Hörplatz direkt an der Rückwand
  
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Di, 22. Mai 2012, 02:12
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Autor Thema: Hörplatz direkt an der Rückwand  (Gelesen 1617 mal)
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alex8529
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« Antworten #15 am: So, 05. Oktober 2008, 12:11 »

wurde festgestellt, daß rückwärtige Reflexionen bei Pulsen einen recht grossen Einfluss haben, bei Sprache einen geringeren, bei Musik fast gar keinen (beurteilt wurde image width).

bei meinem Ohrensessel, der ja eigentlich wie eine Rückwand wirkt,
hat ja Andy Unterschiede gehört, Ich höre nix.

Kann auch sein, dass durch die rückwärtige Schräge die 1.Reflektion so gering
ist, dass kaum ein Unterschied hörbar ist.

Grüße Frank
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markus
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« Antworten #16 am: So, 05. Oktober 2008, 19:32 »

Lt. Sengpiel hat Vorhangstoff 610 g/m² einen alpha-Wert von 0.70 (2 kHz), 0.65 (4 kHz). Unsere Kissen sind 20 cm dick, mit Polsterstoff 1 kg/m². Sollte also theoretisch besser absorbieren.

Oder besser reflektieren  lolwech

Mineralwolle habe ich nicht, ersatzweise kann ich den Schaumstoffkern einer Bettmatratze anbieten.

Probier' doch bitte mal.
Übrigens ist Tooles Buch bei uns erhältlich (Sound Reproduction: The Acoustics and Psychoacoustics of Loudspeakers and Rooms). Bin gerade am lesen.

Viele Grüße, Markus
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KlausR.
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« Antworten #17 am: Mi, 08. Oktober 2008, 11:30 »

Übrigens ist Tooles Buch bei uns erhältlich (Sound Reproduction: The Acoustics and Psychoacoustics of Loudspeakers and Rooms). Bin gerade am lesen.

Der Toole steht in meiner Unibibliothek, Linkwitz hat 'nen Kommentar auf amazon geschrieben, es scheint, als ob's da mehr über surround geht als über 2-Kanal. Weiterhin glaube ich nicht, daß Toole im Buch hinsichtlich 2-Kanal wesentlich anders denkt als in seinem 2006er AES paper, warum sollte er?

Klaus
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markus
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« Antworten #18 am: Mi, 08. Oktober 2008, 15:23 »

Unbedingt lesen! Es geht sehr wohl um Stereo. Multichannel ist für ihn eine Möglichkeit mehr Räumlichkeit und Envelopment zu transportieren. Sprich ein Gefühl von "Ich bin dort" zu erzeugen.
Grundsätzlich werden Reflexionen von Seitenwänden weiterhin favorisiert, da sie ein Plus an Räumlichkeit erzeugen. Trotzdem argumentiert er für Absorber hinter den Lautsprechern und an der Wand hinter der Hörposition (Vermeidung von starker interauraler Kreuzkorrelation).

Interessant auch wie verstärkte Absorption dazu führt, dass Kammfilterffekte erst hörbar werden! Denn je mehr Reflexionen aus unterschiedlichen Richtungen, je besser ist unser Gehör in der Lage Klangverfärbungen zu kompensieren. Wie könnte man in einem Konzertsaal mit seinen unzähligen Reflexionen jemals sonst unverfärbte Instrumente hören?

Interessant auch der Bericht über einen fundamentalen Fehler von Stereophonie: Klangverfärbung einer mittigen Phantomschallquelle (Einbruch bei ca. 1,85 kHz), weil die HRTF von einer natürlichen Mittenschallquelle im Vergleich zur HRTF der mittigen Phantomschallquelle unterschiedlich ist. Daraus erwachsen einige Probleme (z.B. beim Hören eines Stereosignals in Surround oder anders herum). Man kann das einfach selbst überprüfen: Pink Noise abspielen and den Kopf horizontal um den Sweet Spot bewegen: dort wo der Klang am gedämpftesten klingt (Einbruch bei 1,85 kHz) ist der Sweet Spot.

Aber ich schweife ab smile Buch lesen!

Viele Grüße, Markus
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KlausR.
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« Antworten #19 am: Fr, 10. Oktober 2008, 10:51 »

Hallo Markus,

aus dem, was Du bzgl. des Buches ausführst, schliesse ich, daß er hinsichtlich der hier angesprochenen Punkte genau dasselbe sagt wie in seinem AES paper, also eigentlich nichts Neues.

Zitat
Denn je mehr Reflexionen aus unterschiedlichen Richtungen, je besser ist unser Gehör in der Lage Klangverfärbungen zu kompensieren.

Sagen auch Case, “An investigation of the spectral effect of multiple early reflections”, J. of Acoust. Soc. of America 2001, vol. 109, no. 5, p.2003 und Salomons, "“Coloration and binaural decoloration of sound due to reflections”, Thesis, Delft University 1995. Wenn frühe Reflexionen immer und überall zu Verfärbungen führen würden, würde wohl keiner mehr in Konzerte gehen.

Daß Phantomschallquellen sich klanglich und in Sachen Abbildung von Realschallquellen unterscheiden, wird sehr schön von Lee “Elicitation and grading of subjective attributes of 2-channel phantom images”, Audio Eng. Soc. preprint 6142 dargelegt. Muss man wohl mit leben.


Klaus
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