Hallo,
folgendes ist evtl. interessant für diejenigen, die Musik über den PC (plugin-fähige Software vorausgesetzt), die keinen externen EQ besitzen und einem EQ aufgeschlossen gegenüber stehen. Dürften also recht wenige sein

Trotzdem.....
In dem folgenden Beispiel stütze ich mich auf den RoomEQ Wizard und foobar2000, da ich beide Programme selber nutze.
In foobar lassen sich Impulsantworten mit dem plugin
foo_convolve.dll einbinden. Diese Funktion lässt sich auch zum setzen parametrischer Equalizer nutzen.
Die passenden Impulsantworten kann man sich prima mit
REW erstellen.
Vorab möchte ich noch mal auf den Thread von Thomas (vielen Dank noch mal dafür) hinweisen:
http://www.casakustik.de/forum/index.php/topic,309.0.htmlDer erste Schritt ist das Erfassen des Schallfeldes am und um den Hörplatz. Die Notwenigkeit nicht nur einen Messpunkt als Grundlage für die Raumentzerrung ergibt sich aus der Tatsache, dass eine gewisse Bewegungsfreiheit gewährleistet sein soll.
Wobei ich der Meinung bin, dass es da durchaus Grenzen gibt. Mehrere Hörplätze lassen sich m.E. nicht effektiv "behandeln".
In meinem Fall ist es nur ein Hörplatz, der auch ziemlich fix ist.
Gemessen wurde einmal der Hörplatz (schwarzer Graph), 20 cm links/rechts neben dem Hörplatz und 20 cm vor dem Hörplatz (rote Graphen). Aus diesen vier Messungen wurde der Mittelwert gebildet und dieser bildete die Grundlage für das Setzen der EQ`s.
Da meine Subwoofer direkt unter den LS stehen und der Standort selbiger damit fix ist, der Raum (im Bassbereich) durch ein grosses Fenster seitlich der LS nicht symmetrisch ist und die Subwoofer mit einem Stereosignal (so es denn die Aufnahme hergibt) gefüttert werden, entzerre ich beide Subwoofer getrennt.
Für Anwendungsfälle, bei denen der/die Sub(s) sowieso nur Monosignale bekommen, erübrigt sich ein seperates Entzerren.
Nun denn.
Erster Schritt ist die Messung mehrerer Punkte am/um den Hörplatz. Hat man die im Kasten erlaubt ein Klick auf den Reiter
"Averaging" das Bilden des Mittelwertes der markierten Messungen. Der Mittelwert ist hier der grüne Graph.
(Zum Vergrössern der Bilder: draufklicken)
linker LS

rechter LS

Nach dem Klick auf
"Average the Responses" erscheint der Mittelwert als letzte Messung und kann seperat abgespeichert werden. Dabei muss man (zumindest beim "Stereo-Entzerren") ein bischen aufpassen, dass man links und rechts später nicht vertauscht. Die "Messung" Average lässt sich nicht umbenennen.
Die beiden so entstandenen Mittelwerte speichert man sich einzeln ab, startet REW neu (man kann die offenen Fenster belassen) und öffnet die beiden Dateien der Mittelwerte.
In dem neu gestarteten REW haben wir nun die beiden Mittelwerte (L/R) liegen und können für jeden Kanal die passenden EQ`s setzen.
Dazu klicken wir auf den ersten Reiter
"Filter Adjust"und setzen (unter dem Diagramm) ein Häkchen bei "Average" und "Corrected". Nun öffnet man das Fenster für den Equalizer durch einen Klick auf den Button:

In dem Fenster kann man nun die gewünschten Filter setzen und gleichzeitig die (theoretische) Veränderung der Betriebsschallpegelkurve verfolgen (wird durch eine gestrichelte Kurve dargestellt).
Sieht bei mir dann so aus.
linker LS

rechter LS

Welche Filter nun den gewünschten Effekt haben, muss man herausfinden.
Bitte nur absenken! Das (übermässige) Anheben kann zu Beschädigungen von LS und/oder Elektronik (Verstärker) führen!!!
Für Hörvergleiche empfehle ich die Test-CD von Klaus:
http://www.casakustik.de/forum/index.php/topic,332.0.htmlSind die Filter gesetzt, kann man die Impulsantwort der selbigen in eine .wav Datei exportieren:

Es öffnet sich folgendes Fenster:

Bei einer 2-kanaligen Impulsantwort muss man hier aufpassen, welchen Impuls man auf welchen Kanal legt. Denn es heissen ja beide Kanäle "Average".
Die .wav Datei speichert man sich am besten unter C:\Programme\foobar2000 (oder den jeweiligen Pfad von foobar).
Jetzt kann man die Impulsantwort in foobar importieren. (Voraussetzung ist natürlich das Ablegen der foo_convolve.dll in den Ordner C:\Programme\foobar2000\components]
Dazu öffnen wir natürlich foobar, klicken auf "File -> Preferences"
In dem Fenster kann man unter "DSP-Manager" einzelne plugins aktivieren und natürlich deaktivieren. Wir laden uns den Convolver in das Fenster "aktive DSP`s" und können diesen durch einen Klick auf "Configure selected" konfigurieren.

In das markierte Feld laden wir die aus REW exportierte .wav Datei und fertig ist der Braten.
Die Überprüfung der Filter hat sich ein bischen schwierig gestaltet. Denn REW lässt externe Messsignale nicht zu.
Also habe ich den sine sweep aus Klaus`Test-CD über foobar abgespielt und mit Audacity aufgenommen.
Die drei gesetzten Filter sind markiert...

...und machen zumindest deutlich, dass die Sache ihren Zweck erfüllt.
Vergleiche mit dem Behringer DEQ habe ich nicht angestellt....kommt vielleicht noch. Auch wenn ich klangliche Unterschiede bezweifle.
Dieser Beitrag hat keinen Anspruch auf Richtigkeit, Wichtigkeit oder Allgemeingültigkeit. Bei Fragen: fragen.

Grüsse, Andy