Erklärung der verschiedenen Methoden zur Bass-Absorption
  
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Di, 07. Februar 2012, 05:33
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Autor Thema: Erklärung der verschiedenen Methoden zur Bass-Absorption  (Gelesen 2191 mal)
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Ydope
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« am: So, 14. September 2008, 15:43 »

Es gibt im Wesentlichen 4 Typen von Bass-Absorbern

  • Kantenabsorber (KA)
    Hierbei handelt es sich um Dämmwollplatten (Mineralwolle, Hanfwolle, Zellulose), die schräg vor den Kanten angebracht werden. Sie sind poröse Absorber, die am besten in der Schallschnelle wirken und nicht im Schalldruckmaximum (im Gegensatz zu den drei anderen Typen) und sie funktionieren breitbandig, d.h. nicht nur in einem engen Frequenzbereich. Weniger als 10 cm Dicke sollte man nicht einplanen.
  • Plattenresonator
    Es handelt sich um einen luftdichten Kasten, dessen Frontseite aus einer schwingenden Platte besteht. Sie sind mit Dämmaterial gefüllt und funktionieren nach dem Masse (die Platte) - Feder (das Luftvolumen) - Prinzip. Die Luftschwingung regt die Platte bei ihrer Resonanzfrequenz zum Mitschwingen an. Dadurch dass im Inneren des Kastens Dämmmaterial ist, wird die Luftbewegung gebremst und die Schallenergie letztendlich in Wärme umgewandelt. Der Frequenzbereich ihrer Wirkung umfasst ca. eine Oktave.
  • Verbundplattenresonator (VPR)
    Es handelt sich um eine Stahlplatte von 1-2,5 mm Dicke, die auf einer ca. 10-25 cm dicken Trägerschicht aus Dämmmaterial, wie z.B. Akustikschaum festgeklebt ist. Die Konstruktion kommt dann mit der Stahlplatte in den Raum zeigend an die Wand. Die Luftschwingungen regen die Platte zum Mitschwingen an und die Dämpfung dieser Schwingungen führt wieder dazu, dass Schallenergie in Wärne umgewandelt (absorbiert) wird. Ein VPR funktioniert im Gegensatz zu einem Plattenresonator breitbandig.
  • Helmholtzabsorber
    Es handelt sich eigentlich nur um einen Kasten, der eine Öffnung hat. Je mahr Dämpfungsmaterial sich im Inneren oder in der Öffnung befindet, desto breitbandiger wird die Wirkung, aber desto geringer wird sie bei der Resonanzfrequenz. Über das Wirkungsprinzip gibt es verschiedene Auskünfte: Die einen sagen, der angeregte HH-Resonator sendet Anti-Schall aus, der den Originalschall vernichtet, die anderen sagen, das Luftvolumen in der Öffnung schwingt mit dem Schall mit und absorbiert diesen auf diese Weise. Jedenfalls funktioniert es auch nach dem Masse-Feder-Prinzip: Die Luft in der Öffnung ist die Masse und die Luft im Inneren des Volumens ist die Feder, Dies ist der prinzipiell schmalbandigste Absorbertyp.

Grundsätzlich sind der wirkungsvollste Ort zur Bassabsorption die Raumecken, gefolgt von Raumkanten und einfachen Raum-Begrenzungsflächen. Für poröse Absorber analog der Bereich davor.
Welches nun der beste Typ ist, hängt von der Situation ab und ist nicht unumstritten. Je kleiner der Raum, desto eher bieten sich Kantenabsorber an, da sie breitbandig wirken und nach dem, was man weiß, bei gleicher Fläche besser wirken als VPRs (*). Außerdem ist der prozentualle Anteil der Kanten an allen Begrenzungsflächen in einem kleinen Raum größer.

Ob es wirksamer ist, flache Wände mit Plattenresonatoren oder VPRs zu versehen ist auch nicht klar. Nimmt man Plattenresos, muss man auf jeden Fall mindestens zwei verschieden abgestimmte Varianten abwechseln, um einen ausreichenden Frequenzbereich abzudecken.
Helmholtz-Absorber erfreuen sich großer Beliebtheit, scheinen aber letztendlich die geringste Wirkung auf die Gesamtsituation zu haben, vor allem, weil sie so schmalbandig wirken.

KA funktionieren mit sinkender Frequenz schlechter, Plattenresonatoren und Helmholtz-Resonatoren können auf beliebige Frequenzen abgestimmt werden.
Die VPRs die ich bisher gesehen habe nehmen auch mit fallender Frequenz in ihrer Wirkung ab. Andererseits sinkt der Frequenzbereich der Wirkung mit der Dicke der Platte, d.h. man könnte diesen Effekt evtl. verhindern. Das ist aber Spekulation.

(*) Der einzige Vergleich auf dem diese Aussage beruht, findet sich hier: http://www.casakustik.de/forum/index.php/topic,205.msg4910.html#msg4910
Je nach Ausführung der jeweiligen Absorber können natürlich andere Ergebnisse zustande kommen. Es bleibt ein großes Maß an Ungewissheit.

Korrekturen, Ergänzungen willkommen...
« Letzte Änderung: Do, 28. Mai 2009, 15:14 von Ydope » Gespeichert

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Barnie
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« Antworten #1 am: Do, 28. Mai 2009, 14:32 »

  • Verbundplattenresonator (VPR)
    Es handelt sich um eine Stahlplatte von 1-2 mm Dicke, die auf einer ca. 10 cm dicken Trägerschicht aus Dämmmaterial,
Die Dicke der Stahlplatte kann bis zu 2.5mm betragen und die Tiefe des VPR's bis 25cm:

http://www.faist.de/typo3/faistprodukte/faistakustik0/faistfreifeldraum0.html

Ansonsten - schöne Zusammenfassung  daumenhoch
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Ydope
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« Antworten #2 am: Do, 28. Mai 2009, 15:15 »

Danke, ist korrigiert.
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« Antworten #3 am: Do, 28. Mai 2009, 15:21 »

Wenn man in die Patentanmeldung und/oder die Suchfunktion schaut, sieht man, dass Beides noch dicker sein kann/darf.

Stefan
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