Optimierung meines Wohnzimmers für Stereo
  
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Sa, 19. Mai 2012, 10:54
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Autor Thema: Optimierung meines Wohnzimmers für Stereo  (Gelesen 4981 mal)
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moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« am: Do, 21. Februar 2008, 13:44 »

Ich habe meine gesammelten Beiträge aus dem Visaton-Forum mal tagebuchartig zusammengestellt:

Raum:
4,2m breit, 6m lang, Höhe von 2,5 (über den LS an Schmalseite) bis zu 4,5m schräge Holzdecke. Über dem LS-Bereich eine Galerie (sozusagen Innenbalkon) von 4x2,8m.
An der einen Längswand Durchgang von 2x3m, dahinter Eßbereich mit 3,6m Breite und 4m Länge, 2,5 Höhe.
Im Raum 6 dick gepolsterte Sitzmöbel, keine dicken Vorhänge.
Zwischen den Ls (ja ich weiß, soll man nicht) Highboard 0,6x1,6x1,1m. Sonst nix, naja Kaminofen, TV, Tisch.....

Die hellen Boxen habe ich für mein Erstgeborenes gebaut.
Die schwarzen sind die Concorde Mk 3, Bauvorschlag Visaton, Tests in "Stereo" und "Hobby HiFi".




Messung:
An Hörposition, 3,5 m vor der LS-Wand Mikrofon (nicht geeicht) an mV-Meter. Muss in dB umgerechnet werden.
CD mit Sinus von 20-80Hz.
Lautstärke? Die Resonanz spürt man jedenfalls, Drehregler steht etwas leiser als bei Musik.

1. Messung:
LS 60cm Abstand Hinterkante zur Wand, 60 cm Abstand zur Seitenwand (rechts keineWand, da Durchgang.
Raumreso bei 58 Hz von + 15 dB (=2. Hauptmode 6m)
Raumreso bei 80 Hz von + 20 dB (=2. HM 4m)
Tiefe Senke bei 68 Hz.
 
Die 80 Hz entstehen im Eßbereich, ist deutlich zu hören. Ist wohl ein schöner Resonator....

2. Messung:
Alles gleich, aber Bassfalle aus Steinwolleplatten 1,2x0,5x0,25m, in Folie (ist gleiche Wirkung, gemessen!), Masse ca. 15 kg.
Die kommt auf der 0,25 Kante stehend, 1,2 breit vor das Highboard, da dort beste Wirkung (gemessen bei 58 Hz), nicht in den Ecken!
Raumreso bei 58Hz von 11dB, also 4 weniger!
80 Hz unverändert. 68 dito.
Übrigens haben die Sitzpolster die gleiche Wirkung, sowohl an gleicher Position, als auch im Raum verteilt.

3. Messung:
LS auf 80cm Abstand
sonst gleich
Raumreso bei 58 Hz zwar noch genau so laut, aber Grundniveau 3dB lauter, also jetzt 7 weniger!
80 Hz lachen sich krank
68 Hz um 3 dB lauter geworden.

4. Messung:
Wie berichtet, habe ich ein Nubert-Modul zur Tiefbassanhebung.
Jetzt Tiefbass um 5 dB (am Drehknopf geschätzt) angehoben.
Meine Messung zeigt bei 30 Hz etwa 8 dB mehr.
BRUTAL, ich dachte die Fensterscheiben fliegen raus, daher hab ich nicht weiter gemessen!

Zusammenfassung:
Der Bassabsorber wirkt gut, die LS werden weiter von der Wand weggezogen.
Bassanhebung wirkt gut.
Die Grundmode bei 6 m von 29 Hz stört nicht.

Problematisch der Eßbereich, da müßte ich ansetzen. Hier hilft zwar auch der Absorber, aber meine Frau erschlägt mich.
Bitte legt die dB-Angaben nicht auf die Goldwaage, das war alles sehr laienhaft mit ungeeignetem Gerät, aber es hat mich weitergebracht.
...........
Habe heute mal eine Hörprobe gemacht. Kurz und knapp: Besser, angenehmer. Der Absorber scheint auch die Höhen abzusenken.
Die Ortung ist ebenfalls besser. Das mit dem Absorber zwischen den Boxen fand ich häufig in Beschreibungen, mit genau dem beschriebenen Effekt der besseren Ortung.

Die Resonanz bei 80 Hz hört man nur bei bestimmten Titeln, der Kontrabass bei Kate Bush erscheint bei bestimmten Frequenzen zu laut.
.........
Aber ich komme den 80 Hz auf die Spur: Helmhotzabsorber hilft!

Ich habe etwa 1 m vor der linken Box einen Travertin-Würfel (hohl, etwa 100 Liter) stehen. Wenn ich die Resonanzfrequenz laufen lasse und den Würfel auf einer Seite etwa 4 cm anhebe, ist an dieser Stelle der Ton WEG! Ohne Steinwolle im Würfel!

Ein zweiter steht 4 m weg, da ist die Wirkung nicht so kräftig.

Am Hörort wird die Resonanz immerhin um die Hälfte leiser!

Die Resonanz ist jetzt viel weniger störend. Werde noch ein paar HHA bauen und meiner Frau als Vasenständer schenken.
So bekommt man die Resos in den Griff: Am Hörplatz mit Mikro die Resonanzen ermitteln, dann die Resonanzfrequenz widergeben, im Raum umherlaufen und die lautesten Stellen ermitteln. Diese dort bekämpfen.

Ich habe jetzt aus 25 mm Spanplatte einen weiteren HHA gebaut, innen 30x30x46, Boden nicht nötig, da Teppichboden ausreichend abdichtet, an der Rückseite Öffnung 10x22 cm, der wirkt bei 84 Hz. Auch ohne Füllung.

Jetzt habe ich meine Resos ganz gut bekämpft, von 35Hz bis 85 Hz liegen die in einer Bandbreite von 6 dB!. Vor den Maßnahmen waren es 20 dB!

Als letzte Aktion will ich die Bassfalle aus Vließ durch einen HH ersetzen, für die 58 Hz.
..........
In der Mitte zwischen den Boxen habe ich einen HHA (58 Hz)getestet, um das Steinwollepaket wegzubekommen. An dieser Stelle war der HHA völlig wirkungslos. Muß es mal in den Ecken hinter den Boxen versuchen.
........
Inzwischen wurden die Travertinwürfel so augestellt, dass sie wieder "Bodenkontakt" haben, die offene Rückwand wurde bis auf einen 6cm-Spalt verschlossen und der vordere HHa wirkt ohne Vlies besser, er verringert die Senke der Raumreso unbedämpft um etwa 3 dB.
In hinteren HHa ist der F-Gang mit Vlies besser. Raumakustik ist tückisch!
.....
Die nächste Aktion:

Wie zu sehen, ist über den LS eine Decke aus Holzbalken (Leimbinder), darüber Echtholzpaneele.
Die Decke wird 6 cm abgehängt, mit den gleichen Holzpaneelen, die Feder wurde entfernt, so daß ein Spalt von etwa 8mm entsteht. Darüber kommt schalldurchlässiger Stoff in der Holzfarbe und 4 cm verdichtete Steinwolle (Heralan TS). Diese "Kasetten"" von 2 m Länge liegen auf Nägeln, die in die Holzbalken eingeschlagen werden. So bleibt die Optik erhalten und die Decke absorbiert. Und es passt nach wie vor zur Zimmerdecke.
...
Inzwischen habe ich 3 von 5 Elementen eingebaut. Schon das erste (wandnächste) brachte eine deutliche Verbesserung. Laut Berechnung wirkt es um 300 Hz sehr breitbandig. In jedem Fall senkt es den Nachhall im Bass und Grundton.
So, fertig. Alle Absorber sind angebracht.
Sieht gut aus.
Klingt gut.
Bässe sind sauberer, man hört jede Saite der Bassgitarre schurren, keine Frequenz ist überbetont.

vorher-nachher
...
Hier die erste Zusammenfassung:

Messung am Hörplatz in µV von 30-105 Hz
Boxen Vorderkante 0,9 m vor Wand, Mikro 2,8 m

Blau: Ohne Maßnahmen
Rot: Mit 3 Helmholtzabsorbern (84 Hz, Vlies locker gefüllt)
Gelb: Mit 3 Helmholtzabsorbern und Akustikdecke

 

Deutlicher Erfolg, der 84 Hz-Peak und die 58 Hz werden abgeschwächt. Auch die Decke wirkt.
Bei den ersten Messungen habe ich bei 85 Hz aufgehört.
Störend noch die Reso bei 105 Hz, dazu später mehr.

Also was tun? 105 Hz laufen lassen, im Raum rumhören. Am lautesten ist es in den Raumecken hinter den Boxen, etwas leiser am Hörplatz und im Nebenraum, wobei alle 2 m ein Wellenberg ist.

Die Reso sollte also direkt hinter den Boxen bekämpft werden.
Wobei es ein Wohnzimmer bleiben soll. Wir schwierig. Erst mal sehen, was hilft.

4 schwere Polster (Schaumstoff/Vlies) von der Sitzgruppe schräg in die Ecke hinter den Boxen gestellt. Man fühlt die Vibration und hört, das es leiser wird.

Messung (anderes Niveau als Tabelle oben):
 

Polster hilft. Aber nur etwas. Unter 50 Hz kein Unterschied, daher nicht dargestellt. Deutlich die Auffüllung der Senke bei 85-95 Hz. Was die Theorie bestätigt, "bekämpfe die Spitzen, dann sind die Senken weg". Was hilft besser? Plattenabsorber? HHA?
...
Habe einen Plattenabsorber gebaut, 40x60 cm, 5 cm tief mit Steiwolledämpfung. Leider war die Reso viel niedriger als nach Formel. Hartfaserplatte mit Holzklotz beschwert: 60, ohne Klotz 80 Hz. Es scheint so zu wirken wie 4 Kissen! Wenn ich den Plaabs. hinter die Box stelle und die Schwingung mit der Hand unterbinde, wird es deutlich lauter.

Jetzt wird 10 cm tief gebaut...
...
Ein Übeltäter ist das Highboard!
Aber nur die rechte Seite, die recht leer ist. Mache ich die Tür auf, sinkt die Reso bei 105 Hz von 17 auf 11. Da muss man erst mal draufkommen!!!
Links hat das Öffnen keine Wirkung. Wahrscheinlich dann, wenn ich es leer räume. Mach ich aber nicht.
Ich weiß ja, dass zwischen den Boxen nichts stehen sollte, aber das Highboard kann ich nirgendwo anders aufstellen, ohne den Raum zu verhunzen.
...
Mit Tür rechts auf und 5 Polstern in der linken Ecke komme ich auf 7 runter. Anscheinend wirkt die rechte Ecke kaum, da die Wand rechts nur 80 cm lang ist, dann kommt ein breiter Durchgang. Aber den Plattenabsorber (jetzt tiefer) teste ich noch.

dunkelblau: unbehandelt
lilabraun: Rechte Tür auf, in linker Raumecke 4 Polster
Es geht voran

Es ist die linke Ecke und die Tür des Highboardes, die Resos erzeugen. Die letzte Messung war mit einem Plattenabsorber, ca. 0,3 m², 7 cm wirksame Tiefe, zusätzlich in der rechten Ecke. Schon dieser Mickerling wirkt.

Zwischen dem Wohnzimmer ohne HHa und Akustikdecke und dem letzten Stand ist eine sehr deutliche Verbesserung eingetreten!

Die erste Stufe mit HHa und Decke ergab eine Halbierung der Resospitzen, die zweite Stufe mit Polstern und offener Tür
 eine weitere Halbierung.

Insgesamt wurden die Reso-Spitzen auf ein Viertel reduziert bei gleichzeitiger Anhebung der Senken.
...
Nach dem Abdichten des Spaltes in der Rückwand des Highboardes ist die Reso fast weg! 17 dB weniger. Also 10 statt 70µV, nicht mehr lauter als außerhalb. Jippi.


Gelb: Vor dem Abdichten
Lila danach
Insgesamt gleichmäßiger, wenn auch die Reso ab 85 stärker wurde.
Das Loch bei 65 ist blöd, habe ich auch nicht durch Veränderung der großen HHA wegbekommen. Sind aber nur 5 Hz. Wenn was fehlt, stört es nicht so wie das Gedröhne einer Spitze.

Dieser Hohlraum des Hi-Boards hat wohl heftig gestört. Ich bilde nir ein, dass auch die Mitteortung besser wurde und des klarer klingt. Wäre logisch, wenn da keine Extra-Schallquelle mehr ist.
............................
Viel besser bekommen ich das wohl nicht mehr hin. Hatte noch mit HHA rechts gespielt. Der eine hatte 160 Liter und war schon ohne Deckel auf 85 Hz Maximum, also zu groß. Der 80 Liter war abstimmbar auf 102, brachte aber keine Verbesserung, erzeugte sogar Erhöhungen aunterhalb der Abstimmfrequenz. Es kann sein, dass die 102 für einen HHA schon zu hoch sind. Auch Versuche mit Dämmung brachten nichts.

Da sind wohl eher Plattenschwinger oder Polster/ Steinwolle geeignet, die auch den Nachhall verringern. Die sind auch transportabel.
...
Test haben ergeben:
Der Einbruch bei 65 Hz ist eindeutig eine Mode!
Bei 85 bin ich nicht sicher, aber den bekomme ich mit Polstern links komplett weg!
Bei Aufstellung der LS an der Wand exakt bei gleicher Frequenz (65) Einbruch! Auch bei Mikroverschiebung nach vorne.
Aber der Peak bei 102 ist Interferenz, der verändert sich bei Mikroverschiebung und LS-Verschiebung.
....
Hier die Darstellung der Wirkung der Dämmplatten. Blau ist die nackte Wand, Pink und gelb mit Dämm-Platten 4 bzW. 8 cm dick, einfach hinter die LS in die Ecken gestellt. Die LS standen nur 10 cm vor der Wand, was doch Nachteile hatte.

...

Habe die Dämmplatten mit Stoff bezogen, damit sie besser aussehen und stabiler sind.
Heralan mit Vlies umwickelt
Hartfaserstreifen gesägt, etwas breiter als Dicke Heralan
Über Eck mit Stoff verklebt
Alles mit Stoff von beiden Seiten beziehen, auf Kanten mit Pattex kleben.
In Raumecken diagonal stellen.

Die Messungen von 40-120 Hz ergaben keinen Unterschied, ob mit oder ohne Folie, bei Hörversuchen klang es ohne Folie besser, also weg damit.


....
Bei der Absorberaufstellung hat sich gezeigt, dass es am besten ist, je einen hochkant in die Raumecken hinter den LS zu stellen zwei weitere in die Ecke aus Highboard und Wand, also ein "V" hinter jeder Box. Einer kommt an den linken "Spiegelpunkt", um Wandreflektionen zu eliminieren, einer mit der Länsseite aufliegend im Winkel vor des Highboard.

Alle folgenden Messungen wurden so duchgeführt.

Jetzt zeige ich den Einfluss des Abstandes der LS von der Rückwand (30,50,70 cm)
und den Einfluss des Hörabstandes im Bereich 230-290 cm (nicht von den Diagrammbeschriftungen irritieren lassen, da kommen noch 50 cm dazu) von der LS-Wand:

....
Links oben:
LS 30 cm Abstand,
Hörabstand 230 pink
...................240 gelb
...................250 türkis
...................280 lila

230 und 240 sind akzeptabel, weiter weg wird schlechter.

Rechts oben:
LS 50 cm Abstand (so hörte ich bisher....und weiterhin)
Hörabstand 230 pink
...................240 gelb
...................250 hellblau
...................280 lila

Insgesamt gleichmäßiger als mit 30 cm Wandabstand, 230 und 240 gut, 280 (meine bisherige Sitzposition) zeigt den 100 Hz-Peak, der mich stört(e).

Links unten:
LS 70 cm Abstand
Hörabstand 260 pink
...................300 blau

Der Höranstand musste größer sein wegen Stereodreieck!
Schlechter als mit 50 cm Abstand, bei 300 Hörabstand GAU!

Fazit: LS bleiben bei 50 cm Wandabstand, ich setze mich etwas weiter vor, das ist ein Stereodreieck mit 220 cm Abstand LS-LS und etwa 200 Kopf-LS, die LS muss ich deutlich einwinkeln. Ist recht nah, aber so habe ich den saubersten F-Gang.

Somit bin ich wohl mit meinen Tests am Ende. Im Vergleich zu der ersten Messkurven gab es erhebliche Verbesserungen. Der F-Gang ist gleichmäßiger und der Nachhall ist hörbar geringer.

Die Ortung hat sich verbessert und das Klang ist transparenter, auch bei hohen Lautstärken angenehmer und durchhörbarer geworden. Nein, ich schwärme jetzt nicht!

Die Ergebnisse sind natürlich nicht 1.1 übertragbar auf andere Räume, aber geben hoffentlich Anhaltspunkte, was geht und wie man vorgehen kann. In jeden Fall sollte man die Hörposition und LS-Aufstellung so testen, das hat den wesentlichsten Einfluss. Zwei Absorber in die Ecken helfen auch viel, mein Highboard ist sicher ungünstig, aber kann mit 2 weiteren Absorbern gezähmt werden.

Perfekt wären Wasserfallmessungen, aber da will ich mich nicht noch einarbeiten.

Die Absorber sind gut transportabel und werden nur bei Bedarf aufgestellt, denn es soll ja ein Wohnzimmer bleiben.















« Letzte Änderung: Do, 21. Februar 2008, 14:08 von moby dick » Gespeichert

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Jürgen
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« Antworten #1 am: So, 24. Februar 2008, 19:30 »

Hallo Jürgen,


danke für die Zusammenfassung.  danke

Habe ja im Visatonforum schon immer mitgelesen.
Du hast dir viel Gedanken gemacht und einiges ausprobiert, das zollt Respekt  zustimm  daumenhoch

Ein bischen schade, dass du dir die Sache mit einem Messprogramm nicht angetan hast. So fallen Vergleiche ein bischen schwer.
Ansonsten, schöne Doku!



Grüsse Andy
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moby dick
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« Antworten #2 am: Sa, 21. März 2009, 17:49 »

Ich hatte bei mir Probleme mit dem Highboard zwischen den Boxen. Das hat keine Rückwand und hinten etwa 2 cm Luft zur Wand. In den (vorne) geschlossenen Abteilen hatte ich bei 100 Hz böse Resonanzen, wenn ich die Glastür öffnete, veränderte sich der Frequenzgang. Erfolg brachte Abdichten des Luftspaltes.

Die neue Version: Rockwool RAF-SE so zugeschnitten, dass es genau in die Abteile passt, zur Wand 3 cm Luft sind. Jetzt kann der Schall sozusagen hinter das Möbel kriechen und wird absorbiert. Auch so sind die Resonanzen komplett weg und der Nachhall müßte sich im Tiefton verbessern. Vor Begeisterung habe ich im Essbereich ein ähnliches Möbel genau so behandelt. Mit Sinustönen klirrten die Gläser, das ist jetzt weg.

Rockwool RAF-SE hat einseitig eine schwarze Glasvliesauflage und passt gut zu meinen Möbeln, wer es andersfarbig haben will, kann Stoff auf dem Rockwool befestigen.

Messungen des Frequenzganges zeigten keine Veränderung, aber es klingt noch trockener als vorher.
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Jürgen
moby dick
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« Antworten #3 am: Fr, 01. Januar 2010, 09:23 »

 Es gibt was neues:

Da unser Wozi renoviert wird, habe ich die Akustikdecke erneuert. Paneele 20cm, schwingfähig gelagert auf 2 m Länge

mit viskoelastischer Gummiaufhängung in der Mitte, damit es nicht durchhängt,

an Rand sind 2 mm Luft zu den Balken, darüber ist frei bis zur Steinwolleschicht 30 mm dick.


Das sollte mehr im Bass bringen als der alte Schlitzabsorber.

Die Decke schwingt fühlbar um die 70 Hz +- 20 Hz

Alle Messungen ohne elektrische Bassanhebung, Boxen geschlossen und im Bass gesenkt wie im Concorde-thread beschrieben. Trotzdem schöner, satter Bass!

Messung ohne Zwischendecke:


Messung mit neuer Decke ohne Absorber hinter den Boxen. Deutlich, dass um 80 Hz aufgefüllt und um 100 Hz gesenkt wird:


Messung mit neuer Decke mit Absorber hinter den Boxen, wäre perfekt, wenn die Senke bei 70 Hz nicht wäre. Die ist aber schmalbandig, stört nicht hörbar und kommt wohl vom Boxenanstand zur Wand durch destruktive Interferenz. Ein oder zwei Subwoofer auf der gegenüberliegenden Raumseite könnten die Senke auffüllen, wenn der Raum rechteckig wäre. Frühere Versuche zeigten fast keinen Erfolg.

Fazit: Es hat sich gelohnt, der Spott meiner Frau und Verwunderung des Schreiners, der die restliche Holzdecke verlegt, ist überwunden. Vieleicht bringt die neue Decke im Rest des Raumes auch noch was. Das dauert aber. Erst Decke, dann neue Fenster, Teppichboden, Gardinen, Tapete, Urlaub, also Ende Februar.

« Letzte Änderung: Fr, 01. Januar 2010, 09:26 von moby dick » Gespeichert

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Jürgen
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« Antworten #4 am: Fr, 01. Januar 2010, 13:44 »


Moin Jürgen

Das sieht ja richtig gut aus, von den 70hz mal abgesehen, respekt. Würde gerne noch mal vorbei kommen und mal ein paar Messungen machen. Würde mich mal interessieren in wie weit deine Messungen stimmen und wie es im MT-HT bereich bei dir aussieht.

Dein Loch bei 70hz erinnert mich an meinen Problembereich bei 120hz. Das ließ sich bisher noch von keiner Maßnahme beeindrucken. Stört aber auch nicht wirklich. Man hört es nur bei Bassläufen die genau die 120hz treffen. Es wird an der stelle eben deutlich leiser. Aber wie du schon sagst, besser wie eine starke Überhöhung.

Soll die restliche Decke auch schwimmend gelagert werden ?

Frohes neues Jahr noch, hoffe du(ihr) seid alle gut rein gekommen. Bei mir brummt noch ein bisschen der Kopf biggrinsen

Gruß Udo
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moby dick
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« Antworten #5 am: Fr, 12. März 2010, 18:06 »

Inzwischen sieht es bei mir so aus:



Decke als Bassabsorber, Bild mit 2 cm Vlies, Absorber 3 cm Steinwolle an der Decke, sowie 4 Absorber in den Ecken, 2 an den "Spiegelpunkten". Nische unter dem Fenster als Plattenschwinger und 2 100 Liter-Würfel für 55 Hz-Absorption.

Der Effekt ist eindeutig hörbar: mit Absorbern deulicher und viel bessere Ortung, ohne wirkt es schwammig, weniger klar. Natürlich werden die Absorber nur genutzt zum intensiven Hören.
« Letzte Änderung: Fr, 12. März 2010, 18:12 von moby dick » Gespeichert

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« Antworten #6 am: Do, 05. August 2010, 12:39 »

Der nächste Schritt wird die Umstellung auf aktivierten Tief- und Mittelton sein mit 2 HiFi-Akademie Class D-Endstufen und 2 integrierten DSP. Nir die Trennung MT-HT bleibt passiv.

Die Umstellung erfolgt schrittweise, Bericht folgt im September.
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« Antworten #7 am: Do, 28. Oktober 2010, 12:06 »

Wegen Urlaub, Renovierung und widerspenstiger Elektronik wurde es später.

Im Prinzip bin ich durch und sehr zufrieden. Nachzulesen vorläufig hier:
http://www.visaton.de/vb/showpost.php?p=305805&postcount=73

Hier die Messungen vorher und nachher:




Und das bei einer Aufstellung links etwa 80 cm vor der Raumecke, rechts fast ohne Wand. Auch der Tiefgang ist beachtlich. Die Boxen schaffen geschlossen die 30 Hz ohne Pegelverlust! Auch laut. Wir haben dann unter 100 Hz noch mal 2 dB angehoben, damit es etwas fülliger klingt.

NHZ lag bei 0,4 bis 0,2 sec (T30), im Bass durch die Raummoden bedingt. Bei 250 ist noch Bedarf. Das klingt knochentrocken und tief.
« Letzte Änderung: Do, 28. Oktober 2010, 21:34 von moby dick » Gespeichert

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Barnie
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« Antworten #8 am: Fr, 29. Oktober 2010, 11:13 »

Sieht gut aus.  daumenhoch Schonmal über Accourate nachgedacht?
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moby dick
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« Antworten #9 am: Fr, 29. Oktober 2010, 14:46 »

Nicht gedacht, sondern wir haben die Boxen auch mit Accourate angehört. Auch da klang es gut, leider war ein exakter Vergleich mit gleichem Quellmaterial zeitlich nicht mehr möglich.

Für mich ist das zu aufwändig, wenn man es selbst macht, ansonsten zu teuer.

Udo gefielen meine DSP-Boxen zumindest von der Ortung sogar besser. smile

Ich habe heute noch weiter optimiert, die erste Einstellung war nur Ausgangspunkt und klang zu hell. Jetzt habe ich so abgestimmt, dass der Frequenzgang am Hörplatz linear sinkt, 8 dB wird empfohlen, ich fand 5 dB ausreichend. Auch sonstige Abweichungen wurden verringert. Darstellung sehr stark geglättet, als Trend.

Hier mit 1/48 Okt.:


Klingt so viel natürlicher und angenehmer.
« Letzte Änderung: Fr, 29. Oktober 2010, 14:56 von moby dick » Gespeichert

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Jürgen
Barnie
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« Antworten #10 am: Fr, 29. Oktober 2010, 17:30 »

Mir ist aufgefallen, dass wenn ich richtig laut Musik hören möchte, es angenehmer ist, wenn die Höhen abgesenkt werden.
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terrine
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« Antworten #11 am: Sa, 20. November 2010, 11:35 »

Schade, dass du eine Senke bei ~125Hz hast. Da geht dir ein wenig "Kick" verloren. Hast du mal versucht die Stelle noch weiter zu optimieren?
Ansonsten macht es einen wirklich anständigen Eindruck!
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moby dick
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« Antworten #12 am: Sa, 20. November 2010, 16:09 »

Die Senke ist nur links, da hier die Raumecke recht nahe ist. Ich arbeite noch etwas an der Optimierung per DSP. Rechts die Box steht fast frei und sieht so aus mit der letzten Einstellung, wobei ich den Bass nicht angehoben habe, aber vieleicht noch mache:
Übrigens entspricht dieser Frequenzgang fast dem Optimum, wie bei Harman Kardon vorgeschlagen. Interessant, dass ich unabhängig davon auf praktisch gleichen Verlauf komme. Bitte berücksichtigen, dass die Kurven von HK gemittelt sind, meine nicht!

Und die Untersuchung bei HK bezieht sich auf Heimkino, wo mehr Bass nötig ist. Ich kann den Bass bei mir noch deutlich anheben, aber brauche das bei Stereo nicht und will auch die Tieftöner nicht überfordern. Wobei es jetzt schon reicht, meinen Hörsessel bei 30 Hz leicht zu schütteln, da hift eine Mode etwas nach.

Einstellung 134 rechts ist die vorläufige Endversion, ich habe bei 40 Hz etwas angehoben und kleine Korrekturen gemacht.



« Letzte Änderung: Do, 25. November 2010, 09:25 von moby dick » Gespeichert

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moby dick
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« Antworten #13 am: Sa, 27. November 2010, 18:26 »

Ich habe mal beide Boxen mit 1/1 Auflösung dargestellt, so ist der Trend einer Box gut sichtbar und man kann links und rechts besser angleichen.

Zuerst links und rechts ohne jegliche Regelung, nur bei 300 Hz aktiv getrennt mit 24 dB/Oct.
Hier sieht es ganz schön wild aus. Die linke Box steht etwa 1 m vor einer Raumecke, die rechtenur nur vor der Rückwand, es geht nicht anders bei mir. Daher habe ich links mehr Bass und Schweinereien.

Darunter das Endergebnis mit EQ, Bass/Höhenregelung.
So gleichmäßig, wie es aussieht, so gut klingt es bei hervorragender Ortung.
Übrigens, Kick ist genug da, wenn es laut wird, klopft es auf die Brust. Bass ist auch genug, Orgeltöne "ganz unten" sind körperlich spürbar. Der trockene Bass mit wenig Nachhall und ohne Überhöhungen ist für manche ungewohnt, sie vermissen etwas.

"....Nach ersten Hörproben wusste ich nicht was ich nun sagen soll, mir fehlte dieser Körperbass, um mich herum hingen sehr viele Absorber, war was ganz anderes wie ich erwartet hatte.
Höhen, Mitten - Glasklar- Genial!!
Bass - Hmm - da fehlte mir was.
Ich hörte Bassgitarren gezupft wie live, Stimmen wie vor mir gesungen, war begeistert.
Aber der Bass, da hatte ich so meine schwierigkeiten mit der aktivierten Concorde, konnte das nicht beschreiben, war igendwie abgeschnitten,nicht komplett.
Allerdings hätte ich bei mir am Regler gedreht bei manchen Passagen, das war hier nicht nötig!!

Hier sind wir beim Thema Hörgewohnheit, das wurde mir hier klar.
Nun legte walwal mal Musik seiner Wahl auf, Musik von der ich nie was wusste.
Da waren Passagen, wow!! Das hörte sich phantastisch an. Zwar für meinen Geschmack zu wenig Bass - dennoch beeindruckend.

In diesem Raum war zu keiner Zeit ein Dröhnen oder sonstige unangenehme Störungen zu vernehmen, war nahezu perfekt.

Er erwähnte, das ein Forumsmitglied sagte - Das ist wie Kopfhörer nur in gross.
Genau das trifft es.
Einfach sauber, angenehm, nie störend.
Da muss man sich erst dran gewöhnen, wenn man sich mit Raummoden nie beschäftigt hat.
...."
« Letzte Änderung: Sa, 27. November 2010, 18:40 von moby dick » Gespeichert

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« Antworten #14 am: Do, 20. Januar 2011, 14:37 »

Inzwischen habe ich den Frequenzgang etwas verändert. Die bisherige Einstellung war zu bassbetont. Es ist eine Kombination aus linearer Pegelsenkung und einer Empfehlung von Linkwitz. Linkwitz sagt: Wenn der Schall aus einem Winkel von 30 Grad zum Ohr gelangt, wird ein gerader Frequenzgang als schrill empfunden, da diese Frequenzen vom Gehör lauter empfunden werden. Die Kurve ist auf seiner HP vorgestellt.

Kurve Nr. 2

Da er wohl nicht am Hörplatz gemessen hat, muss zusätzlich noch zu den Höhen hin gesenkt werden. Meine persönlich als optimal ermitte Kurve sieht so aus:

Wobei der Tiefbass durch die im Tiefton stärkere linke Box angehoben wird.

Ein Kurzbericht zur Aktivierung ist hier zu finden:
http://hifiakademie.de/?id=0.3.70&si=MTI5NTUzMDg0OS42OTQ3fDc5LjIyMS42MC4yMjJ8IA

Unten die rechte Box (nicht mehr aktuell) und ganz unten die Summenkurve links+rechts (graphisch aus den Einzelkurven ermittelt). Da die linke Box etwas im Tiefton übertreibt, wurde rechts breitbandig um 85 Hz gesenkt. Unter 30 Hz wirkt das Subsonicfilter.
« Letzte Änderung: So, 30. Januar 2011, 08:43 von moby dick » Gespeichert

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Jürgen
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