Messbox zur Ermittelung der relativen Schalldurchlässigkeit
  
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Mi, 08. Februar 2012, 06:41
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Autor Thema: Messbox zur Ermittelung der relativen Schalldurchlässigkeit  (Gelesen 1206 mal)
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asb
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« am: Fr, 30. Januar 2009, 14:20 »

Hallo,


durch die Notwendigkeit die Schalldurchlässigkeit verschiedener "Planen" zu bestimmen, habe ich mir mal ein paar Gedanken zur Messung selbiger gemacht.
Die zuverlässigste Methode wäre das Impedanzrohr, dessen Bau ich aber noch scheue.

Als (schlechtere) Alternative habe ich mal folgenden Messaufbau versucht:

Eine "Kiste" aus zwei verschiedenen Mineralwollen, Dicke zu allen Seiten min. 12 cm (erste Schicht: 6 cm leichte Trennwandwolle, zweite Schicht: 6 cm mittelschwere Steinwolle).
Einseitige Öffnung in etwa der Abmessungen des Senders (K+H O300).
Mikroposition ca 35 cm vor dem Sender, Position der Messobjekte ca 11 cm vor dem Sender.



Der Abstand des LS auf dem Foto ist nicht der Abstand beim Messen.

Gemessen wurden 5 verschiedene Planen, wovon 4 unterschiedlich "gelocht" sind und eine geschlossen.
Zur besseren Ansicht wurden alle Messungen mit 1/3 oct geglättet.



Zum Vergleich noch drei poröse Materialien (Molton 300g, Basotect 5cm, Polyester 8cm)




Was mich nun interessiert: wie zuverlässig erscheint euch dieser Messaufbau?
Die Welligkeiten im Amplitudengang (vor allem beim Polyester) scheinen durch Interferenzen zu entstehen. Das Polyesterschaum z.T. reflektiv ist, habe ich mir schon gedacht, da ein "Hörvergleich" mit Basotect eindeutig das gleiche Ergebnis aufzeigte.
Man braucht sich nur mal eine Platte Polyesterschaum vors Gesicht halten und bei einem gesprochenen "Schschschsch" den Abstand zum Kopf variieren. Man hört eindeutig Reflexionen.

Irgendwelche Idden, Kritiken oder Anregungen zu dieser Sache?

 danke und Grüsse,
Andy

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markus
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« Antworten #1 am: Fr, 30. Januar 2009, 14:37 »

Fuer was so eine O 300 alles herhalten muss... Kannst Du bitte den Abstand Box-Basotect variieren und nochmal messen? Ich denke die Welligkeit ergibt sich aus der unterschiedlichen Position des Absorbers zur Schallschnelle.

Viele Gruesse, Markus
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asb
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« Antworten #2 am: Fr, 30. Januar 2009, 14:53 »

Zitat
Fuer was so eine O 300 alles herhalten muss...

 smile Naja....mangels Alternativen....


Zitat
Ich denke die Welligkeit ergibt sich aus der unterschiedlichen Position des Absorbers zur Schallschnelle.

Beim Basotect gibt es doch gar keine Welligkeiten...?
Sehe grad, ich habe die Bilder wohl ein bischen zu klein gemacht...man erkennt die Beschriftung der Messungen kaum  rolleyes

Mit dem Molton könnte ich die Abstände variieren. Mach ich morgen.


Grüsse, Andy
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markus
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« Antworten #3 am: Fr, 30. Januar 2009, 15:04 »

Also ich seh bei allen mehr oder weniger eine Welligkeit. Kannst Du die Frequenzgaenge mit REW in Bezug zum Frequenzgang ohne Material zwischen Box und Mic normalisieren? Also so, dass Rot eine durchgehende Linie wird und alle anderen Frequenzgaenge sich entsprechend darauf beziehen. Dann erkennt man mehr.
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Ydope
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« Antworten #4 am: Fr, 30. Januar 2009, 17:03 »

Müsste eigentlich recht aussagekräftig sein. Wie sieht das denn aus, wenn die Frontseite auch noch geschlossen ist, so wie die Seiten?
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Ydope
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« Antworten #5 am: So, 01. Februar 2009, 14:23 »

Hi, mir sind noch zwei Sachen eingefallen zu dem Aufbau.

durch die Notwendigkeit die Schalldurchlässigkeit verschiedener "Planen" zu bestimmen, habe ich mir mal ein paar Gedanken zur Messung selbiger gemacht.
....
 Das Polyesterschaum z.T. reflektiv ist, habe ich mir schon gedacht, da ein "Hörvergleich" mit Basotect eindeutig das gleiche Ergebnis aufzeigte.
Man braucht sich nur mal eine Platte Polyesterschaum vors Gesicht halten und bei einem gesprochenen "Schschschsch" den Abstand zum Kopf variieren. Man hört eindeutig Reflexionen.

Man muss bedenken, dass das Material, wenn es frei im Raum hängt, möglicherweise weniger reflektiert, als wenn es auf einer Dämmplatte liegt.
Außerdem: Der Schall, der nicht durchgelassen wird, kann auch in Wärme übergehen oder zerstreut werden (Dissipation). Wenn wenig durchgelassen wird, heißt das also nicht, dass viel reflektiert wurde.

Beispielsweise reflektiert die "gelochte" Folie in der Praxis wohl mehr hohe Frequenzen als das Basotect, obwohl man von den Messungen her das Gegenteil annehmen könnte.

Letztendlich interessiert ja der Reflexionsgrad und nicht die Schalldurchlässigkeit.

Gruß
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asb
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« Antworten #6 am: So, 01. Februar 2009, 17:34 »

Hallo,

danke erst mal fürs feedback.


Also ich seh bei allen mehr oder weniger eine Welligkeit.

mit "Welligkeit" meinte ich eher die extremen dips im Amplitudengang. Mit der (m.E.) geringen Welligkeit der anderen Graphen magst du Recht haben. Bleiben wir mal bei den Folien....



Erste Auslöschung bei ca 780 Hz (lambda= 44 cm) -> passt doch super: da der Abstand Sender - Folie 11 cm (lambda/4) betrug.
Zweite Auslöschung bei ca 2,3 kHz (lambda = 15 cm) -> könnte (unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Mitteltöner der O300 etwa 3 cm vor dem Hochtöner sitzt) auch passen.

usw.

Kannst Du die Frequenzgaenge mit REW in Bezug zum Frequenzgang ohne Material zwischen Box und Mic normalisieren? Also so, dass Rot eine durchgehende Linie wird und alle anderen Frequenzgaenge sich entsprechend darauf beziehen. Dann erkennt man mehr.

Ich weiss zwar nicht genau was du meinst, aber bis auf die Funktion "seperate traces" und dem generellen Pegelangleich ist mir keine weitere Funktion in REW bekannt. Sorry.


Man muss bedenken, dass das Material, wenn es frei im Raum hängt, möglicherweise weniger reflektiert, als wenn es auf einer Dämmplatte liegt.

Jep, sicher richtig. Die Folien werden eigentlich immer frei schwingend befestigt.

Zitat
Der Schall, der nicht durchgelassen wird, kann auch in Wärme übergehen oder zerstreut werden (Dissipation). Wenn wenig durchgelassen wird, heißt das also nicht, dass viel reflektiert wurde.

Meinst du, dass sich das bei solch dünnen Materialien so sehr bemerkbar macht? Eine "Richtungsänderung" wird es sicher auch geben (unterschiedliche Medien etc), aber die sollte m.E. zu vernachlässigen sein, da es nach dem weiteren Übergang (Folie - Luft) zu keiner weiteren Reflexion kommen sollte. Zumindest nicht im betrachteten Frequenzbereich (denke ich).


Zitat
Beispielsweise reflektiert die "gelochte" Folie in der Praxis wohl mehr hohe Frequenzen als das Basotect, obwohl man von den Messungen her das Gegenteil annehmen könnte.

Mehr als Basotect auf jeden Fall, das Polyester ist in dem Zusammenhang eher interessant. Wird es doch als Akustikschaum verkauft und verhält sich doch sehr anders als das Basotect und leichte Mineralwolle (die sich zum Basotect übrigens kaum unterschied).
Aber die Schäume/Molton habe ich nur zum Vergleich und aus Neugierde gemessen. Es ging primär um die Folien.


Zitat
Letztendlich interessiert ja der Reflexionsgrad und nicht die Schalldurchlässigkeit.

In Feststoffen ist das Reflexionsverhalten (vor allem oberhalb der Resonanzfrequenz, bzw der Biegewellenresonanz) proportional abhängig von der flächenbezogenen Masse. Müsste sich also grob bestimmen lassen.

Könnte man die Auslöschungen durch Interferenzen einfach "auffüllen", um sich einem idealisierten Verlauf anzunähern?
Also zB 1/1 oct Glättung...?


Grüsse, Andy
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« Antworten #7 am: So, 01. Februar 2009, 17:59 »

Zu der Korrekturgeschichte, man kann das als Mikrokorrekturdatei machen. Einfach entsprechend den Messschrieb exportieren und als Korrekturdatei angeben. Geht zumindestens bei Arta.

Gruß

Stefan
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« Antworten #8 am: So, 01. Februar 2009, 19:09 »

Hi  wink


Man muss bedenken, dass das Material, wenn es frei im Raum hängt, möglicherweise weniger reflektiert, als wenn es auf einer Dämmplatte liegt.

Jep, sicher richtig. Die Folien werden eigentlich immer frei schwingend befestigt.


Meinst du bei deinem Experiment? In der Praxis sicherlich nicht immer.


Zitat
Zitat

Der Schall, der nicht durchgelassen wird, kann auch in Wärme übergehen oder zerstreut werden (Dissipation). Wenn wenig durchgelassen wird, heißt das also nicht, dass viel reflektiert wurde.

Meinst du, dass sich das bei solch dünnen Materialien so sehr bemerkbar macht?

Ich weiß es nicht und ohne Wissen kann man nur spekulieren. Das ist die prinzipielle Schwachstelle dieses Experiments.


Zitat
In Feststoffen ist das Reflexionsverhalten (vor allem oberhalb der Resonanzfrequenz, bzw der Biegewellenresonanz) proportional abhängig von der flächenbezogenen Masse. Müsste sich also grob bestimmen lassen.

Verstehe nicht, was das mit dem Experiment zu tun hat. nixweiss Das Experiment soll doch Hinweise zum Reflexionsgrad des Materials geben, oder interessiert dich die Durchlässigkeit an sich?

Gruß
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« Antworten #9 am: Di, 03. Februar 2009, 20:36 »

Hi Julius,

Jep, sicher richtig. Die Folien werden eigentlich immer frei schwingend befestigt.

Meinst du bei deinem Experiment? In der Praxis sicherlich nicht immer.

In der Praxis dieser Folien schon zwinkern
Soll aber nicht das Thema sein.

Ich habe noch mal den Fasold/Veres gewälzt, wirklich schlauer bin ich aber auch nicht.
Um bei Spekulationen zu bleiben...ich vermute, dass sich die Energieverluste durch Umwandlung in Wärme, Bewegungsenergie oder Dissipation bei solch leichten Folien sehr in Grenzen halten wird. Zumindest habe ich bisher keine Gründe gefunden, die dagegen sprechen.

Interessant für mich sind eigentlich beide Faktoren: Schalldurchlässigkeit und Reflexionsverhalten.
Ich werde die Folien mal noch fotografieren, dann kann man sich ein besseres Bild machen.


Grüsse, Andy
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