Anordnung und Bau von VPR - Fragen dazu
  
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Sa, 19. Mai 2012, 11:32
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Autor Thema: Anordnung und Bau von VPR - Fragen dazu  (Gelesen 25315 mal)
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Ydope
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« Antworten #285 am: Do, 11. Juni 2009, 12:36 »

Hi,

es ist reine Vermutung, aber ich schätze, es macht keinen großen Unterschied, ob die Stahlplatte mit 10 cm Basotect direkt an der Wand anliegt oder ob da noch 1 cm Abstand zwischen Schaum und Wand ist. Insofern sehe ich das eher wie Barnie.
Andererseits muss die Platte für die beste Wirkung möglichst nah an der Wand (Schalldruckmaximum) sein und wenn man anfängt, mit Wandabstand aufzuhängen, verliert man Wirkung. Außerdem wäre auch vorstellbar, dass die Aufhängung selbst einen negativen Einfluss auf das Schwingungsverhalten der Platte hat.

Gewissheit würde, wie so oft, nur ein Experiment bringen.

Gruß
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Barnie
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« Antworten #286 am: Do, 11. Juni 2009, 13:35 »

Insofern sehe ich das eher wie Barnie.


Du meinst wohl wie Uwe oder?  rolleyes
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focal 93
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« Antworten #287 am: Do, 11. Juni 2009, 14:12 »

Hallo Uwe,

ich schrieb doch extra "Ich versuchs mal ganz platt und plump."

 prost

Ansonsten könntest Du auch Bitumen zur Beruhigung aufkleben.

Stefan

Hallo Stefan,

Nein, eigentlich nicht.

Die Stahlplatte soll doch gar nicht bedämpft werden! Die soll schwingen wie verrückt!  biggrinsen

Je mehr sie schwingt, desto mehr Energie nimmt sie auf.
Man muss nur noch eine Möglichkeit finden, diese Energie "abzuleiten".

Und siehe da, genau diesen Zweck erfüllt der offenporige Schaumstoff auf der Stahlplatte.

Die unregelmäßigen Schwingungen der Stahlplatte "pumpen" Luft in den Zellen des Schaumstoffs hin und her und wandeln die mechanische Schwingungsenergie in Wärmeenergie um.

Die reflektierende Wirkung der festen Wand im Rücken verstärkt logischerweise diesen Vorgang.

Ob aber das Basotect dabei fest an diese Wand "montiert" ist spielt m.E, keine große Rolle. biggrinsen lolwech

Ciao

Uwe

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« Antworten #288 am: Do, 11. Juni 2009, 14:24 »

Ja, klingt nicht verkehrt, aber Du bestätigst wieder selber, dass die Wand wichtig ist

Zitat
Die unregelmäßigen Schwingungen der Stahlplatte "pumpen" Luft in den Zellen des Schaumstoffs hin und her und wandeln die mechanische Schwingungsenergie in Wärmeenergie um.

Die reflektierende Wirkung der festen Wand im Rücken verstärkt logischerweise diesen Vorgang.

Durch die feste Wand im Rücken wird die Bedämpfung signifikant erhöht. Also signifikante Wirkungsgraderhöhung. Eine Idee wäre vielleicht, eine Span- oder MDF Platte an den Rücken des Basotect zu kleben und dann das Ding frei im Raum, allerdings  im Druckmaxima, aufhängen.

Stefan
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markus
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« Antworten #289 am: Do, 11. Juni 2009, 14:30 »

Uwe, Ydope, in einem bedaempften Masse-Feder-System muss irgendwo eine Feder sein. Nur wenn die Schaumstoffschicht auf einer schallharten Flaeche aufliegt ist dies beim VPR der Fall.
http://www.hunecke.de/de/wissen/absorber/plattenabsorber.html

Gruss, Markus
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« Antworten #290 am: Do, 11. Juni 2009, 14:31 »

Ich denke, Uwe meint, dass das Basotect als solches bereits als Feder funzt.

Stefan
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markus
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« Antworten #291 am: Do, 11. Juni 2009, 15:14 »

Siehe dazu mein Hinweis auf die Spanplatte von Newell. Die Wirkung ist gleich null.

Gruss, Markus
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Ydope
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« Antworten #292 am: Do, 11. Juni 2009, 21:53 »

Insofern sehe ich das eher wie Barnie.


Du meinst wohl wie Uwe oder?  rolleyes

Jep, sorry!

Uwe, Ydope, in einem bedaempften Masse-Feder-System muss irgendwo eine Feder sein. Nur wenn die Schaumstoffschicht auf einer schallharten Flaeche aufliegt ist dies beim VPR der Fall.
http://www.hunecke.de/de/wissen/absorber/plattenabsorber.html

Man kann m.E. trotzdem eine Federung feststellen, vor allem wenn man annimmt, dass es nicht so sehr um Vibrationen der ganzen Platte in Bezug auf die Wand geht, sondern eher um die inneren Vibrationen/Resonanzen der Platte selber, d.h. anschaulich wenn diese Chladny-mäßig "flattert" statt als Ganzes um einen bestimmten Wandabstand zu oszillieren.
Dieses wird auch bei etwas zusätzlichem Wandabstand voll angeregt und durch den Schaumstoff gedämpft.
Aber wie gesagt, nur wenn man es austestet, kann man es mit Gewissheit sagen, ob 1 cm Wandabstand und eine Aufhängung die Wirkung merklich beeinträchtigen.

Gruß
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focal 93
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« Antworten #293 am: Do, 11. Juni 2009, 23:13 »

Uwe, Ydope, in einem bedaempften Masse-Feder-System muss irgendwo eine Feder sein. Nur wenn die Schaumstoffschicht auf einer schallharten Flaeche aufliegt ist dies beim VPR der Fall.
http://www.hunecke.de/de/wissen/absorber/plattenabsorber.html

Gruss, Markus

Hallo Markus,

ich habe meinen Fuchs auf Arbeit liegen und kann folglich nicht reinschauen, bin mir aber ziemlich sicher, dass er irgendwo schreibt, das der VPR ( im Gegensatz zum Plattenabsorber) kein Masse-Feder System darstellt.


Wenn es Masse Feder System ist, ist Deine Argumentation stichhaltig und ich komme  (ganz klein mit Hut)  bei Dir unter der Türschwelle durch biggrinsen 

In zwei Wochen bin ich in Düsseldorf auf einer Akustiktagung, da werde ich den Jungs vom Fraunhoferinstitut mal ein bisschen auf den Zahn fühlen....


Julius schrieb:

"Man kann m.E. trotzdem eine Federung feststellen, vor allem wenn man annimmt, dass es nicht so sehr um Vibrationen der ganzen Platte in Bezug auf die Wand geht, sondern eher um die inneren Vibrationen/Resonanzen der Platte selber, d.h. anschaulich wenn diese Chladny-mäßig "flattert" statt als Ganzes um einen bestimmten Wandabstand zu oszillieren.
Dieses wird auch bei etwas zusätzlichem Wandabstand voll angeregt und durch den Schaumstoff gedämpft."

Genau dasselbe wollte ich mit meinen Beiträgen beschreiben.

@Stefan,

das die Wand im Rücken hilfreich ist habe ich nie bestritten! Meine Frage geht um die "bombenfeste Fixierung" des VPR an der Wand.

Ciao und allen eine Gute Nacht prost

Uwe
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markus
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« Antworten #294 am: Do, 11. Juni 2009, 23:36 »

ich habe meinen Fuchs auf Arbeit liegen und kann folglich nicht reinschauen, bin mir aber ziemlich sicher, dass er irgendwo schreibt, das der VPR ( im Gegensatz zum Plattenabsorber) kein Masse-Feder System darstellt.

Siehe Kapitel 5.3. Seite 52: "Ein solcher sehr universell einsetzbarer Akustik-Baustein verwirklicht als erstes den Masse-Feder-Resonator nach Kap. 5.1 auf geradezu ideale Weise."

In zwei Wochen bin ich in Düsseldorf auf einer Akustiktagung, da werde ich den Jungs vom Fraunhoferinstitut mal ein bisschen auf den Zahn fühlen....

Ja, mach' das! Es gibt nicht ganz unbedarfte Menschen, die nicht glauben, dass die Stahlplatte tatsaechlich an mehreren Frequenzen schwingt, sondern einfach ganz klassisch nur die Grundmode schwingt, dabei aber ein sehr kleines Q zeigt.

Gruss, Markus
« Letzte Änderung: Fr, 12. Juni 2009, 00:38 von markus » Gespeichert
Ydope
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« Antworten #295 am: Sa, 13. Juni 2009, 13:24 »

In zwei Wochen bin ich in Düsseldorf auf einer Akustiktagung, da werde ich den Jungs vom Fraunhoferinstitut mal ein bisschen auf den Zahn fühlen....

OK, bin gespannt. Hoffe, du formulierst deine Fragen genau genug, so dass die Antworten auch aufklären können.

Gruß
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terrine
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« Antworten #296 am: Sa, 13. Juni 2009, 14:36 »

Lass am besten ein Tonbandgerät laufen, oder frag (falls vorhanden), ob du dein aufnahmegerät an einen Mischpultausgang hängen kannst  zustimm
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« Antworten #297 am: Mi, 17. Juni 2009, 09:54 »

Hi Julius, Hi Terrine,

erstmal muss man prüfen ob der dort vortragende Fraunhofer überhaupt was von VPRs weiß. Diese sind nämlich leider nicht das Thema der Tagung...

Ich werde ihn schon das richtige fragen:

1. Nach welchem Wirkprinzip funktioniert ein VPR ?
2. Muss er zwingend fest mit der Rückwand verschraubt werden ?

 smile smile smile

Noch eine Ergänzung aus dem Fuchs (wegen meiner kleinen Kabbelei mit Markus biggrinsen):

"...hat zur Entwicklung eines sehr wirkungsvollen neuartigen Platten-Absorbers geführt, der tatsächlich außer bei seiner Masse-Feder-Resonanz auch zu einer Vielfalt von Biegeschwingungen angeregt werden kann."

Auf Seite 54 schreibt er dass für eine 2mm dicke und 1000*1500 mm große Stahlplatte die tiefste Eigenfrequenz bei 6,6 Hz liegt "...also weit unter der Masse-Feder_Frequenz nach Gl.(7.3) von fR=48 Hz für d=100 mm".

Ein reines Masse-Feder-Konzept scheint der VPR also wirklich nicht zu sein. ( Bloß gut, sonst müsste ich nach NY um unter Markus Türschwelle usw... biggrinsen biggrinsen biggrinsen)

Ciao

Uwe




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Ydope
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« Antworten #298 am: Mi, 17. Juni 2009, 17:52 »

2. Muss er zwingend fest mit der Rückwand verschraubt werden ?

Spannend wirds, wenn die Antwort "ja" lautet, denn dann wäre die Frage, ob der Abstand das Problem wäre oder die Aufhängung, die ggf. irgendetwas am Schwingungsverhalten ändert.

Gruß
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« Antworten #299 am: Mi, 24. Juni 2009, 18:15 »

Hi Freunde,

gestern war ich auf dem Akustikforum.

Gesprochen habe ich mit Dr.Leistner, ( Chefakustiker des Instituts für Bauphysik (IBP) am Fraunhofer-Institut Stuttgart).

Ergebnisse:

Der VPR ist kein reiner Masse-Feder-Schwinger sondern eine Mischung aus mehreren Wirkprinzipien.

Der rückseitige Schaumstoff muss nicht fest mit der Wand verbunden werden.

Aufhängen an Bohrungen im Blech mit Ösen, welche die Schwingfähigkeit des Bleches nicht beeinträchtigen, sind seiner Meinung nach okay.


Leider habe ich ihn erst am Schluß der Veranstaltung "greifen" können, er hatte dann auch wenig Zeit ( und scheinbar auch wenig Lust ) sich lange mit mir über diese Thema zu unterhalten.

Ciao

Uwe


 
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