gemacht.
Mir ist bewußt das die Auflösung nicht so fein ist. Ich bin ja erst am Anfang.
Ich werde mich bessern.  hammeraufkopf

Die Abbildung von diesem Graphen kannte ich schon.
Die Wirkungsweise dieses Resos sieht für mich sehr schmalbandig aus.
Plexiglas als Schwingplatte ist ja doch ziemlich exotisch.

Hier eine Abbildung von einem Plattenschwingers mit und ohne Bedämpfung.



Die unterschiedliche Breitbandigkeit ist auch gut bei mb akustik Produkten zu sehen.

http://www.mbakustik.de/main.php?target=rab_resonanz_absorber&lang=en


Gruß Andi





« Letzte Änderung: Do, 28. Mai 2009, 22:37 von Latenight » Gespeichert

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« Antworten #3 am: Fr, 29. Mai 2009, 17:37 »

Hi,

bei dem Bild muss man sich klar sein, dass dies zwei verschiedene Resonatoren darstellt. Ein und derselbe Reso hat bedämpft eine tiefere max. Wirkungsfrequenz als unbedämpft.

Gruß
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Latenight
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« Antworten #4 am: So, 31. Mai 2009, 17:56 »

Hi,

jetzt ist die bestellte Schwerfolie mit 2mm stärke und 5,1 Kg bei mit  eingetroffen und ich habe alles nochmal durchgemessen.

Jetzt laufen als Signal nur die Main Lautsprecher ohne SUB und Bassmanagement.

Nun sehen auch die Messungen in den Resos anders aus

Das ist der Schwinger mit 4mm MDF Platte



Das ist der Schwinger mit 5mm MDF Platte



... und neu der Reso mit 2 mm Schwerfolie



ein Wasserfall ohne Resonator 300 ms



eine Messung mit Schwinger 4mm MDF



mit Schwinger 5 mm MDF



und jetzt der Folienschwinger (sieht fast so aus wie der Plexischwinger)



Leider haben die Kästen mit der MDF Platte nicht viel gebracht.
Ich hatte diesbezüglich ich auch noch einmal mit einem Akustiker gesprochen.
Er hatte mir dringend von MDF abgeraten weil das Material zu lange nachschwingt.
"Das merken Sie schon wenn Sie einmal mit der Hand auf den Kasten klopfen"

Er hatte mir zu der Ausführung mit einer schweren PVC Folie geraten.
Ich finde, die Messungen unterstreichen diese Aussage.
Gerade die Mode mit 70 Hz ist sichtbar weniger gewoden.
Sieben Kästen dieser Art sollten da schon was bewirken können.

Mal sehen, ob ich danach noch einen oder zwei Helmi brauche.
Die Messungen von Room EQ hänge ich hier mal mit dran.

http://heimkinoclub-muc.de/upload/files/0039.zip

@Ydope
das war mir schon klar.
Ich dachte zunächst das der Plattenschwinger von Andy kein Dämpfungsmaterial drin hat, weil der Frequenzverauf so einen straken Peak hat.

Gruß Andi
« Letzte Änderung: So, 31. Mai 2009, 18:29 von Latenight » Gespeichert

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« Antworten #5 am: So, 31. Mai 2009, 20:10 »

Mit Aussagen zum Zeitbereich waere ich bei Diagrammen von REW vorsichtig. Die Diagramme sehen immer nach guter Frequenzaufloesung, aber schlechter Zeitaufloesung aus. Siehe Beispiele von Toole in "Sound Reproduction" (S. 246).

Gruss, Markus
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« Antworten #6 am: Mo, 01. Juni 2009, 09:41 »

Hi Markus
das Buch liegt mir leider nicht vor.
Unter Google konnte ich auch keine Webseite oder PDF zur besagten Quelle finden.
Ist Dir bekannt, ob CARMA diesbezüglich genauere Ergebnisse liefert ?

Gruß Andi
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« Antworten #7 am: Mo, 01. Juni 2009, 15:53 »

CARMA kenne ich nicht. "Sound Reproduction" von Toole ist in jeder Buchhandlung erhaeltlich – sehr empfehlenswertes Buch.

Gruss, Markus
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« Antworten #8 am: Mo, 01. Juni 2009, 19:57 »

Hallo,

kannst du die ganzen Diagramme evtl. auf den Bereich bis 300 Hz begrenzen? So lässt sich noch nicht viel sagen. Bei Frequenzgängen bietet es sich es auch zwecks Vergleichs an, die verschiedenen Messungen in denselben Graph zu nehmen ("Measured"). Allerdings kann ich ehrlich gesagt auch nicht viel mit diesen Messungen im Reso anfangen. Wäre doch einfacher das Mikro an einer festen Position im Raum zu lassen und die verschieden Varianten in ihrer Wirkung auf die Situation an diesem Ort zu beurteilen. Dann sieht man schon, was bei welcher Frequenz am meisten bringt.

Gruß
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« Antworten #9 am: Mo, 01. Juni 2009, 20:08 »

Die Idee dahinter ist ja zu erkennen ob man die richtige Resonanzfrequenz getroffen hat. Meine Plattenresos haben aber leider auch nie richtig funktioniert.

Gruß
Stefan
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« Antworten #10 am: Mo, 01. Juni 2009, 20:32 »

Schon klar, aber das kann man doch trotzdem besser an der Wirkung erkennen.
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Latenight
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« Antworten #11 am: Mo, 01. Juni 2009, 20:49 »

Also hier noch ein Fenster mit 600 ms bis 300 Hz
Alle Wasserfälle wurden bei den Sitzplätzen im hinteren drittel des Heimkionos gemessen.

Ich finde schon, das selbst der kleine Reso mit 115 x 70 x 12 cm, an der Raumrückseite, im Bereich bei 70 Hz und ein wenig bei 35 Hz die Nachhallzeit sichtbar verkürzt hat.
Dies entspricht auch den Längsmoden der 1.und 2. Ordnung bei einer Raumlänge von 4.9 m.

Ohne Plattenschwinger



mit dem Folienschwinger



@Stefan

Bei den beiden Modellen auf MDF Holz konnte ich auch keine Verbesserung feststellen. Versuche doch mal Schwerfolie als Resonator.
...oder bist Du schon so frustriert von den Fehlversuchen das Du nur noch Helmis baust ?

Gruß Andi
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« Antworten #12 am: Mo, 01. Juni 2009, 21:11 »

Schoenes Netzbrummen bei 50Hz.

Gruss, Markus
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« Antworten #13 am: Mo, 01. Juni 2009, 22:18 »

Hi Markus
das ist keine Mode sondern ein Netzbrummen bei 50 Hz ?
Ich habe mich schon gewundert von welchem Raummaß die Mode herkommt. (Raum ist L Förmig.)
Schaut irgenwie aus wie ein Phallussymbol. schreck
So eine Schweinrei möchte ich in meinem Wasserfall nicht haben.

Danke für den sehr guten Hinweis

Gruß Andi
« Letzte Änderung: Mo, 01. Juni 2009, 22:21 von Latenight » Gespeichert

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« Antworten #14 am: Mo, 01. Juni 2009, 23:00 »

Zitat
Bei den beiden Modellen auf MDF Holz konnte ich auch keine Verbesserung feststellen. Versuche doch mal Schwerfolie als Resonator.
...oder bist Du schon so frustriert von den Fehlversuchen das Du nur noch Helmis baust ?

Gruß Andi

Ich bin so überzeugt von der Wirkung einfacher poröser Absorber das ich mich im aktuellen Raum nicht mehr mit anderen Bauarten beschäftigen werde.

Gruß
Stefan
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