Hörplatz direkt an der Rückwand
  
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Di, 22. Mai 2012, 02:11
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Autor Thema: Hörplatz direkt an der Rückwand  (Gelesen 1617 mal)
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markus
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« am: So, 28. September 2008, 21:30 »

Hi,

in meiner aktuellen Aufstellung sitze ich (leider) fast direkt vor der Rückwand. Die Lokalisierung von Phantomschallquellen ist stark gestört. Bitte überprüft das wenn möglich doch mal bei euch selbst anhand folgendem Hörbeispiel:

http://www.mehlau.net/stuff/quail.wav

Bei Kopf-Wandabstand < ca. 30 cm kann ich das Vogelpiepsen nur sehr ungenau oder fast gar nicht sicher orten. Sobald ich mich vorlehne ist die Lokalisierbarkeit fast perfekt.

Viele Grüße, Markus
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asb
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« Antworten #1 am: So, 28. September 2008, 21:42 »

Hallo Markus,


...wandert bei mir von halbrechts nach links...



Grüsse Andy


PS und das hörst du direkt an der Wand nicht mehr, oder habe ich etwas nicht verstanden/(überhört  biggrinsen )?
« Letzte Änderung: So, 28. September 2008, 22:07 von asb » Gespeichert
markus
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« Antworten #2 am: So, 28. September 2008, 23:39 »

Hast Du richtig verstanden. Mit sehr kleinem Abstand von der Rückwand ist keine eindeutig definierte Richtung mehr hörbar. Da ich weiss welcher Pfeiffer von wo kommen muss, kann ich die Ortung an diesen Ort zwingen, aber sobald ich das Sample loope und mit geschlossenen Augen versuche die Richtung zu bestimmen (d.h. nach einigen Loops nicht mehr weiss an welcher Stelle abgespielt wird) tritt Mehrdeutigkeit auf.
Im Sample sind übrigens ausschliesslich Phantomschallquellen hörbar: ungefähr 60% rechts, 20% rechts, 20% links, 60% links. Auch ein guter Test, um sich mal wieder in Erinnerung zu rufen wie klein der Sweetspot eigentlich ist.

Viele Grüße, Markus
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« Antworten #3 am: Mo, 29. September 2008, 09:30 »

Ich habe den Test zwar nicht gemacht, aber mir die Datei mal angehört und ausgewertet. Man sieht schln, dass bei etwa 3,8kHz der eigentliche Ton ist und bei entsprechenden Vielfachen die Harmonischen sind.

Stefan
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asb
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« Antworten #4 am: Mo, 29. September 2008, 16:15 »

Im Sample sind übrigens ausschliesslich Phantomschallquellen hörbar: ungefähr 60% rechts, 20% rechts, 20% links, 60% links. Auch ein guter Test, um sich mal wieder in Erinnerung zu rufen wie klein der Sweetspot eigentlich ist.

Interessant. Ich hätte jetzt getippt, dass links härter gepant ist. Scheint bei mir um die entsprechenden Frequenzen auch was im Argen zu liegen.
Kann man mal sehen, dass da selbst im Nahfeld einiges mit reinmischt. Oder ich habs mit den Ohren  smile


Grüsse Andy
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« Antworten #5 am: Mo, 29. September 2008, 16:38 »

Oder die Anlage spielt links und rechts unterschiedlich laut schreck
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markus
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« Antworten #6 am: Mo, 29. September 2008, 17:21 »

Klaus, hast Du das Sample mal bei Dir ausprobiert?

Viele Grüße, Markus
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Ydope
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« Antworten #7 am: Mo, 29. September 2008, 18:13 »

Ich kann das sehr klar orten, habe momentan aber auch rundum reflexionsfreie Zone, sogar Schaumstoff auf dem Boden. Die 60% hätte ich aber höher getippt. Wenn man etwas zu einer Seite wandert scheint das ganze in dieselbe Richtung zu wandern. An der Rückwand gehts nur noch ansatzweise, aber die ist auch ca. 3 m weiter hinten.
Außerdem habe ich wohl irgendwo links und recht vertauscht, denn bei mir wanderts von links nach rechts.

Gruß
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KlausR.
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« Antworten #8 am: Mo, 29. September 2008, 18:36 »

Klaus, hast Du das Sample mal bei Dir ausprobiert?

Viele Grüße, Markus

Moin,

klar, aber nur mit den kleinen Genelecs direkt am laptop, Hörabstand ca. 1.30/1.80 und hinter mir eine Dachschräge. Mit Kopf direkt am Übergang Schräge/Wand wird die Lokalisation ungenauer. Die beiden Aussenpositionen krieg' ich noch ungefähr hin, die beiden Innenpositionen sind sehr undeutlich. Wie krieg ich den file auf CD, dann probier ich's mal mit der grossen Anlage aus?

Klaus
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« Antworten #9 am: Mo, 29. September 2008, 20:08 »

Hi Stefan,

Oder die Anlage spielt links und rechts unterschiedlich laut schreck

Nicht wirklich...oder besser: nicht relevant...




Bleibt nur noch Ohr und Reflexionen zwinkern
Wobei, eben noch mal gehört...bei geschlossener Tür gehts eigentlich einigermassen  rolleyes Andererseits dürfte es keine "kritischen" Reflexionen geben (Bündelung).

Egal...guter, einfacher Test.


Grüsse Andy
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KlausR.
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« Antworten #10 am: Fr, 03. Oktober 2008, 17:34 »

Hallo Markus,

habe den Test jetzt auf den grossen Anlage gemacht (Basisbreite 2.70, Hörabstand 3.60). Vorgelehnt ist die Ortung prima, bei 30 cm von der Rückwand etwas schlechter, besonders die 20%-Positionen, bei Kopf gegen die Wand noch schlechter.

Habe dann noch mit dicken Kissen gearbeitet, vorgelehnt mit Kissen an der Rückwand ist die Ortung genau so gut wie ohne Kissen. Scheint, als ob frühe Reflexionen doch nicht so störend sind, wie allgemein behauptet wird engel

Wenn ich den Kopf dann direkt gegen die Kissen lehne, ist die Ortung fast ganz im Eimer.

Die offensichtliche Frage, die sich stellt: wie ist dieses Phänomen zu erklären?

Klaus

Lt. Anzeige meines CD-Rekorders (peak-hold Funktion) sind bei 20% links beide Kanäle gleich laut, der zweite Tschirper bei 60% rechts ist deutlich mehr rechts als der erste.
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moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #11 am: Sa, 04. Oktober 2008, 11:04 »

Salopp gesagt: Das hat die Evolution nicht vorgesehen, dass von hinten (fast) nichts kommt.
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Freundliche Grüße
Jürgen
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« Antworten #12 am: Sa, 04. Oktober 2008, 23:02 »

Hallo Jürgen,

Salopp gesagt: Das hat die Evolution nicht vorgesehen, dass von hinten (fast) nichts kommt.

denke nicht, dass dies der Grund ist. In dem (für das Gehör) prägnanten Zeitraum haben "wir" maximal Höhlen bewohnt.
Die relevanten Eigenschaften dürften eh "outdoor" geprägt worden sein. Und dort gibt es kaum diskrete Reflexionen.


@ Klaus

Zitat
Habe dann noch mit dicken Kissen gearbeitet, vorgelehnt mit Kissen an der Rückwand ist die Ortung genau so gut wie ohne Kissen. Scheint, als ob frühe Reflexionen doch nicht so störend sind, wie allgemein behauptet wird


Ich mutmaße mal ganz ungezwungen in den Raum hinein, dass neben der zeitlichen Folge einer Reflexion auch die Richtung eine Rolle spielt. Eine Reflexion von der Rückwand dürfte sich weniger störend auf die Ortung auswirken, als eine seitliche.
Warum die Ortung aber gänzlich im Eimer ist, wenn sich der Kopf direkt am Kissen befindet, würde mich auch interessieren.
Werde ich morgen auch mal ausprobieren.
Ich habe kürzlich meinen Sessel von der Kopflehne befreit...und damit (für mein Empfinden) auch den Raumeindruck beim Musik hören.
Unterschiede in der Ortung sind mir dabei aber nicht aufgefallen. Hab aber auch nicht explizit drauf geachtet. Aber wenn es nicht auffällig ist, kanns ja nicht so vie anders gewesen sein zwinkern


Grüsse Andy
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markus
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« Antworten #13 am: So, 05. Oktober 2008, 04:31 »

Habe dann noch mit dicken Kissen gearbeitet, vorgelehnt mit Kissen an der Rückwand ist die Ortung genau so gut wie ohne Kissen. Scheint, als ob frühe Reflexionen doch nicht so störend sind, wie allgemein behauptet wird

... oder die Reflexionen doch sehr stören, Deine Kissen aber sehr schlechte Absorber sind smile 10 cm Basotect mit 10 cm Abstand zur Wand haben bei mir eine sehr deutliche Verbesserung gezeigt. Hast Du nicht mal schnell ein, zwei Matten Mineralwolle zur Hand?

Viele Grüße, Markus
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KlausR.
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« Antworten #14 am: So, 05. Oktober 2008, 11:51 »

Moin Markus,

... oder die Reflexionen doch sehr stören, Deine Kissen aber sehr schlechte Absorber sind smile 10 cm Basotect mit 10 cm Abstand zur Wand haben bei mir eine sehr deutliche Verbesserung gezeigt. Hast Du nicht mal schnell ein, zwei Matten Mineralwolle zur Hand?

Lt. Sengpiel hat Vorhangstoff 610 g/m² einen alpha-Wert von 0.70 (2 kHz), 0.65 (4 kHz). Unsere Kissen sind 20 cm dick, mit Polsterstoff 1 kg/m². Sollte also theoretisch besser absorbieren. Mineralwolle habe ich nicht, ersatzweise kann ich den Schaumstoffkern einer Bettmatratze anbieten.

Wie dem auch sein, in

Wrightson et al. (1986b), “Influence of rear-wall reflection patterns in LEDE-type recording studio control rooms”, J. of Audio Eng. Soc., p.796

wurde festgestellt, daß rückwärtige Reflexionen bei Pulsen einen recht grossen Einfluss haben, bei Sprache einen geringeren, bei Musik fast gar keinen (beurteilt wurde image width).

Klaus
« Letzte Änderung: So, 05. Oktober 2008, 12:07 von KlausR. » Gespeichert
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