Ich habe meine gesammelten Beiträge aus dem Visaton-Forum mal tagebuchartig zusammengestellt:
Raum:
4,2m breit, 6m lang, Höhe von 2,5 (über den LS an Schmalseite) bis zu 4,5m schräge Holzdecke. Über dem LS-Bereich eine Galerie (sozusagen Innenbalkon) von 4x2,8m.
An der einen Längswand Durchgang von 2x3m, dahinter Eßbereich mit 3,6m Breite und 4m Länge, 2,5 Höhe.
Im Raum 6 dick gepolsterte Sitzmöbel, keine dicken Vorhänge.
Zwischen den Ls (ja ich weiß, soll man nicht) Highboard 0,6x1,6x1,1m. Sonst nix, naja Kaminofen, TV, Tisch.....

Die hellen Boxen habe ich für mein Erstgeborenes gebaut.
Die schwarzen sind die Concorde Mk 3, Bauvorschlag Visaton, Tests in "Stereo" und "Hobby HiFi".



Messung:
An Hörposition, 3,5 m vor der LS-Wand Mikrofon (nicht geeicht) an mV-Meter. Muss in dB umgerechnet werden.
CD mit Sinus von 20-80Hz.
Lautstärke? Die Resonanz spürt man jedenfalls, Drehregler steht etwas leiser als bei Musik.
1. Messung:
LS 60cm Abstand Hinterkante zur Wand, 60 cm Abstand zur Seitenwand (rechts keineWand, da Durchgang.
Raumreso bei 58 Hz von + 15 dB (=2. Hauptmode 6m)
Raumreso bei 80 Hz von + 20 dB (=2. HM 4m)
Tiefe Senke bei 68 Hz.
Die 80 Hz entstehen im Eßbereich, ist deutlich zu hören. Ist wohl ein schöner Resonator....
2. Messung:
Alles gleich, aber Bassfalle aus Steinwolleplatten 1,2x0,5x0,25m, in Folie (ist gleiche Wirkung, gemessen!), Masse ca. 15 kg.
Die kommt auf der 0,25 Kante stehend, 1,2 breit vor das Highboard, da dort beste Wirkung (gemessen bei 58 Hz), nicht in den Ecken!
Raumreso bei 58Hz von 11dB, also 4 weniger!
80 Hz unverändert. 68 dito.
Übrigens haben die Sitzpolster die gleiche Wirkung, sowohl an gleicher Position, als auch im Raum verteilt.
3. Messung:
LS auf 80cm Abstand
sonst gleich
Raumreso bei 58 Hz zwar noch genau so laut, aber Grundniveau 3dB lauter, also jetzt 7 weniger!
80 Hz lachen sich krank
68 Hz um 3 dB lauter geworden.
4. Messung:
Wie berichtet, habe ich ein Nubert-Modul zur Tiefbassanhebung.
Jetzt Tiefbass um 5 dB (am Drehknopf geschätzt) angehoben.
Meine Messung zeigt bei 30 Hz etwa 8 dB mehr.
BRUTAL, ich dachte die Fensterscheiben fliegen raus, daher hab ich nicht weiter gemessen!
Zusammenfassung:
Der Bassabsorber wirkt gut, die LS werden weiter von der Wand weggezogen.
Bassanhebung wirkt gut.
Die Grundmode bei 6 m von 29 Hz stört nicht.
Problematisch der Eßbereich, da müßte ich ansetzen. Hier hilft zwar auch der Absorber, aber meine Frau erschlägt mich.
Bitte legt die dB-Angaben nicht auf die Goldwaage, das war alles sehr laienhaft mit ungeeignetem Gerät, aber es hat mich weitergebracht.
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Habe heute mal eine Hörprobe gemacht. Kurz und knapp: Besser, angenehmer. Der Absorber scheint auch die Höhen abzusenken.
Die Ortung ist ebenfalls besser. Das mit dem Absorber zwischen den Boxen fand ich häufig in Beschreibungen, mit genau dem beschriebenen Effekt der besseren Ortung.
Die Resonanz bei 80 Hz hört man nur bei bestimmten Titeln, der Kontrabass bei Kate Bush erscheint bei bestimmten Frequenzen zu laut.
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Aber ich komme den 80 Hz auf die Spur: Helmhotzabsorber hilft!
Ich habe etwa 1 m vor der linken Box einen Travertin-Würfel (hohl, etwa 100 Liter) stehen. Wenn ich die Resonanzfrequenz laufen lasse und den Würfel auf einer Seite etwa 4 cm anhebe, ist an dieser Stelle der Ton WEG! Ohne Steinwolle im Würfel!
Ein zweiter steht 4 m weg, da ist die Wirkung nicht so kräftig.
Am Hörort wird die Resonanz immerhin um die Hälfte leiser!
Die Resonanz ist jetzt viel weniger störend. Werde noch ein paar HHA bauen und meiner Frau als Vasenständer schenken.
So bekommt man die Resos in den Griff: Am Hörplatz mit Mikro die Resonanzen ermitteln, dann die Resonanzfrequenz widergeben, im Raum umherlaufen und die lautesten Stellen ermitteln. Diese dort bekämpfen.
Ich habe jetzt aus 25 mm Spanplatte einen weiteren HHA gebaut, innen 30x30x46, Boden nicht nötig, da Teppichboden ausreichend abdichtet, an der Rückseite Öffnung 10x22 cm, der wirkt bei 84 Hz. Auch ohne Füllung.
Jetzt habe ich meine Resos ganz gut bekämpft, von 35Hz bis 85 Hz liegen die in einer Bandbreite von 6 dB!. Vor den Maßnahmen waren es 20 dB!
Als letzte Aktion will ich die Bassfalle aus Vließ durch einen HH ersetzen, für die 58 Hz.
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In der Mitte zwischen den Boxen habe ich einen HHA (58 Hz)getestet, um das Steinwollepaket wegzubekommen. An dieser Stelle war der HHA völlig wirkungslos. Muß es mal in den Ecken hinter den Boxen versuchen.
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Inzwischen wurden die Travertinwürfel so augestellt, dass sie wieder "Bodenkontakt" haben, die offene Rückwand wurde bis auf einen 6cm-Spalt verschlossen und der vordere HHa wirkt ohne Vlies besser, er verringert die Senke der Raumreso unbedämpft um etwa 3 dB.
In hinteren HHa ist der F-Gang mit Vlies besser. Raumakustik ist tückisch!
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Die nächste Aktion:
Wie zu sehen, ist über den LS eine Decke aus Holzbalken (Leimbinder), darüber Echtholzpaneele.
Die Decke wird 6 cm abgehängt, mit den gleichen Holzpaneelen, die Feder wurde entfernt, so daß ein Spalt von etwa 8mm entsteht. Darüber kommt schalldurchlässiger Stoff in der Holzfarbe und 4 cm verdichtete Steinwolle (Heralan TS). Diese "Kasetten"" von 2 m Länge liegen auf Nägeln, die in die Holzbalken eingeschlagen werden. So bleibt die Optik erhalten und die Decke absorbiert. Und es passt nach wie vor zur Zimmerdecke.
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Inzwischen habe ich 3 von 5 Elementen eingebaut. Schon das erste (wandnächste) brachte eine deutliche Verbesserung. Laut Berechnung wirkt es um 300 Hz sehr breitbandig. In jedem Fall senkt es den Nachhall im Bass und Grundton.
So, fertig. Alle Absorber sind angebracht.
Sieht gut aus.
Klingt gut.
Bässe sind sauberer, man hört jede Saite der Bassgitarre schurren, keine Frequenz ist überbetont.

vorher-nachher
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Hier die erste Zusammenfassung:
Messung am Hörplatz
in µV von 30-105 Hz
Boxen Vorderkante 0,9 m vor Wand, Mikro 2,8 m

Blau: Ohne Maßnahmen
Rot: Mit 3 Helmholtzabsorbern (84 Hz, Vlies locker gefüllt)
Gelb: Mit 3 Helmholtzabsorbern und Akustikdecke
Deutlicher Erfolg, der 84 Hz-Peak und die 58 Hz werden abgeschwächt. Auch die Decke wirkt.
Bei den ersten Messungen habe ich bei 85 Hz aufgehört.
Störend noch die Reso bei 105 Hz, dazu später mehr.
Also was tun? 105 Hz laufen lassen, im Raum rumhören. Am lautesten ist es in den Raumecken hinter den Boxen, etwas leiser am Hörplatz und im Nebenraum, wobei alle 2 m ein Wellenberg ist.
Die Reso sollte also direkt hinter den Boxen bekämpft werden.
Wobei es ein Wohnzimmer bleiben soll. Wir schwierig. Erst mal sehen, was hilft.
4 schwere Polster (Schaumstoff/Vlies) von der Sitzgruppe schräg in die Ecke hinter den Boxen gestellt. Man fühlt die Vibration und hört, das es leiser wird.
Messung (anderes Niveau als Tabelle oben):
Polster hilft. Aber nur etwas. Unter 50 Hz kein Unterschied, daher nicht dargestellt. Deutlich die Auffüllung der Senke bei 85-95 Hz. Was die Theorie bestätigt, "bekämpfe die Spitzen, dann sind die Senken weg". Was hilft besser? Plattenabsorber? HHA?
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Habe einen Plattenabsorber gebaut, 40x60 cm, 5 cm tief mit Steiwolledämpfung. Leider war die Reso viel niedriger als nach Formel. Hartfaserplatte mit Holzklotz beschwert: 60, ohne Klotz 80 Hz. Es scheint so zu wirken wie 4 Kissen! Wenn ich den Plaabs. hinter die Box stelle und die Schwingung mit der Hand unterbinde, wird es deutlich lauter.
Jetzt wird 10 cm tief gebaut...
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Ein Übeltäter ist das Highboard!
Aber nur die rechte Seite, die recht leer ist. Mache ich die Tür auf, sinkt die Reso bei 105 Hz von 17 auf 11. Da muss man erst mal draufkommen!!!
Links hat das Öffnen keine Wirkung. Wahrscheinlich dann, wenn ich es leer räume. Mach ich aber nicht.
Ich weiß ja, dass zwischen den Boxen nichts stehen sollte, aber das Highboard kann ich nirgendwo anders aufstellen, ohne den Raum zu verhunzen.
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Mit Tür rechts auf und 5 Polstern in der linken Ecke komme ich auf 7 runter. Anscheinend wirkt die rechte Ecke kaum, da die Wand rechts nur 80 cm lang ist, dann kommt ein breiter Durchgang. Aber den Plattenabsorber (jetzt tiefer) teste ich noch.

dunkelblau: unbehandelt
lilabraun: Rechte Tür auf, in linker Raumecke 4 Polster
Es geht voran
Es ist die linke Ecke und die Tür des Highboardes, die Resos erzeugen. Die letzte Messung war mit einem Plattenabsorber, ca. 0,3 m², 7 cm wirksame Tiefe, zusätzlich in der rechten Ecke. Schon dieser Mickerling wirkt.
Zwischen dem Wohnzimmer ohne HHa und Akustikdecke und dem letzten Stand ist eine sehr deutliche Verbesserung eingetreten!
Die erste Stufe mit HHa und Decke ergab eine Halbierung der Resospitzen, die zweite Stufe mit Polstern und offener Tür
eine weitere Halbierung.
Insgesamt wurden die Reso-Spitzen auf ein Viertel reduziert bei gleichzeitiger Anhebung der Senken.
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Nach dem Abdichten des Spaltes in der Rückwand des Highboardes ist die Reso fast weg! 17 dB weniger. Also 10 statt 70µV, nicht mehr lauter als außerhalb. Jippi.

Gelb: Vor dem Abdichten
Lila danach
Insgesamt gleichmäßiger, wenn auch die Reso ab 85 stärker wurde.
Das Loch bei 65 ist blöd, habe ich auch nicht durch Veränderung der großen HHA wegbekommen. Sind aber nur 5 Hz. Wenn was fehlt, stört es nicht so wie das Gedröhne einer Spitze.
Dieser Hohlraum des Hi-Boards hat wohl heftig gestört. Ich bilde nir ein, dass auch die Mitteortung besser wurde und des klarer klingt. Wäre logisch, wenn da keine Extra-Schallquelle mehr ist.
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Viel besser bekommen ich das wohl nicht mehr hin. Hatte noch mit HHA rechts gespielt. Der eine hatte 160 Liter und war schon ohne Deckel auf 85 Hz Maximum, also zu groß. Der 80 Liter war abstimmbar auf 102, brachte aber keine Verbesserung, erzeugte sogar Erhöhungen aunterhalb der Abstimmfrequenz. Es kann sein, dass die 102 für einen HHA schon zu hoch sind. Auch Versuche mit Dämmung brachten nichts.
Da sind wohl eher Plattenschwinger oder Polster/ Steinwolle geeignet, die auch den Nachhall verringern. Die sind auch transportabel.
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Test haben ergeben:
Der Einbruch bei 65 Hz ist eindeutig eine Mode!
Bei 85 bin ich nicht sicher, aber den bekomme ich mit Polstern links komplett weg!
Bei Aufstellung der LS an der Wand exakt bei gleicher Frequenz (65) Einbruch! Auch bei Mikroverschiebung nach vorne.
Aber der Peak bei 102 ist Interferenz, der verändert sich bei Mikroverschiebung und LS-Verschiebung.
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Hier die Darstellung der Wirkung der Dämmplatten. Blau ist die nackte Wand, Pink und gelb mit Dämm-Platten 4 bzW. 8 cm dick, einfach hinter die LS in die Ecken gestellt. Die LS standen nur 10 cm vor der Wand, was doch Nachteile hatte.

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Habe die Dämmplatten mit Stoff bezogen, damit sie besser aussehen und stabiler sind.
Heralan mit Vlies umwickelt
Hartfaserstreifen gesägt, etwas breiter als Dicke Heralan
Über Eck mit Stoff verklebt
Alles mit Stoff von beiden Seiten beziehen, auf Kanten mit Pattex kleben.
In Raumecken diagonal stellen.
Die Messungen von 40-120 Hz ergaben keinen Unterschied, ob mit oder ohne Folie, bei Hörversuchen klang es ohne Folie besser, also weg damit.


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Bei der Absorberaufstellung hat sich gezeigt, dass es am besten ist, je einen hochkant in die Raumecken hinter den LS zu stellen zwei weitere in die Ecke aus Highboard und Wand, also ein "V" hinter jeder Box. Einer kommt an den linken "Spiegelpunkt", um Wandreflektionen zu eliminieren, einer mit der Länsseite aufliegend im Winkel vor des Highboard.
Alle folgenden Messungen wurden so duchgeführt.
Jetzt zeige ich den Einfluss des Abstandes der LS von der Rückwand (30,50,70 cm)
und den Einfluss des Hörabstandes im Bereich 230-290 cm (nicht von den Diagrammbeschriftungen irritieren lassen, da kommen noch 50 cm dazu) von der LS-Wand:

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Links oben:
LS 30 cm Abstand,
Hörabstand 230 pink
...................240 gelb
...................250 türkis
...................280 lila
230 und 240 sind akzeptabel, weiter weg wird schlechter.
Rechts oben:
LS 50 cm Abstand (so hörte ich bisher....und weiterhin)
Hörabstand 230 pink
...................240 gelb
...................250 hellblau
...................280 lila
Insgesamt gleichmäßiger als mit 30 cm Wandabstand, 230 und 240 gut, 280 (meine bisherige Sitzposition) zeigt den 100 Hz-Peak, der mich stört(e).
Links unten:
LS 70 cm Abstand
Hörabstand 260 pink
...................300 blau
Der Höranstand musste größer sein wegen Stereodreieck!
Schlechter als mit 50 cm Abstand, bei 300 Hörabstand GAU!
Fazit: LS bleiben bei 50 cm Wandabstand, ich setze mich etwas weiter vor, das ist ein Stereodreieck mit 220 cm Abstand LS-LS und etwa 200 Kopf-LS, die LS muss ich deutlich einwinkeln. Ist recht nah, aber so habe ich den saubersten F-Gang.
Somit bin ich wohl mit meinen Tests am Ende. Im Vergleich zu der ersten Messkurven gab es erhebliche Verbesserungen. Der F-Gang ist gleichmäßiger und der Nachhall ist hörbar geringer.
Die Ortung hat sich verbessert und das Klang ist transparenter, auch bei hohen Lautstärken angenehmer und durchhörbarer geworden. Nein, ich schwärme jetzt nicht!
Die Ergebnisse sind natürlich nicht 1.1 übertragbar auf andere Räume, aber geben hoffentlich Anhaltspunkte, was geht und wie man vorgehen kann. In jeden Fall sollte man die Hörposition und LS-Aufstellung so testen, das hat den wesentlichsten Einfluss. Zwei Absorber in die Ecken helfen auch viel, mein Highboard ist sicher ungünstig, aber kann mit 2 weiteren Absorbern gezähmt werden.
Perfekt wären Wasserfallmessungen, aber da will ich mich nicht noch einarbeiten.
Die Absorber sind gut transportabel und werden nur bei Bedarf aufgestellt, denn es soll ja ein Wohnzimmer bleiben.