Bass mit nierenförmiger Abstrahlcharakteristik
  
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Di, 07. Februar 2012, 05:19
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Autor Thema: Bass mit nierenförmiger Abstrahlcharakteristik  (Gelesen 7096 mal)
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asb
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« am: Do, 30. Oktober 2008, 18:58 »

Hallo,


Neugier (durch diverse Berichte über die aktiven Monitore der Firma ME Geithain geweckt) und Spieltrieb haben mich motiviert, in diese Richtung mal etwas zu versuchen.
Die Effekte von Di/Ripolen sind ja hinreichend bekannt und auch (für mich) einigermassen nachvollziehbar, die Bedingungen für eine nierenförmige Abstrahlcharakteristik (Kardioid) im Bassbereich für mich ziemlich undurchsichtig.
ME Geithain erreicht diese Charakteristik durch ein akustisches "Phasendrehglied" (im Grunde wohl poröse Strömungsabsorber) vor einer rückwärtigen Öffnung des Bassgehäuses, die die gleiche Oberfläche wie die Bassmembran an der Vorderseite aufweist.

Zufällig sind die Öffnungen für die Aktivmodule meiner Subwoofer einigermassen ident mit dem 12" Peerless Sub und boten sich somit für einen Versuch in diese Richtung an.

Zur Erinnerung, es geht um diese Dinger:



Bevor man sagen kann, dass die Bedämpfung der Öffnung (ein Mix aus Baumwolle [5-7 cm] und Polyesterschaum [8 cm]) auch ihren Zweck erfüllt, muss natürlich erst einmal der Effekt überprüft werden.
Dazu ging es in den Garten....nächste (für den Bassbereich) schallharte Oberfläche ca 6 m entfernt.
Der Subwoofer stand auf seinem "Stiel" (also ca 60 cm über dem Boden....Mitte Membran.

Bis auf die Phasenmessung wurden alle Messungen mit einem Abstand von 80 cm ab Gehäusevorderkante durchgeführt.
Messpegel bei 85 dB(C) (mehr wollte ich meinen Nachbarn bei 40 Messungen nicht zumuten), Grundrauschen lag um die 50 dB(C).

Zuerst die Winkelmessungen des Subwoofers mit verbautem Aktivmodul (also geschlossene Bauweise).
Alles ohne EQ (logisch), einzig den 6 dB Boost bei 30 Hz habe ich einstellungstechnisch am Aktivmodul belassen.
Der Einfachheit halber habe ich mich auf 22° Schritte festgelegt. Die 0° Messung ist schwarz (kaum zu sehen, da von den 45 und 67° Messungen verdeckt...), 157° ist die grüne Linie, 180° die blaue. Alle Messungen ungeglättet.
Ansonsten gab es bei jeder weiteren Abweichung der on-axis-Messung einen geringen Pegelabfall...daher habe ich mir eine Beschriftung gespart.

Zum Vergrössern: ---> auf die Diagramme klicken

Sub-CB



Sub hinten offen (bedämpft mit 8 cm Polyesterschaum und ca 5 cm Baumwolle)



Phasenmessung 80 cm vor der Membran, bzw 80 cm vor der hinteren Öffnung


Festzustellen bleibt, dass die Phasenverschiebung bei zunehmender Bedämpfung (ich habe mehrere Varianten und Dicken ausprobiert) geringer ausfällt und das die Sache tatsächlich funktioniert (jedenfalls nach meiner Interpretation). Geithain erreicht bei 32 Hz und 180° ca 10 dB Dämpfung gegenüber 0°.
Problematisch sind vorerst noch Strömungs- und Klappergeräusche des Polyesterschaumes. Verkleben fällt aus, da ich ja ab und an ran muss und ein verkeilen stellt sich als gar nicht so einfach heraus.
Dazu habe ich mir ein paar Lochbleche zurechtgebogen und sie an die Rückwand verschraubt:



Die erwähnten 5 cm Baumwolle bilden momentan noch zusammengeknüllte Handtücher, da werde ich mir auch noch was anderes einfallen lassen.
Überhaupt ist das "Projekt" nicht ansatzweise abgeschlossen. Ich denke, da gibt es noch einiges Verbesserungspotenzial. Aber zumindest der Anfang ist getan smile

Ein weiterer Wehrmutstropfen ist die Reaktion der offenen Variante mit dem Raum. Wirkliche Verbesserungen lassen sich m.E. damit (bei mir) nicht erzielen.

Vergleich CB (schwarz) vs. "Niere" (rot) - linker LS



rechter LS



stereo



Die Pegelsenke bei 50 Hz hat sich "verschlimmert", den Rest finde ich wenig erwähnenswert.
Der Effekt gilt natürlich nur für meinen Raum bei ziemlich unflexibler Aufstellung von LS und Hörplatz.
Ein weiterer Hintergedanke war ein gleichmässigeres Bündlungsverhalten über den Frequenzbereich....leider ohne messtechnisch feststellbare positive Effekte.

Subjektiv bilde ich mir ein, einen etwas flinkeren Bass zu hören....aber irgendwas muss man sich ja bei einem Aufwand einreden zwinkern




Grüsse, Andy
« Letzte Änderung: Mi, 30. Dezember 2009, 12:05 von asb » Gespeichert
markus
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« Antworten #1 am: Do, 30. Oktober 2008, 23:16 »

Da sieht man mal wieder, dass die Art die Bassquelle fast so gut wie keine Rolle spielt, wenn sie im Raum steht. Loesung bringt nur Multisub und Absorber.

Viele Gruesse, Markus
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asb
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« Antworten #2 am: Fr, 31. Oktober 2008, 09:02 »

Ich habe mir dahingehend auch nicht so viel erhofft. Zumindest nicht was die Modenanregung angeht.

Auf der HP von Geithain findet man dieses Diagramm, welches in einem Tonstudio gemessen wurde.


Quelle: http://me-geithain.de/index2.html

Wenn man sich die Erklärung von Herrn Kiesler dazu durchliest, war es wohl eine schallharte Fläche hinter den LS, die für diesen Unterschied verantwortlich war.
Hinter meinen LS steht eine "Wand" aus 12 cm Steinwolle (mit 10 cm Wandabstand)...vielleicht hätte ich die mal für den Vergleich wegnehmen sollen. Obwohl ich der "Wand" im Bassbereich kaum Wirkung zuschreibe.

Ein Multisubsystem (oder auch Absorber) wird ein "Nierenbass" nie ersetzen können. Für diejenigen, die weder das Eine, noch das Andere stellen können, ist es wenigstens eine Alternative, denke ich.



Grüsse, Andy
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Barnie
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« Antworten #3 am: Fr, 31. Oktober 2008, 09:22 »

Hallo Andy!

Subjektiv bilde ich mir ein, einen etwas flinkeren Bass zu hören....aber irgendwas muss man sich ja bei einem Aufwand einreden zwinkern

Könnte auch an der 50Hz Senke liegen, dass der Bass wie "entschlackter" klingt.

Robert (Poison Nuke) war kürzlich bei einem Userl, der bei sich einen Ripol hat, aber eine Positive Wirkung auf die gesamtakustik konnte er auch nicht feststellen. Hier der Bericht wens interessiert:

http://forum.poisonnuke.de/index.php?action=ViewThread&TID=1338

 prost
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« Antworten #4 am: Fr, 31. Oktober 2008, 11:02 »

Hallo Barnie,


den Bericht lese ich mir bei Gelegenheit durch, danke  prost
An den Effekt der Senke will ich nicht so recht glauben...da fehlte subjektiv auch vorher schon was.
Das, was ich mir einbilde, in Worte zu fassen, ist schwierig.

Aber mir ist grad eingefallen, ich werde mal die Impulsantworten CB-Niere anschauen. Vielleicht hat sich ja im Ausschwingverhalten etwas verändert (auch wenn ich da im Bassbereich nicht so recht an eine Hörbarkeit glaube).


Grüsse, Andy
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« Antworten #5 am: Fr, 31. Oktober 2008, 11:30 »

Hmm....

In der Tat hat sich da was getan.

rot-> CB, schwarz-> "Niere"



Inwiefern solch eine Differenz hörbar ist, entzieht sich meiner Kenntnis zwinkern


Grüsse, Andy
« Letzte Änderung: Mi, 30. Dezember 2009, 12:06 von asb » Gespeichert
Barnie
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« Antworten #6 am: Fr, 31. Oktober 2008, 11:56 »

An den Effekt der Senke will ich nicht so recht glauben...da fehlte subjektiv auch vorher schon was.

Ist mir halt nur so eingefallen weil ich weiss, dass wenn man Bass im Studio etwas klarer und stukturierter machen will, eine Senke per EQ da manchmal Wunder bewirken kann...
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markus
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« Antworten #7 am: Fr, 31. Oktober 2008, 13:37 »

Ein Multisubsystem (oder auch Absorber) wird ein "Nierenbass" nie ersetzen können. Für diejenigen, die weder das Eine, noch das Andere stellen können, ist es wenigstens eine Alternative, denke ich.

Wenn man derart eingeschraenkt ist, wuerde ich zu einem echten Dipol-Sub zurueckgreifen. Da kann man dann durch simples Drehen des Gehaeuses die Moden verschieden 'ansteuern'.

Viele Gruesse, Markus
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« Antworten #8 am: Fr, 31. Oktober 2008, 17:11 »

Eine nette Messreihe zum Thema:

http://www.wvier.de/texte/Kardioidquellen%20in%20Mehrkanalsystemen.pdf

Warum ich bei mir keine solch "drastischen" Effekte feststellen konnte, bleibt wohl erst mal ein Geheimnis.
Wobei ich nicht behaupten möchte, dass die Niere so funktioniert, wie bei zB den LS von MEG.
Bin da mit meinem Bastelprojekt sicherlich um Welten an der Professionalität von Hr. Kiesler entfernt.

An den Effekt der Senke will ich nicht so recht glauben...da fehlte subjektiv auch vorher schon was.

Ist mir halt nur so eingefallen weil ich weiss, dass wenn man Bass im Studio etwas klarer und stukturierter machen will, eine Senke per EQ da manchmal Wunder bewirken kann...


Ich weiss schon, was du meinst...in meinem Fall war da aber von Hause aus weder Pegel- noch Abkling"technisch" Potenzial vorhanden. Ich vermute auch, dass da mehr Suggestion im Spiel ist, als mir lieb ist zwinkern


Ein Multisubsystem (oder auch Absorber) wird ein "Nierenbass" nie ersetzen können. Für diejenigen, die weder das Eine, noch das Andere stellen können, ist es wenigstens eine Alternative, denke ich.

Wenn man derart eingeschraenkt ist, wuerde ich zu einem echten Dipol-Sub zurueckgreifen. Da kann man dann durch simples Drehen des Gehaeuses die Moden verschieden 'ansteuern'.

Viele Gruesse, Markus


Auch keine Frage....in meinem Fall bot sich der Versuch nur an, weil die Grösse der rückwärtigen Öffnung gut passte.
Wenn man sich die oben verlinkten Messungen anschaut, geht da aber durchaus was mit einem Karioid.


Grüsse, Andy
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« Antworten #9 am: So, 02. November 2008, 12:25 »

Hallo Andy,

ich Denke, Du hast mit Arta gemessen. Magst Du mal Sonogramme erstellen und einstellen?

Danke

Stefan
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« Antworten #10 am: So, 02. November 2008, 14:29 »

Hallo Stefan,


um ja nichts zu verpassen, habe ich jede Winkelmessung mit REW und Arta gemacht smile
Ich denke, in Anlehnung an die Infos von MEG wäre ein Polardiagramm "besser"...das Sonogramm gibt da nicht so viel her.

(Bild anklicken, zum vergrössern)


Wesentlich ungleichmässiger, im Vergleich zu den Nieren von MEG. Die Dämpfung ist auch nicht ganz so drastisch, aber annähernd vergleichbar, denke ich.



Grüsse, Andy

« Letzte Änderung: Mi, 30. Dezember 2009, 12:06 von asb » Gespeichert
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« Antworten #11 am: So, 02. November 2008, 14:35 »

Ja, danke. Kann ich trotzdem das Sonogramm bekommen?

Gruß

Stefan
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« Antworten #12 am: So, 02. November 2008, 14:46 »

Türlich.





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« Letzte Änderung: Mi, 30. Dezember 2009, 12:07 von asb » Gespeichert
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« Antworten #13 am: So, 02. November 2008, 15:12 »

Danke!

Stefan
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« Antworten #14 am: Di, 10. Februar 2009, 22:40 »

Hallo,


http://www.wvier.de/texte/Monopol,%20Dipol%20&%20Unipol.pdf

Auch sehr interessant. Vor allem die theoretischen Herleitungen.
Ich denke, ich werde die Sache noch mal ohne rückwärtige Bedämpfung vergleichen.



Grüsse, Andy
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