Akustik-Vorhänge
  
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Sa, 19. Mai 2012, 10:53
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Autor Thema: Akustik-Vorhänge  (Gelesen 2427 mal)
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HausL
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« am: Mi, 20. Februar 2008, 23:59 »

Hallo zusammen,

hat sich schon mal jemand mit Akustik-Vorhängen beschäftigt? MBAkustik vertreibt sie, die Absorptionswerte ähneln denen von Basotect mit 5 cm Dicke. http://www.mbakustik.de/dateien/Absorptionswerte_Akustik_Vorhang.pdf
Der Preis ist allerdings ca. 40 % höher. Dafür ist alles fertig genäht.
Der Vorteil ist, dass man mit einem Schienensystem auch Türen und Regale verkleiden kann, einfach zum Musik hören zuziehen, fertig. Irgendwelche Konstruktionen um Basotect aufzuhängen finde ich nicht so gelungen, zumal man diese bei Nichtgebrauch ja auch irgendwo lagern muss. So könnte man z.B. die Seitenwände akustisch symmetrisch biggrinsen gestalten.

Gruß
Holger
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Frl. Ahnungslos
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« Antworten #1 am: Do, 21. Februar 2008, 02:50 »

Mal 'ne ganz andere Frage:
Wieso gibt es Absorptionswerte die größer als 1 sind? Nicht viel, gebe ich zu, aber immerhin. Heißt das, dass mehr Schall absorbiert wird, als einfällt. Ist das nicht unlogisch und ziemlich widersprüchlich.
Der Wert findet sich im übrigen auf der von Holger genannten Seite beim Akustik Samt AV12 gerafft.

Wenn der Wert gleich 1 ist heißt das tatsächlich, dass man hinter dem Vorhang nichts mehr hört?

Danke, Fräulein ganz-und-gar-Ahnungslos
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HausL
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« Antworten #2 am: Do, 21. Februar 2008, 07:33 »

Sehr gute Frage  biggrinsen Ich kann da nur Wiki zitieren: "Gelegentlich werden Werte vom Schallabsorptionsgrad α größer 1, also > 100% angegeben. Dieses wird unter praxisnahen Bedingungen bestimmt und trägt der Tatsache Rechnung, dass die wirksame Fläche eines Absorbers etwas größer ist, als seine geometrische Fläche." Da der Stoff gerafft ist, ist seine wirksame Fläche größer.

Allerdings ist es nicht so, dass "man hinter dem Vorhang nichts mehr hört" sondern der Vorhang reflektiert den Schall von den Seitenwänden nicht mehr zum Hörer.

Gruß
Holger
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moby dick
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Steinalter Lautsprecher-Bauer


« Antworten #3 am: Do, 21. Februar 2008, 09:22 »

So was ist preiswerter herzustellen, wenn man einen schweren, dicken Wollstoff nimmt. Zumindest für das Innenleben, also ein Sandwich: Dekostoff/Wolle/Dekostoff. Kaufhäuser fertigen Vorhänge komplett.
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Freundliche Grüße
Jürgen
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« Antworten #4 am: Do, 21. Februar 2008, 10:59 »

Mal 'ne ganz andere Frage:
Wieso gibt es Absorptionswerte die größer als 1 sind? Nicht viel, gebe ich zu, aber immerhin. Heißt das, dass mehr Schall absorbiert wird, als einfällt. Ist das nicht unlogisch und ziemlich widersprüchlich.
Der Wert findet sich im übrigen auf der von Holger genannten Seite beim Akustik Samt AV12 gerafft.

Wenn der Wert gleich 1 ist heißt das tatsächlich, dass man hinter dem Vorhang nichts mehr hört?

Danke, Fräulein ganz-und-gar-Ahnungslos

Küss die Hand...

Auf der Seite www.hunecke.de steht:

Zitat
Um die Wirksamkeit von Absorbern anzugeben, hat man den Absorptionsgrad definiert. Er gibt an, welcher Anteil der auffallenden Schallenergie absorbiert wird. Der Absorptionsgrad für senkrechten Schalleinfall, der in Forschung und Entwicklung eine große Rolle spielt, nimmt Werte zwischen 0 und 1 an. Er wird im Impedanzrohr (auch Kundtsches Rohr genannt) gemessen.

Für raumakustische Planungen benötigt man den Absorptionsgrad für statistischen Schalleinfall. Dieser wird in einem Hallraum nach DIN EN 20354 gemessen. Er kann sowohl theoretisch als auch messtechnisch größer als 1 werden. Eine vereinfachte Erklärung für dieses Phänomen bezieht sich auf die Wellennatur des Schalls: Die Schallwellen werden am Rande der Prüffläche noch zusätzlich in den Absorber hineingebeugt, so dass sich die Wirksamkeit der Absorber über ihre eigentliche Fläche hinaus erstreckt.

Die Messungen im Hallraum sind nur bis zu einer unteren Grenzfrequenz von 100 Hz bis 125 Hz gültig. Will man den Absorptionsgrad von Absorbern bestimmen, die noch darunter wirksam sind, so spielt wegen der Wellennatur des Schalls die Position der Absorber im Raum eine entscheidende Rolle. Momentan gibt es noch kein einheitliches Messverfahren für den Absorptionsgrad bei tiefen Frequenzen.

Dat is der Grund und keine Dampfmaschine.


Gruß


Stefan
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asb
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« Antworten #5 am: Do, 21. Februar 2008, 11:58 »

Hallo,


ich war mal in einem Tonstudio, wo einige Arbeitsplätze (kleine Räume zur Soundbearbeitung) grossflächig mit dickem Molton verkleidet waren. Der Effekt war enorm, ich wäre aber mit dem Einsatz sparsam. Geht verhältnismaässig viel Hochtonenergie verloren.
Vorstellbar wäre aber ein doppelter Vorhang, um den Bereich nach unten zu erweitern. In Wohnräumen sicher eine gute, optisch und praktisch vertretbare Möglichkeit.


Grüsse Andy
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« Antworten #6 am: Do, 21. Februar 2008, 12:20 »

Entsprechende Messergebnisse gibt es ja in meinem Projektthread...


Stefan
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Ydope
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« Antworten #7 am: Do, 21. Februar 2008, 14:42 »

Wenn der Wert gleich 1 ist heißt das tatsächlich, dass man hinter dem Vorhang nichts mehr hört?

Das finde ich auch einen Punkt, der intuitiv nicht sofort zu begreifen ist.

Vielleciht hilft folgende Erklärung:
Sobald der Schall von der Wand zurückkommt, kann man einfallende und zurückkommende Schallwelle nicht mehr unterscheiden, denn es bildet sich aus der Überlagerung gegenläufiger Schallwellen eine stehende Welle aus, mit festen Orten der Pegelauslöschung und festen Orten, wo die Frequenz lauter wird. In diesem Moment ist die Unterscheidung in zwei gegenläufige Wellen hinfällig. (*)
Die Orte, wo sich eine Auslöschung ergibt, sind Orte, wo der Druck konstant ist (konstanter Druck = "nichts zu hören") und wo die Luftmoleküle sehr schnell hin und her flitzen. So ein Ort findet sich z.B. bei 1/4 Wellenlänge Abstand zum Reflexionspunkt.
Wenn der Vorhang dort ist, kann er dort der stehenden Welle Energie entziehen und die stehende Welle/Reflexion gelangt nicht aus dem Absorber raus.

Ist er nur dort, wo hohe Druckschwankungen sind, z.B. direkt an der Wand oder bei 1/2 Wellenlänge Abstand, kann er dort nicht viel ausrichten, da die Moleküle dort stillstehen.
Daher hängt die Wirkung eines porösen Absorbers eben nicht nur von der Dicke ab, sondern auch vom Wandabstand. Gleichzeitig ist das der Grund für den Unterschied zwischen Dämmung und Dämpfung, den du ausgemacht hast.

Gruß

(*) Siehe diese beiden Animationen:
http://www.isvr.soton.ac.uk/SPCG/Tutorial/Tutorial/Tutorial_files/Web-standing-nature.htm
http://www.casakustik.de/forum/index.php/topic,35.0.html
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HausL
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« Antworten #8 am: Do, 21. Februar 2008, 15:01 »

Hallo,
Der Effekt war enorm, ich wäre aber mit dem Einsatz sparsam. Geht verhältnismaässig viel Hochtonenergie verloren.
Grüsse Andy
Definiere sparsam  biggrinsen
Bei mir würden ca. 4 m² pro Seite zum Einsatz kommen, momentan stehen dort jeweils 2 m² Basotect die dann an anderen Stellen eingesetzt würden.

Gruß
Holger
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HausL
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« Antworten #9 am: Do, 21. Februar 2008, 15:06 »

Entsprechende Messergebnisse gibt es ja in meinem Projektthread...


Stefan
Ja, eine beeindruckende Messung! Bei dir waren es sogar 12,2 m², der Faltenwurf 1,8 fach. Also wird es bei mir wohl noch nicht überdämpft  smile
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asb
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« Antworten #10 am: Do, 21. Februar 2008, 15:07 »

edit....sparsam hat grad an Bedetung verloren  biggrinsen
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« Antworten #11 am: Do, 21. Februar 2008, 15:21 »

Entsprechende Messergebnisse gibt es ja in meinem Projektthread...


Stefan
Ja, eine beeindruckende Messung! Bei dir waren es sogar 12,2 m², der Faltenwurf 1,8 fach. Also wird es bei mir wohl noch nicht überdämpft  smile

Yepp. Wichtig ist nur, einen gewissen Abstand, min. 10cm, einzuhalten. Bei meinem letzten Projekt durfte ich das schmerzlich feststellen.

Man kann auch den Stoff spannen, dann geht die Wirkung auch tiefer runter, weil Du dann eine Art Plattenabsorber baust, schreibt Fasold.

Stefan
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HausL
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« Antworten #12 am: Do, 21. Februar 2008, 15:47 »

edit....sparsam hat grad an Bedetung verloren  biggrinsen
Wegen der 12 m²?  zwinkern
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