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Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
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Autor
Thema: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum (Gelesen 1570 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
asb
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Beiträge: 1573
Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
«
am:
So, 23. September 2007, 14:05 »
Hallo,
was mich schon seit einger Zeit beschäftigt....warum empfinden viele das Hören in einem RAR (reflexionsarmer Raum) als unangenehm, eine Hörsession im Garten jedoch als Offenbahrung?
Das Thema gehört wohl eher in die Ecke "Psychoakustik", mutmaße ich doch, dass es sich dabei einzig um die Tatsache handeln müsste, dass das Auge dem Gehirn suggeriert: hier
muss
es Reflexionen geben!
Oder gibt es physikalische Unterschiede zwischen dem Freifeld und einem RAR?
Habt ihr schon mal eine Hörsession im Freien durchgeführt?
Grüsse Andy
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rossi
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Beiträge: 117
Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
«
Antworten #1 am:
So, 23. September 2007, 14:47 »
leider war ich noch nie in einem RAR und habe auch nur die postings anderer leute über das persönliche empfinden während der session im RAR gelesen.
alles in allem stelle ich mir einen RAR akustisch völlig leblos bis tot vor. wenn man es nur lang genug in einem RAR aushält, so beginnt man seinen eigenen körper bzw. dessen biomechanik zu hören.
ein garten bzw. ein freies feld dagegen ist erfüllt von allerlei schallereignissen. selbst das leiseste rascheln von laub oder das knarzen eines baumstammes oder eine leichte brise wind, die sich um den eigenen kopf herum zu einem ton verwirbelt, stellen ein stück "qualität" dar, die dankend vom ohr entgegengenommen wird, bzw. vom gehirn verarbeitet.
wir bräuchten keine ohren, wenn die welt ein RAR wäre. das unangenehme gefühl im RAR rührt wahrscheinlich daher, dass unsere "gelernten" akustischen bilder dort ihre berechtigung verlieren und unsere "normale" wahrnehmung an deren existenzberechtigung zweifeln lassen. und zweifel sind immer unangenehm. irgendwie.
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asb
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Beiträge: 1573
Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
«
Antworten #2 am:
So, 23. September 2007, 16:53 »
Zitat
wir bräuchten keine ohren, wenn die welt ein RAR wäre. das unangenehme gefühl im RAR rührt wahrscheinlich daher, dass unsere "gelernten" akustischen bilder dort ihre berechtigung verlieren und unsere "normale" wahrnehmung an deren existenzberechtigung zweifeln lassen. und zweifel sind immer unangenehm. irgendwie.
Das trifft aber doch nur auf den reinen Aufenthalt zu, oder? Also sprich ohne jedwedes akustisches Ereignis.
Aber gehen wir doch mal von der Situation aus, dass man dort Musik hört (oder meinetwegen dem RAR ein künstliches Hintergrundgeräusch verpasst).
Die (auf einem freien Feld) einzig mögliche Reflexion vom Boden ist m.E. zu vernachlässigen. Und wenn ich des nachtens im Garten Musik höre, sind die paar Geräusche auch nicht wirklich relevant (jedenfalls ist es bei mir Nachts
fast
totenstill).
Grüsse Andy
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Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
«
Antworten #3 am:
So, 23. September 2007, 20:20 »
Hallo,
also, ich war schon mehrfach in einem RAR, auch unterschiedliche. So wie Rossi es beschreibt (Herzschlag hören etc.) habe ich nicht erlebt. Mag daran liegen, dass noch andere Menschen im RAR waren und man gesprochen hat bzw. beschäftigt war. Auch ist es ja nicht so, dass man dort Nichts hört. Man hört halt nur Direktschall. Viel unangenehmer fand ich den Hallraum.
Aber in der Beschreibung von Rossie steht auch sinngemäß, dass er meint, dass im Freifeld bekannte Geräusche sind. Genau das sehe ich auch so. Auch Luftbewegung ist ein Geräusch. Wenn es wirklich extrem still ist, dann wird einem ja auch mulmig.
Auch kam ich in den Genuss im RAR Musik zu Hören, auch in Form einer Art Wellenfeldsynthese. Sehr interessant. Seit dem weiß ich, dass Poison recht hat, wenn er sagt, für Surround muss der Raum extrem kurze Nachhallzeiten haben...
Alles in allem fand ich den RAR sehr angenehm. Nicht so angenehm wie ein Wohnraum, aber angenehm. Der Hallraum war wesentlich anstrengender...
Gruß
Stefan
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Barnie
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Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
«
Antworten #4 am:
Mo, 24. September 2007, 13:30 »
Ich war zwar auch noch nie in einem RAR aber ich denke auch sobald man sitzt und die Musi anfängt zu spielen, merkt man nicht mehr ob der Raum RAR ist oder nicht. Mein Raum ist jetzt auch ziemlich reflexionsarm und das merkt man auch recht deutlich. Sobald aber Musik darin spielt, könnte ich nicht mehr sagen welcher Hall jetzt auf der Aufnahme ist und was wird noch vom Raum hinzugefügt.
Imho gibt es die "perfekten Abhörbedingugen" eh nur dort wo die jeweilige Aufnahme abgemischt wurde. Jeder andere Raum hat halt andere Reflexionen...
Gruss
Barnie
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Mein Heimkino
asb
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Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
«
Antworten #5 am:
Mo, 24. September 2007, 13:47 »
Hi Barnie,
Zitat
Imho gibt es die "perfekten Abhörbedingugen" eh nur dort wo die jeweilige Aufnahme abgemischt wurde. Jeder andere Raum hat halt andere Reflexionen...
Genau aus diesem Grund habe ich meine LS mal in den Garten geschleppt....und war schwer begeistert.
In einem anderen Forum hat jemand ein Trinaural-Setup im Garten gehört und kam (incl aller Beteiligten) auch nicht aus dem Schwärmen raus.
Das
müsste
doch eigentlich der These wiedersprechen, ein Hörraum braucht für eine räumliche Darstellung kontrollierte Reflexionen....?
In Räumen haben wir (im Gegensatz zum Freifeld/Garten) mit Raummoden und Nachhallzeiten zu tun, die gerade im Bassbereich an der Präzision rütteln.
Sicherlich empfinden viele Musikliebhaber den "Druck" der Raumeinflüsse als angenehm. Solch eine Präzision, wie ich sie damals im Garten erfahren habe, ist mir in einem Raum aber noch nicht begegnet. Auch die räumliche Darstellung war (für meinen Geschmack) grandios.
Mir schwirrt gerade der Gedanke im Kopf herum, mal in einer Halle einen Raum zu bauen, der einem RAR sehr nahe kommt. Ich werde heute Nachmittag mal mit einem Verwandten reden, ob ich für diesen Zweck eine seiner Hallen mal missbrauchen kann.
Grüsse Andy
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gto
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Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
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Antworten #6 am:
Mo, 24. September 2007, 15:14 »
Die Frage nach Sinn oder Unsinn is halt untrennbar mit den Abhörvorlieben der jeweiligen Protagonisten verknüpft.
Wer sagt, das den Diffushöreren die Wiedergabe im Freien oder RAR besser gefällt?
Geht ja ums abhören eines Kunstproduktes unter geschmacklichen Aspekten.
Wer im HAF liest, der frage mal einen Schauki oder ellesound
Grüsse Gerd
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Barnie
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Beiträge: 527
Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
«
Antworten #7 am:
Mo, 24. September 2007, 15:22 »
Zitat
Das müsste doch eigentlich der These wiedersprechen, ein Hörraum braucht für eine räumliche Darstellung kontrollierte Reflexionen....?
Naja, brauchen tut's das bestimmt nicht! Nur wenn man eben genau das hören möchte, was der Mischer damals beim Mischen gehört hat, dann müsste man in seinen Raum - that's all imho. Alles andere ist "verfälscht" - egal ob mit mehr oder weniger Reflexionen. Wer aber mit wieviel Reflexionen hören möchte, das ist wie gerd schon sagte, eigentlich Geschmackssache (die Diskussion zwischen Schauki und ellesound ist wirklich lustig!
). Was auf jeden Fall schön wäre, wäre ein Raum, der im Bass keinerlei Reflexionen hat! Da kann eigentlich nur noch jemand, dessen Anlage zu wenig Basspower hat, das Gegenteil behaupten. Anlagen, die im Stande sind auch ohne Raummoden genügend Bass zu liefern, brauchen keine Bassreflexionen.
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Mein Heimkino
Poison Nuke
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Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
«
Antworten #8 am:
So, 16. Dezember 2007, 22:14 »
also mein Traum ist auch ein extra Raum in einer großen Halle, die sonst nicht weiter genutzt wird und der Raum in der Halle nur durch Meterdicke Absorber abgetrennt.
Und dann in dem Raum ein richtig fettes IOSONO, das wäre mein Traum vom perfekten Heimkino
wenn man dann auf dem IONSONO dauerhaft leise Naturaufnahmen usw laufen lässt, dann würde ein Besucher denken, er steht in einem Bierzelt im Freien
Das unangenehme Gefühl in einem RAR kommt echt nur durch das Nichtvorhandensein von irgendwelchen Geräuschen, denn das Gehirn braucht die Geräusche zur Orientierung, ähnlich wie bei einer Fledermaus, auch wenn wir keine so exakte akustische Landkarte unserer Umgebung erstellen können, aber dennoch hilft unser Ohr schon enorm beim Orientieren.
ein RAR ist also für den Menschen ähnlich, als wenn man das Licht im Keller ausmachen würde
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viele grüße
Poison Nuke
www.poisonnuke.de
asb
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Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
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Antworten #9 am:
Mo, 17. Dezember 2007, 21:40 »
Zitat
Das unangenehme Gefühl in einem RAR kommt echt nur durch das Nichtvorhandensein von irgendwelchen Geräuschen, denn das Gehirn braucht die Geräusche zur Orientierung, ähnlich wie bei einer Fledermaus, auch wenn wir keine so exakte akustische Landkarte unserer Umgebung erstellen können, aber dennoch hilft unser Ohr schon enorm beim Orientieren.
Wenn es wirklich nur die Umgebungsgeräusche und fehlende Reflexionen eigener Geräusche (Sprache) sind, wäre doch mal ein Versuch interessant, in dem einem RAR ein künstliches Umgebungsgeräusch verpasst wird und erst dann Musik.
Was mich halt stuzig gemacht hat, ist die Tatsache, dass es von vielen Seiten heisst, die perfekte Abhörsituation beinhaltet zu den Rauminformationen auf der Aufnahme noch ein gewisses Maß an "Raumklang" des Abhörraumes.
Ich fand die räumliche Abbildung im Freien phänomenal. Kann aber auch sein, dass ich mich von der sauberen Basswiedergabe habe beeinflussen lassen
Ich hoffe, ich habe mal die Gelegenheit, mir Musik über LS in einem RAR anzuhören.
Grüsse Andy
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Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
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Antworten #10 am:
Mo, 17. Dezember 2007, 21:50 »
Zitat von: asb am Mo, 17. Dezember 2007, 21:40
Ich hoffe, ich habe mal die Gelegenheit, mir Musik über LS in einem RAR anzuhören.
Hallo Andy,
wie ich schon schrieb, hatte ich bereits die Gelegenheit, stereo, 5.0, und möchtegernIOSONO.
Da wir mit mehreren Leuten (3) im RAR waren, war es in keinster Weise unangenehm. Ich weis nicht, wie es alleine gewesen wäre. Generell gebe ich Poison Recht, wobei ich glaube, dass es mir alleine auch nicht unangenehm gewesen wäre. Da fand ich den Hallraum wesentlich unangenehmer.
Die Mucke war übrigens megageil, auch ohne zusätzliche Naturgeräusche. Also keine Frösche oder so.
Gruß
Stefan
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asb
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Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
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Antworten #11 am:
Mo, 17. Dezember 2007, 22:04 »
Zitat
Also keine Frösche oder so.
Hätte da auch an etwas....ähmm....indoor-mässiges gedacht
Es ist eine Krux, einen Blick in die Psychoakustik zu werfen, der mich weiterbringt...
Zitat
Die Mucke war übrigens megageil, auch ohne zusätzliche Naturgeräusche.
Und das sagen alle, die mal im Freien gehört haben. Leute, die sich das mal im RAR angetan haben, kenne ich nicht (ausser eben dich).
Grüsse Andy
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Poison Nuke
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Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
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Antworten #12 am:
Mo, 17. Dezember 2007, 22:18 »
wie kommt man überhaupt in einen echten RAR rein? Würde da mal megagern rein und eventuell sogar Musik hören, nur kenne absolut keinen Anhaltspunkt oder so, wo ich sowas finde und wie ich da reinkommen könnte
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viele grüße
Poison Nuke
www.poisonnuke.de
asb
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Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
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Antworten #13 am:
Mo, 17. Dezember 2007, 22:29 »
Bei uns in Berlin hat die Technische Universität einen RAR. Dort kann man auch (natürlich gegen entsprechendes Entgeld) Messungen machen (lassen).
Aber das Vergnügen wäre mir nur zum Musikhören zu teuer.
Ohne Vitamin B wird da nichts gehen.
Grüsse Andy
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Re: Freifeld vs. reflexionsarmer Raum
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Antworten #14 am:
Mo, 17. Dezember 2007, 22:56 »
Zitat von: Poison Nuke am Mo, 17. Dezember 2007, 22:18
wie kommt man überhaupt in einen echten RAR rein?
Durch die Tür...
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