Wie die Nachhallzeit in einem "kleinen" Raum im Bassbereich messen?
  
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Di, 07. Februar 2012, 21:32
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Autor Thema: Wie die Nachhallzeit in einem "kleinen" Raum im Bassbereich messen?  (Gelesen 698 mal)
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« am: Sa, 09. August 2008, 10:25 »

Hallo,

nach langen Diskussionen in diesem Forum zur Thematik NHZ in kleinen Räumen messen, habe ich mich entschlossen, das mal näher zu beleuchten.

Ich habe eine Rundfunktechnische Mitteilung von 1986/Heft6. Dort steht von Oelmann und Zha geschrieben, warum die Messung problematisch ist und wie man messen könnte. Wer Interesse an dem Paper hat, bitte ne PM an mich, ich mails dann...

Zitat
Zunächst wird dort beschrieben, das in aller Regel die NHZ unter 100Hz stark zunimmt und man festgestellt hat, dass das letztlich Messfehler sind, da die analogen Filter in der damaligen Zeit selber Phasenschwierigkeiten etc. hatten, so das man nicht mehr den Raum, sondern die Messaparatur gemessen hat. Diese Problematik würde ich heutzutage einfach mal ausklammern, aufgrund moderner Messsysteme, welche computerbasierend sind.

Weiterhin hat man gesagt, dass die Nachhallzeit die Zeit ist, welche ohne berücksichtigung der Moden enstteht. Da jedoch ein Raum immer mit Moden behaftet ist, ist der Wert nicht oder nur sehr bedingt messbar und auch der Wert der NHZ unpraktikabel. Also hat man sich dort auf deen Begriff Nachklingzeit (NKZ) geeinigt. Dieser berücksichtigt die Moden.

Die Grenze, bis wann man von NKZ und ab wann von NHZ spricht, hat man an der Modendichte fest gemacht. Man hat gesagt, wenn 20 Moden pro Terz vorhanden sind, handelt es sich nicht mehr um die NKZ, sondern um die NHZ. Bei einem dort beispielhaft benannten Raum mit einem Volumen von 61Kubikmeter liegt die Frequenz etwa bei 160Hz.

Man müsste nun die einzelnen Moden selektiv messen, also einen schmalbandigen Filter auf der Empfangseite einsetzen und mit den entsprechenden Sinustönen anregen. Da das jedoch nur bis einer Modendichte von etwa 5 Moden je Terz sinnvoll durchführbar ist, gibt es den Frequenzbereich zwischen der Modendichte 5 bis 20 Moden je Terz. Im Bereich bis 5 Moden kann man also die NHZ messen und im Bereich ab 20 Moden auch. Im Bereich dazwischen kann man nur die NKZ messen. Hinzu kommt die Problematik der Schwebungen, wenn die Moden zu dicht beieinander liegen.

Dort wird also vorgeschlagen, dass man im Bereich bis 5 Moden mit sinusförmiger Anregung die einzelnen Abklingzeiten misst und von NHZ spricht, im Bereich 5 bis 20 Moden mit Rauschanregung misst und von NKZ spricht und ab 20 Moden mit Rauschanregung misst und von NHZ spricht. Wobei Sender und Empfänger immer in einer eigenen Raumecke positioniert sein sollen.

Ich sehe das persönlich kritisch. Denn zunächst einmal ist der Artikel aus einer Zeit, als noch analoge Filter eingesetzt wurden und ein Großteil, eigentlich alles, der Ausführungen sich auf die Messproblematik bezieht. Außerdem spricht die gesamte Fachwelt von NHZ und misst entsprechend (u.A. wie in der entsprechenden DIN beschrieben). Warum soll ich dann so messen? Denn sämtliche Angaben zu empfohlenen NHZ bezieht sich doch dann darauf. Außerdem sollte man die Moden eines Raumes nie außer acht lassen und mit geeigneten Mitteln parallel (beispielsweise WF)messen.

Zunächst interessiert mich eure Meinung dazu. Insbesondere bin ich für konstruktive Vorschläge dankbar, wie bzw. was man machen kann, insbesondere wenn man die Wirksamkeit raumakustischer Maßnahmen messtechnisch begleiten möchte. Ganz besonders interessiert mich hierzu die Meinung der "Gegner" der herkömmlichen Methodiken.

Im Anschluß daran, oder auch gleichzeitig, würde ich gern zusammen mit euch eine Anfrage formulieren, welche ich ins WVIER Forum setzen würde. Was haltet ihr davon?

So, nun los auf mich wink


Gruß

Stefan
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« Antworten #1 am: Sa, 09. August 2008, 12:19 »

Wenn ich wirklich eine NHZ/NKZ für einen kleinen Raum haben wollte, würde ich pro Terz schauen, welche Frequenz am längsten nachklingt und deren Nachklingzeit berechnen (Schröderkurze) und das dann als Wert für die Terz nehmen.
Vorteile wären, dass es ein Verfahren ist, welches immer so angewandt werden kann, welches die Lage nicht schönt und welches eine gewisse Vergleichbarkeit gewährleistet. Nachteil wäre, dass es nur für 1 (eine) Konfiguration im Raum eine Aussage liefert.

Gruß
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« Antworten #2 am: Sa, 09. August 2008, 12:23 »

Hallo Julius,

schade, dass Du nicht auf meinen Eröffnungspost inkl. des entsprechenden Papers eingehst.

Gruß

Stefan
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